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Die USA will erneut Astronauten zum Mond schicken
Aus Echo der Zeit vom 17.06.2019.
abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
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Neue Nasa-Mission zum Mond Wir kommen wieder, um zu bleiben

Es herrscht wieder Aufbruchstimmung: Die Nasa will erneut Menschen zum Mond schicken. Diesmal langfristig.

Der Countdown für die nächste Mondlandung läuft. Laut US-Vizepräsident Mike Pence sollen bereits in fünf Jahren Astronautinnen und Astronauten wieder auf dem Mond landen.

«Wir kommen zurück, um zu bleiben», heisst die neue Losung, die die Nasa für diese Mission vorgibt. Ein Nasa-Video mit dem Titel «We Are Going» erklärte die Absicht im Mai. Der Sprecher: William Shatner a.k.a. Captain Kirk aus der TV-Serie «Raumschiff Enterprise» – ganz ohne Pathos geht es dann doch nicht.

Auf dem Mond will man nun Langzeit-Erfahrungen sammeln für spätere bemannte Flüge ins All, vor allem zum Mars. Zu diesem Zweck sind gleich zwei Mondbasen geplant.

Der Mond als Zwischenstation

An dem Projekt sind die Europäische Raumfahrtorganisation Esa, Kanada, Japan, Europa, USA und Russland beteiligt. «Sie alle arbeiten seit längerem an einem Plan, um im Orbit des Mondes ein sogenanntes ‹Lunar Gateway› zu errichten», sagt Bernhard Hufenbach von der Esa. Eine Zwischenstation also.

Legende: Am Südpol des Mondes soll eine bemannte Raumstation entstehen. Visualisierung der europäischen Raumfahrtagentur ESA. ESA

Dieses «Lunar Gateway» ist eine Art Miniversion der Internationalen Raumstation ISS, wobei es den Astronauten und Astronautinnen zu Beginn nur einen kleinen Wohn- und Arbeitsraum bieten dürfte.

Bevorzugter Wohnort: Südpol

Auch auf dem Mond selbst soll eine Mondbasis entstehen. Eine «Lunar Field Station» soll die Forschung auf der Mondoberfläche vorantreiben. Geplanter Standort: der Südpol des Mondes.

Denn am Südpol haben einige Gebirge das ganze Jahr über Sonnenlicht. Das ist essentiell: Mit Sonnenlicht kann man Solarenergie gewinnen, ein Muss für menschliche Langzeitpräsenz auf dem Mond. Was auch für den Südpol spricht, sind Hinweise auf Wassereis, das in den tiefen Kratern der Berge lagern kann.

Legende: Am Südpol des Monds gibt es viel Sonnenlicht – Voraussetzung für eine menschliche Langzeitpräsenz. Aufnahme der Raumsonde Clementine aus dem Jahr 1994. NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio

Sauerstoff im Mondstaub

Sauerstoff gibt es praktischerweise auf dem Mond. «Nicht in der Luft, aber im Boden», sagt Klaus Slenzka von der deutschen Firma OHB, die unter anderem für die Esa forscht. «Der Mondstaub besteht zu 40 Prozent aus Sauerstoff. Wenn wir diesen Sauerstoff gewinnen können, haben wir zumindest etwas zum Atmen.»

Dazu muss man den Sauerstoff aus dem Mondstaub lösen, indem man den Staub beispielsweise stark erhitzt, auf über 1000 Grad. «Mit dieser Methode konnte die Nasa bereits kleine Mengen an Sauerstoff gewinnen», sagt Klaus Slenzka. Und das Verfahren dürfte noch verbessert werden.

Mit Sauerstoff liesse sich neben Atemluft auch Treibstoff gewinnen. «Die Treibstoffproduktion aus Sauerstoff und Wasserstoff wird in dem künftigen Freiluftlabor Mond Priorität haben», sagt Bernhard Hufenbach. Allerdings sei man von der Herstellung von Mond-Treibstoff noch weit entfernt.

Zeithorizont: Jahrzehnte

Esa-Experte Hufenbach erwartet von der ersten Mond-Mission, «dass die Astronauten sich in der Landefähre aufhalten und von dort Exkursionen durchführen, so ähnlich wie es bei Apollo der Fall gewesen ist.»

Das klingt wenig spektakulär. Doch sind sich die Experten sicher: Bis nur schon alles Equipment zum Mond geflogen ist, dürfte es Jahre dauern. Und bis Astronauten dort Raketensprit und andere Güter in Massen produzieren können, werden noch einige Jahrzehnte verstreichen.

Sendungen zur Mondlandung

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Mittwoch, 19. Juni 2019

Donnerstag, 20. Juni 2019

  • DOK: Die Mondlandung, 20:05 Uhr
  • Reporter: Moon Race 2.0 – Das Rennen zum Mond damals und heute, 21:05 Uhr
  • Einstein: Der Mond und wir, 22:25 Uhr

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Oliver Schaub  (Oliver Schaub)
    Man könnte all die Mondlandungszweifler und Flacherdler hochschicken, damit sie sich endlich von der Wahheit überzeugen können. One Way.
    1. Antwort von Chruti Da Goya  (Νικος)
      LOL, ich muss schon wieder lachen, bitte gerne!
      Kann ich meinen Hund mitnehmen? Der liegt gerade flach an der Erdkante, ich hoffe er faellt nicht runter...
    2. Antwort von Oliver Schaub  (Oliver Schaub)
      Klar. Nur Mäuse sind verboten da der Mond bekanntermassen aus Käse besteht.
  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Wozu?
    1. Antwort von David Arnold  (darnold)
      WD40, Isolationsscheiben, Winterreifen, Schaumstoff, Polsterung von Sportartikeln, Telemedizin, Gleit/Fallschirme, Digitalkameras: kommt alles aus der Raumfahrt. für mehr beispiele hilft google gerne.
    2. Antwort von Bingo Otaniger  (daebrueno)
      um den Mond zu zerstören, die Erde ist ja nicht mehr weit entfernt davon!
  • Kommentar von Tom Duran  (Tom Duran)
    Solange wie kein deutlich schnelleren Raketen hinbekommen, ist eine Zwischenstation hinfällig. Ich denke auch nicht das daraus innerhalb der nächsten 20 Jahre was wird. Wozu auch? Wir schicken ja auch kein Menschen dauerhaft in den Marianengraben nur weil es das bisher noch nicht gab. Und das wäre vergleichbar einfach gegenüber einer Mondbesiedlung. Schwerpunkt muss ein neuer Raumschiff-Antrieb sein der uns DEUTLICH schneller von A nach B bringen kann. Sonst hocken wir hier für immer fest ;-)