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Neuer Olympia-Renndress Mit der richtigen Farbe zu Olympiagold

Jede Hundertstelsekunde zählt. Nicht nur auf die ideale Linie auf der Piste – auch auf den Renndress kommt es an. Dutzende geheime Tests im Windkanal helfen Swiss-Ski, den optimalen Renndress zu designen. Da ist es gut zu wissen, welche Farbe die schnellste ist.

An der Kleiderstange im Technologiecenter hängen zwei Modelle: ein ganz weisser und ein ganz dunkelblauer Renndress. Das sind die zwei Extreme, die Forschungsleiter Björn Bruhin von Swiss-Ski im Windkanal testen will: «Für die Olympischen Spiele gibt es immer einen neuen Anzug mit einem anderen Design und ohne Werbung. Und da wollten wir mal systematisch unterscheiden, was ist denn schneller, dunkel oder hell.»

Windkanal schon in den 70ern

Seit eineinhalb Jahren tüftelt Swiss-Ski hinter verschlossenen Türen am neuen Olympia-Dress. Das hat Tradition, denn vom Windkanal haben schon Marie-Theres Nadig und Bernhard Russi in den siebziger Jahren profitiert.

Die Stoffe und Schnitte optimiert Swiss-Ski schon seit Jahrzehnten. So auch beim kultigen Käsedress der 90er-Jahre. Für den heutigen Weltcup-Dress «Levada» setzte Swiss-Ski auf Bodyscans der Skicracks sowie zwei verklebte Hightech-Stoffe. Aber es geht immer noch einen Tick besser.

Weiss oder blau?

30 Sekunden in der Hocke bei 80, 100 sowie 120 Kilometern pro Stunde. Die Tests im Windkanal der Ruag in Emmen sind aufwändig. Die Testfahrerinnen und -fahrer machen dutzende Durchgänge in Blau und Weiss, denn die Differenzen beim Luftwiderstand sind klein. Aber klar messbar. Sie bewegen sich bei etwas unter einem Prozent.

Genauer will es Forschungsleiter Björn Bruhin nicht sagen, schliesslich ist die Konkurrenz auf den Olympiapisten von Bormio und Cortina gross. Umgerechnet auf die Lauberhorn-Abfahrt ergibt das über eine Sekunde. Aber da spielen ja auch noch das Wetter und der Schnee eine grosse Rolle.

Auf die Farbpigmente kommt es an

Wieso Weiss schneller ist, das lässt sich unter dem Mikroskop gut erkennen. Um den Stoff blau zu färben, werden Farbpigmente aufgedruckt. Diese winzig kleinen Punkte sieht man unter dem Mikroskop deutlich.

Nahaufnahme von blau-weissem strukturiertem Stoff.
Legende: Unter dem Mikroskop sieht man es deutlich: Die Farbpigmente im blauen Stoffteil rechts machen den Stoff etwas rauher und somit den Renndress langsamer. SRF

«Von Auge sieht man das nicht, aber diese Punkte machen den Unterschied, denn sie verändern die Oberflächenstruktur des Anzugs und machen ihn langsamer», erklärt Forschungsleiter Bruhin.

Rot-weisser Olympiadress – gewusst wie!

Das Weiss im rotweissen Olympiadress hat das Technikteam von Swiss-Ski darum nicht rein dekorativ verteilt, sondern sehr gezielt: Dort, wo der Wind in voller Stärke aufprallt, ist der Renndress weiss, an den weniger exponierten Stellen rot. So konnte Swiss-Ski den Renndress auch farblich optimieren.

«Eine, maximal zwei Zehntelsekunden bringt ein guter Renndress im Vergleich zu einem schlechten», so Forschungsleiter Björn Bruhin. Keine schlechte Ausgangslage für die Speedrennen der Schweizerinnen und Schweizer, in denen es ja oft um Hundertstel geht.

SRF 2, Sportpanorama, 01.02.2026 18:00 Uhr

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