Überleben dank Nikotin

Die Raupen des Tabakschwärmers machen sich eine Substanz der Tabakpflanze zunutze, um Fressfeinde abzuwehren: Nikotin. Auf nikotinfreien Pflanzen werden sie viel öfter von Spinnen erbeutet, berichten Forscher.

Eine grassgrüne Raupe sitzt auf eine Pflanze. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Grün wie Gras: Die Raupen ernähren sich von Tabakpflanzen und können das darin enthaltene Nikotin im Körper anreichern. Wikipedia/Daniel Schwen

Die Raupen des Tabakschwärmers schützen sich mit einer Art Mundgeruch, damit sie nicht von Wolfsspinnen gefressen werden. Das liegt an der Ernährung des Tieres. Der Schmetterling kommt in Nord- und Südamerika vor und ernährt sich vor allem von Tabakpflanzen.

Ein Teil des Nikotins aus den Tabakblättern gelangt so in das Insektenblut und wird über fein verzweigte Kanäle der Haut gewissermassen ausgeatmet, berichten Biologen in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS). Diese Ausdünstung schreckt die Spinnen der Art Camptocosa parallela ab. Das Gegenteil passiert bei Raupen die kein Nikotin anreichern. Den Forschern fiel auf, dass nachts besonders viele Raupen vertilgt wurden, wenn diese auf mittels Gentechnik nikotinfrei gemachten Tabakpflanzen sassen.

In einem Experiment wurde dann dieser Fressschutz-Mechanismus überprüft: Einige Raupen wurden auf speziell präparierten Tabakpflanzen ausgesetzt, die dafür sorgten, dass der Schutzmechanismus der Raupen stillgelegt wird. 25 von 50 solchen Larven überlebten die Nacht nicht – während 40 von 50 Larven auf normalen Tabakpflanzen die Nacht überstanden.