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Natur & Umwelt Kormorane vs. Fischer: Die Schäden sind gering

Die Raubzüge von Kormoranen in Fischernetzen sorgen immer wieder für Diskussionen und Emotionen. Eine neue Studie zeigt: Die Schäden sind weniger gross als befürchtet. Doch wegen der grossen Probleme am oberen Zürichsee erlaubt der Kanton Schwyz seit einem Jahr auch das Abschiessen von Kormoranen.

Ein Schwarm Kormorane rastet am Samstag, 11. Januar 2014 in Sempach auf einer Badeplattform im Sempachersee.
Legende: Konkurrenz für Fischer: Ein Schwarm Kormorane am 11. Januar 2014 in Sempach auf einer Badeplattform im Sempachersee. Keystone

Seit 2001 ist der Kormoran nicht nur ein Wintergast in der Schweiz, sondern er brütet dort auch. Dies hat die Konflikte mit den Fischern verschärft: Zu diesem Schluss kommt Roland Graf von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Graf hat im Auftrag des Bundes untersucht, wie viele Schäden auf das Konto des schwarzen Vogels gehen, der geschickt an Fischernetzen entlang taucht und die gefangenen Tiere hinauspickt.

Doch trotz der Konflikte seien die Schäden für die Fischer geringer als erwartet, sagt Graf. Der Schaden, den der Kormoran am Wert des Gesamtfanges verursacht, wurde bei verschiedenen Schweizer Seen auf 1,2 bis 3,9 Prozent ermittelt.

Legende: Video Umstrittenes Kormoran-Projekt abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 14.01.2014.

Schwyz erlaubt Abschuss

Im Kanton Schwyz, am oberen Zürichsee, leben sehr viele Kormorane; die Studie beziffert die Schäden auf etwa 3 Prozent. Die Situation für die Berufsfischer hatte sich in den letzten Jahren so sehr verschärft, dass der Kanton Schwyz mit einem Pilotprojekt Abschüsse von Kormoranen im Umkreis von 100 Metern am Fischernetz erlaubt hat.

Regierungsrat Andreas Barraud hat das Projekt initiiert. Seine erste Zwischenbilanz nach einem Jahr fällt positiv aus. Die Schäden, so der SVP-Politiker, hätten sich laut den Fischern bereits spürbar verkleinert. Konkrete Zahlen sollen am Ende des dreijährigen Projekts vorliegen.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Eduard Renfer, Greifenstein/AUT
    Ich wohne nahe einem grossen Wasserkraftwerk an der Donau. Im Winter versammeln sich hunderte Kormorane am Stauwehr, letzte Woche waren es alleine am ersten Holm gezählte 200+ Stück. Es kann mir niemand erzählen, dass dies für den Fluss, der eh unter Fischrückgang leidet, gesund ist. Ich habe dort im November einen 55cm grossen Zander gefangen, der drei Verletzungen von Kormoranen hatte. Ich bin wirklich kein Vogelhasser, aber so viele auf einem Haufen können lokal grosse Schäden verursachen!
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  • Kommentar von Roland Burkhardt, DK-9560 Hadsund
    Ein paar Kilometer nördlich meines Domizils haust eine Kormorankolonie, unmittelbar am Kattegat. Die Kolonie umfasste vor ein paar Jahren geschätzte 30'000 Paare. Diese Kormorane haben den Küstenbereich nachhaltig leergefischt. Zusätzlich haben diese Vögel auch den gesamten Baumbestand durch ihre Exkremente vernichtet. Die unglaubliche Verschmutzung der ganzen Umgebung ist für Naturfreunde, zu denen ich mich zähle, nicht mehr zu verantworten. Der Schutz dieser Vögel macht keinen Sinn.
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  • Kommentar von Pia Müller, 9444 Diepoldsau
    Ich denke, die Komorane waren VOR den Fischern da. Zudem wird das verschmutze, chemie-haltige Gewässer und die Überfischung unserer Seen Schuld sein am minimalen Fischfang - bestimmt nicht die Komorane. Also liebe Fischer, bleibt fair und sucht nicht den Felhler am falschen Ort !! PM-CH
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