Warum sich Treue lohnt

Warum leben Menschen und einige Primaten-Arten monogam? Laut einer neuen Studie ist dieses Verhalten im Verlauf der Evolution vermutlich entstanden, um Tötungen des eigenen Nachwuchses zu verhindern.

Ein Caqueta-Springaffe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bund fürs Leben: Der Caquetá-Springaffe, 2010 in Kolumbien entdeckt und beschrieben, gilt als monogam – unter Primaten eher die Ausnahme. Keystone

In einer festen Zweierbeziehung kümmeren sich die männlichen Partner nicht nur mit um den Nachwuchs, sondern beschützen ihn auch vor anderen Männchen. Dies berichten Forscher in den «Proceedings» der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA. Für die Weibchen bedeutet dies auch, dass sie schneller wieder trächtig werden können.

Das Team um Christopher Opie vom University College London trug Angaben über 230 Primatenarten und deren Verhalten zusammen – etwa, in welcher Beziehung die Partner zusammenleben oder wie hoch die Zahl der Kindstötungen in einer Population ist. Unter Berücksichtigung der Verwandtschaftsverhältnisse fanden sie Hinweise, welches Verhalten im Verlauf der Evolution zuerst entstand.

Mitsorgende Väter ermöglichen demnach auch eine lange Abhängigkeit des Nachwuchses von den Eltern – und damit auch eine lange Entwicklungszeit insbesondere des Gehirns. Auch beim Menschen habe die Monogamie vermutlich zur Entstehung unseres komplexen Gehirns beigetragen, so die Wissenschaftler.