Mehr Eisbären erlegt – Streit in Kanada

2012 wurden mehr Eisbären geschossen als erlaubt. Umweltschützer protestieren scharf – doch es ist unklar, ob und wie sich der Klimawandel auf den Bestand der Bären auswirkt.

Eine Eisbären-Mutter mit zwei Jungen bewegt sich entlang der Küste der Hudson Bay in Kanada. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Refugium in Kanada: Rund 16'000 Eisbären leben dort. Diese Mutter mit zwei Jungen bewegt sich entlang der Küste der Hudson Bay (Archivbild). Keystone

740 Eisbären wurden 2012 in Kanada erlegt. Das entspricht 4,6 Prozent der Population, die von der kanadischen Umweltbehörde auf etwa 16'000 Tiere geschätzt wird. In den letzten fünf Jahren hatte die Behörde die Abschusszahlen mit durchschnittlich 663 Tieren pro Jahr angegeben.

Den aktuellen Anstieg kritisieren Tierschutzorganisationen heftig. Damit seien bei einem grossen Teil der 13 Eisbär-Populationen die Abschussquoten deutlich überschritten worden, teilte Pro Wildlife mit. Auch WWF forderte einen besseren Schutz der Bären, deren Lebensraum durch den Klimawandel bedroht sei.

Dieser These widerspricht aber die Tatsache, dass die Gesamtzahl der Eisbären in Kanada seit 2007 zugenommen hat, wie aus Unterlagen der kanadischen Umweltbehörde vom Dezember 2012 hervorgeht. Eine kürzlich erschienene Studie zeigte ebenfalls, dass eine beobachtete Population nahe des Nordpolarmeers trotz Schwund des Polareises stabil blieb. Dies lässt sich dadurch verstehen, dass mit einem Rückgang der Eisflächen nicht unbedingt weniger Robben vorhanden sind, von denen sich Eisbären ernähren.