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Natur & Umwelt Mit Pfeil und Bogen auf die Pirsch?

Mit Pfeil und Bogen zu jagen, ist in der Schweiz verboten. Doch jetzt kämpfen Bogenjäger dafür, dass diese umstrittene Form der Jagd wieder zugelassen wird – in mehreren Kantonen. Tierschützer sind entsetzt und behaupten, der Pfeil töte langsamer als die moderne Gewehrmunition.

CChris Mo ... Präsident der Schweizer Bogenjäger auf der Pirsch im Elsass, wo diese Jagdmethode erlaubt.
Legende: Tierquälerei oder artgerechter: Chris Mozolowski, Präsident der Schweizer Bogenjäger, auf der Pirsch im Elsass, wo diese Jagdmethode erlaubt ist. SRF

Die Schweizer Bogenjäger gehen in die Offensive und setzten sich für eine Legalisierung ein. «Wir sind mit den Behörden mehrerer Kantone in Kontakt und sind zum Teil auf offene Ohren gestossen», sagt Chris Mozolowski, Präsident des Verbandes Schweizer Bogenjäger gegenüber «10vor10». Er will dafür kämpfen, dass die Bogenjagd auch in der Schweiz zugelassen wird.

Heute ist diese Form der Jagd aus Tierschutzgründen verboten. Doch Mozolowski ist davon überzeugt, dass die Jagd mit Bogen und Pfeil eine besonders faire und auch tiergerechte Art des Jagens ist.

Wie schnell tötet der Pfeil?

Tierschützer sind anderer Meinung. «Ich bin überzeugt, dass die heute verwendete Gewehrmunition schneller tötet als ein Pfeil», sagt Sara Wehrli vom Schweizer Tierschutz STS. Eine Gewehrkugel habe einen Schockeffekt und töte sehr schnell. Beim Pfeil sei dagegen die Gefahr gross, dass das getroffene Tier leide.

«Bei einem guten Bogentreffer merkt das Wild häufig gar nicht, was passiert ist», kontert Mozolowski. Im Gegenteil: Der Pfeil sei eine besonders stressarme Art, ein Tier zu töten. «Die Tiere leben vielleicht noch acht bis zehn Sekunden», sagt der Verbandspräsident.

Bund ist gegen Zulassung

Vorbild für die Bogenjäger sind Länder wie Frankreich oder Dänemark. Dort ist die Bogenjagd erlaubt. Kein Verständnis für die Offensive der Bogenjäger hat dagegen der oberste Jagdinspektor des Bundes: Reinhard Schnidrig teilte «10vor10» schriftlich mit, auch er lehne die Bogenjagd aus Tierschutzgründen ab.

Bogenjagd in Europa:

In Dänemark, Frankreich, Spanien und in Teilen Italiens ist die Bogenjagd erlaubt, ebenso in Ungarn. In manchen Ländern wie Serbien und Kroatien ist sie nur in grossen Jagdgattern zugelassen. Verbote gelten in Deutschland, Österreich, Grossbritannien und Irland. In der Erprobung ist die Jagdform in Schweden und Belgien. (Quelle: www.dbjv.org)

30 Kommentare

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  • Kommentar von R. Trösch, Seeland
    Ein Bogenjäger muss für seinen Schuss viel näher am Tier sein und sich bei Schussabgabe absolut sicher sein (kein Nachballern möglich), daher wäre Bogenjagd tiergerechter. Als Bogenschütze lehne ich die Jagd trotzdem ab, jagen bedingt einen reifen Charakter und dieser fehlt nicht nur gewissen Flintenjägern. Der Bogen gilt bis heute rechtlich als Sportgerät, als Jagdgerät würde er unter das Waffengesetz fallen und dies würde unsere Freizeitbeschäftigung und die Jugendförderung sehr erschweren.
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    1. Antwort von Kuno Winkelhausen, Lommiswil
      Geschätzter Herr Trösch Einverstanden, nicht alle Kugel- und Flintenjäger verfügen über einen reifen Charakter. Die Saufeder (Jagdspiess) ist eine nach CH-Bundesrecht erlaubte Jagdwaffe. Unterliegt nicht dem Waffenrecht. Beweis erbracht: Nicht alle "Jagdwaffen" unterliegen dem Waffenrecht. Auch dort, wo die Bogenjagd erlaubt ist (Frankreich) ist der Bogen nicht waffenrechtlich eingestuft. Ihre Bedenken sind also unbegründet. Es freut mich, dass Sie die Jugend im Bogenschiessen fördern - super.
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  • Kommentar von Wyssbrod Ueli, Ipsach
    Alle Reden vom Tierschutz. Der ist in meinen Augen in keinster Weise glaubwürdig. Es ist ein Fakt, dass 1.3Mio Katzen in der Schweiz leben und oft in unseren Vorgärten/Feld+Wiese Vögel sowie Kleinnager über längere Zeit quälen befor sie diese töten (wenn überhaupt). Der Tierschutz ist überall aktiv um Minderheiten wie Bauern, Tierhalter, Jäger etc. zum Rechten zu weisen. So lange der Tierschutz nichts gegen die Katzen unternimmt, sollte er sich aus dem Thema Jagd raushalten.
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    1. Antwort von Thomas Müller, Regensburg
      Die Bogenjagd ist gerade modern und macht Spaß. Der einzige Grund wieso die Jagdlobby da nun aufbegehrt. Das Jagen gehört nicht in private Hände, weil der Großteil der Privaten nichts von Hege hält und einfach nur blutgeil ist. Die bayrische Polizei muss oft ermitteln, weil dämliche Jäger Tiere bei Bewusstsein illegal schlachten, die sie zuvor mit niederenergetischer Munition nur verletzten. Auch der Bogenschuss ist nicht geeignet schnell zu töten. Und das sage ich als geübter Bogenschütze.
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      "So lange Tierschutz nichts gegen Katzen unternimmt"Keine Ahnung haben Sie!Es wäre eh an Katzenbesitzern dafür zu sorgen,dass ihre Tiere kastriert+regelmässig entwurmt würden.Sämtl.Tierschutzorganisationen,auch Private,organisieren Xx jährl.CHweit Kastrationsaktionen,gratis od.vergünstigt.Verwilderte Katzen werden eingesammelt+kastriert auf Kosten der Tierschützer.Auch Tierärzte arbeiten günstiger,Aufrufe+Broschüren werden verteilt,Katzenhalter angehalten,ihre Tiere min.kastrieren zu lassen usf
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    3. Antwort von Miraak Newton, Schweiz
      Ich denke das sich hier die Geister scheiden, da Katzen das nicht aus banalen Gründen wie Sadismus o.ä tun , sondern weil es ihnen von den Muttertieren so beigebracht wurde da diese verletzte Nager und Vögel ins Nest brachten um die Jagdfähigkeiten der Jungtiere zu trainieren. Katzen machen das nur aus dem Grund,dass sie ihre Reflexe trainieren wollen
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  • Kommentar von Beppie Hermann, Bern
    Der Kt GE ist seit 1974 jagdfrei.Die Vielfalt in Fauna+Flora ist seither grösser denn je.Entsprechende strukturelle Aufwertungen+Vernetzungen liessen sogar die Populationen der Rebhühner anwachsen.Ausser Hegeabschüssen bei Wildschweinjagdflüchtlingen aus FR+Vd ist kein Wild geschossen worden s/BAFU,u.die wird wohl künftig auch eingestellt,da die Zerschiessung der Sozialstruktur zu Vermehrung führte.Die Bestände aller Art sind darum selbstreguliert stabil,es braucht dazu weder Bögen noch Flinten.
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    1. Antwort von Hans Schneider, Wil
      @Herr Hermann: Sie wissen, dass Sie ein williges Sprachrohr für die (unreflektierten, z.T. unwahren) Argumente der militanten Jagdgegner/Tierschützer sind? Beispiel: Wildschweinjagdflüchtlingen -> man kann alles so drehen und wenden bis es Einem passt...das selbe gilt zur Ausweisung der Kosten, ebenso die Ausweisung der Abschussstatistiken und der jeweiligen Abschussgründe. Die Grössenverhältnisse verbieten sowieso jeden Vergleich. Oder vergleichen Sie auch die Landwirtschaft von Genf mit Bern?
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    2. Antwort von Beppie Hermann, Bern
      H.Schneide,könnte ich auch umgekehrt sagen!Sie sind ein williges Sprachrohr für Jäger od.selber einer.Wie wollen Sie belegt die Statistik des BafU anzweifeln?Nur weils im Jägerblättli so steht?Wenn ausser bei Wildsäuen bei jeder Tiergattung 0 Abschüsse steht,so sind das 0 Abschüsse.Auch glaube ich nicht,dass die Vogelwarte Sempach sich ausgerechnet dort für die Erhaltung der noch einzigen,in der CH existierenden Rebhühnerpopulation mit Mio einsetzte,wenn die Voraussetzungen dafür nicht da wären.
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    3. Antwort von Hans Schneider, Wil
      Richtig - ich bin Jäger. Ich habe einmal die Daten von Genf mit anderen kleinen Kantonen verglichen (in Prozent und im Verhältnis): kleinste Waldfläche / grösste Siedlungsfläche / grösste Personendichte / wenigsten Landwirtschaft / am Meisten Wildschweinabschüsse (sorry - Hegeabschüsse) / grösste Wildschweinschäden am Meisten Fallwild. Interessant, nicht? Kurzum, dieser Kanton taugt nicht als Beispiel (viel zu speziell). Rebhühner: Da gehts ums Biotop - nicht um die (Nicht-)Jagd.
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