Das erste «G» wurde nicht zusammen mit dem ersten Mobilfunknetz geboren. Es betrat erst 25 Jahre später die Bühne mit jener Generation, die dieses Jahr die Bühne verlässt: UMTS. Weil sich mit dieser Abkürzung niemand hinter dem Ofen hervorlocken liess, erfand das Marketing «3G». Die «G's» waren geboren und wurden auch für die 1. und 2. Generation geläufig.
1G funkt ins Land
Die PTT startete 1978 das erste flächendeckende Mobilfunknetz. Das «nationale Autotelefon» war ein grosser technischer Wurf, obwohl die Sprachqualität rauschte wie bei einem Walkie-Talkie. Die analogen Verbindungen waren zudem störanfällig und Abhören technisch einfach. Datenübertragung war nicht vorgesehen.
Unserem heutigen Verständnis von Mobiltelefonie am nächsten kam das weiter entwickelte «Natel C»-Netz. Dessen steigende Beliebtheit sorgte bald für Kapazitätsprobleme.
2G bringt den Stein ins Rollen
GSM (Global System for Mobile Communications), wie die Generation ursprünglich hiess, oder Natel D, war der Urknall des Mobilfunks. Mit digitaler Technologie und Geräten, die erstmals das Adjektiv «mobil» verdienten, verbreitete sich das «Natel» in den 1990er Jahren rasant. Aus heutiger Sicht war der Funktionsumfang bescheiden: Telefonie und SMS verschicken, wobei bei den frühen Geräten nicht einmal dies möglich war. Eine Sensation war, dass man auch «über die Grenze» telefonieren konnte, wenn in den Anfängen auch nur mit einer Handvoll europäischer Länder.
Keine Netzgeneration war bis anhin so lange im Dienst wie 2G. Zuverlässig, bis zum Eintritt in die wohlverdiente Pensionierung nach den Pandemie-Jahren.
3G leitet vieles in die Wege
3G war 20 Jahre lang weder Fisch noch Vogel: Besseres 2G (Qualität der Gespräche) und schlechteres 4G (Internet, aber mit viel Geduld). Es bediente die farbigen Minidisplays und erste Handykameras, die Fotos in Briefmarkengrösse lieferten. Oder «Fernsehen auf dem Handy»:
Rückblickend schlug 3G eine wichtige technische und kulturelle Brücke zwischen den Generationen und deutete sehr zurückhaltend an, wohin die Reise gehen könnte: zu den Smartphones.
4G setzt dem Smartphone die Krone auf
2013 ging 4G (LTE) an den Start. Jetzt wurde möglich, woran Swisscom knapp 10 Jahre vorher noch gescheitert war: Videostreaming in guter Qualität dank eines Breitband-Anschlusses für die Hosentasche.
Die Geräte dazu warteten bereits auf das neue Netz: Smartphones. Sie hatten die Welt auf den Kopf gestellt und 4G ist bis heute das Rückgrat dieser Revolution. Für Swisscom lag bei der Einführung von 4G der Fokus indes auf Autos.
5G bringt (ein paar Jahre) Entlastung im Netz
Jüngstes Kind der Mobilfunknetz-Generationen ist 5G mit einer Datenübertragung fast ohne Verzögerung (Latenz). Das ist wichtig bei Anwendungen des «Internets der Dinge». Stellen wir uns ein selbst fahrendes Auto vor: In einer kritischen Situation, in der das Auto einen Bremsbefehl über das Internet erhalten muss, machen einige Millisekunden Verzögerung schnell mehrere dutzend Meter aus.
5G hat seit der Einführung 2019 mehr Kapazität in die Handynetze gebracht, wird aber wie schon seine Vorgänger immer mehr unter der sich vervielfachenden Datenlast ächzen. 6G, die nächste Generation, wird ab 2030 wieder ein paar Jahre für eine Verschnaufpause sorgen.