Nebenbuhler machen fit und smart

Konkurrenz belebt die Hirnleistung – das fanden Biologen der Universität Lausanne bei Fruchtfliegen heraus. Männchen, die vor der Paarung keine Rivalen hatten, wurden geistig träge und büssten an Lernfähigkeit ein.

Ein Fruchtfliegenmännchen spiegelt sich auf feuchtem, dunklem Boden. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Drosophila melanogaster: Ein Männchen, das bei der Paarung keine Nebenbuhler hat, «verlernt das Lernen» – bei den Fruchtfliegen ist das so. Wikipedia/André Karwath

Ob Mensch ob Tier: Weibchen sind wählerisch! Sie entscheiden, mit wem sie Sex haben und achten dabei auf Qualitäten, die erfolgreiche Nachkommen versprechen. Da bleibt den Männchen nur eins: Rivalen mit überzeugenden Argumenten ausstechen, oder ausschalten im Kampf. Ein Dauerstress – wer wäre nicht lieber Hahn im Korb. Wie nun aber Experimente zweier Biologen der Uni Lausanne zeigen, macht das «Leben im Korb» dumm. Zumindest die Fruchtfliegen.

Mehrere Fruchtfliegen-Populationen durften bequem als Paare leben, je ein Männchen und Weibchen in einem Glas, 100 Generationen lang. Dann setzten die Forscher die Nachkommen dem rauen Leben inmitten unzähliger männlicher Konkurrenten aus. Resultat: Die «verwöhnten» Männchen waren überfordert, umwarben nicht empfängnisbereite Weibchen oder balzten gar um «Teenager». Nicht so die Kontrollgruppe: Sie orientierte sich erfolgreich an den Duftsignalen der fruchtbaren Weibchen und hatten so viel mehr Nachkommen.

Im Folge-Experiment durften dann alle Männchen ihre Lernfähigkeit beweisen. Sie lernten, dass ein attraktiver Duft mit einem unangenehmen Schock verbunden war. Hier zeigte sich: Die Männchen aus den Zweierkisten vergassen die Erfahrung bald. Die anderen aber mieden den Geruch noch eine ganze Stunde später.

Fazit: Sex macht dumm, wenn er ohne Anstrengung zu haben ist. Zumindest bei den Fruchtfliegen.