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Abschaltung von 3G Frust für BMW- und Mini-Besitzer wegen Alarmsystem

Das automatische Notrufsystem funktioniert in vielen Autos nicht mehr. BMW Schweiz informierte viele Kunden erst spät.

Folgen der 3G-Abschaltung für Autobesitzer: Betroffen sind Kundinnen und Kunden vieler grosser Automarken, deren Fahrzeuge vor 2018 hergestellt wurden. Durch die Abschaltung des 3G-Mobilstandards für Internetverbindungen sind die vorhandenen Notrufsysteme, sogenannte eCall-Systeme, nicht mehr funktionstüchtig. Ein Aufrüsten auf neuere Standards ist bei den meisten Herstellern nicht möglich. Besonders ärgerlich: Viele BMW-Besitzerinnen und Mini-Besitzer wurden von BMW Schweiz erst Ende Dezember über den Schritt informiert, der einige Tage später durch die Swisscom erfolgt ist.

Die wichtigsten Fragen zur Abschaltung von 3G

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Mobilfunkmast vor verschneiten Bergen.
Legende: Mobilfunkantenne auf dem Nufenenpass imago/xZoonar.com/SonjaxWittkex

Wann wird was abgeschaltet?

Swisscom schaltet Anfangs 2026 schrittweise sein 3G-Netz ab. Sunrise hat das schon im letzten Sommer getan, Salt betreibt sein 3G-Netz noch bis mindestens Ende dieses Jahres.

Was ist davon betroffen?

Laut Swisscom läuft weniger als 1 Prozent des Datenverkehrs noch über 3G. Dazu gehören rund 200'000 Smartphones, aber auch andere internetfähige Geräte wie Smartwatches, Smarthome-Geräte, GPS-Tracker, Überwachungskameras und Alarmanlagen.

Wieso wird abgeschaltet?

Die frei werdenden Kapazitäten sollen für neuere Technologien genutzt werden. Im Vergleich zu 3G kann 5G viel mehr Daten senden, hat eine tiefere Latenz und braucht viel weniger Strom für dieselbe Menge Daten.

Wieso wechseln einige Hersteller jetzt auf 4G statt auf 5G?

Die Abdeckung ist beim 4G-Netz höher. Ausserdem ist 5G für industrielle Anwendungen noch zu teuer und es fehlt zum Teil an der Hardware.

Der Notruf im Lift zum Beispiel bräuchte eine dedizierte 5G-Mobilfunk-Indoor-Versorgungsanlage, die laut dem Verband Schweizerischer Aufzugsunternehmen in der Schweiz noch praktisch nicht verfügbar sei.

Wo bleibt eigentlich 6G?

Neue Techniken für besseren Mobilfunk werden fortlaufend entwickelt. Ungefähr alle zehn Jahre werden sie zu einem neuen Standard gebündelt und in Antennen und Geräte eingebaut. Der nächste Standard – 6G – soll ab 2030 zum Einsatz kommen.

Kurzfristige Information durch BMW Schweiz: Ein Mini-Fahrer macht gegenüber SRF seinem Ärger Luft: «Die sehr kurzfristige Kommunikation durch BMW stört mich. Und ich verstehe nicht, dass BMW in unseren Mini mit Jahrgang 2019 noch 3G-Module verbaut hat.» Eine andere BMW-Besitzerin sagt, dass sie sich darüber ärgert, dass es keine Möglichkeit gebe, um das System auf 4G umzurüsten. Schliesslich sei das automatische Notrufsystem einst ein Verkaufsargument gewesen.

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Das sagt das Bundesamt für Strassen Astra: Seit dem 31. März 2018 besteht sowohl in der Schweiz als auch in der EU die Pflicht, dass neu genehmigte Personen- und leichte Nutzfahrzeuge ab Werk mit einem automatischen Notrufsystem ausgestattet sein müssen. «Eine Pflicht zur Umrüstung bereits zugelassener Fahrzeuge besteht jedoch weder in der Schweiz noch in der EU.» Das heisst: Autos, deren eCall-System infolge der Abschaltung der 3G-Netze nicht mehr funktioniert, dürfen weiterhin herumfahren.

Das sagt BMW Schweiz: BMW Schweiz schreibt gegenüber SRF, der Entscheid der Mobilfunkbetreiber, 3G abzuschalten, liege nicht im Einflussbereich von BMW. «Die betroffenen Fahrzeuge wurden zum Zeitpunkt der Produktion mit der aktuellen Technologie ausgestattet.» Man habe Kundinnen und Kunden im letzten Quartal 2025 gestaffelt und über verschiedene Kanäle kontaktiert, um auf die Abschaltung von 3G aufmerksam zu machen.

Die fest verbaute SIM-Karte lässt keine Software-technische Lösung oder einen wirtschaftlich sinnvollen Austausch der SIM-Karte für ein Upgrade auf 4G zu.
Autor: BMW Schweiz

Der eher späte Zeitpunkt sei bewusst gewählt gewesen, um sicherzugehen, dass die aktuellen Halterinnen und Halter eines betroffenen Fahrzeugs die Information bekämen. Zur Frage, weshalb kein Umrüsten auf 4G möglich sei, schreibt BMW Schweiz: «Die SIM-Karte, die für den Verbindungsaufbau notwendig ist, ist ein Hardware-Element, das fest in der Telematik-Einheit integriert ist, welche wiederum mit allen Steuergeräten im Fahrzeug fest verbunden ist. Dieser Umstand lässt keine Software-technische Lösung oder einen wirtschaftlich sinnvollen Austausch der SIM-Karte für ein Upgrade auf 4G zu.» 

Welche Geräte sind von der 3G-Abschaltung betroffen: Nicht nur Fahrzeuge mit automatischem Notrufsystem sind teilweise von der jüngsten Abschaltung betroffen. Auch ältere Smartphones, Tablets und Smartwatches könnten betroffen sein, deren SIM-Karte auf 3G angewiesen ist. Ebenso Alarmanlagen und Überwachungskameras, aber auch Notrufsysteme für ältere Menschen, welche über ein 3G-Modul funktionieren. Notrufsysteme in Liftanlagen könnten ebenso betroffen sein und müssen auf 4G umgerüstet werden.

Espresso, 23.1.2026, 8:10 Uhr

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