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Legende: BABS-Direktor Benno Bühlmann und Survival-Experte Christof Hagen SRF
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Blackout-Chat Spezial «Gehört in den Notvorrat auch eine Waffe mit Munition?»

BABS-Direktor Benno Bühlmann und Survival-Experte Christof Hagen haben Ihre Fragen zum Überstehen eines Blackouts beantwortet.

Experten im «Blackout»-Chat Spezial:

Benno Bühlmann
Direktor
Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS
www.babs.admin.ch, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen

Christof Hagen
Survival-Experte
SOS Survival Outdoor Schule
www.gosos.com, Link öffnet in einem neuen Fensterim Browser öffnen

Chat-Protokoll:

Moderator: Der «Blackout»-Expertenchat mit Benno Bühlmann und Christof Hagen ist offen. Der BABS-Direktor und der Survival-Experte freuen sich auf Ihre Fragen!

S.B.Montag, 02.01.2017, 19:35: was ist von lang haltbarer "Astronautennahrung" zu halten? Es gibt diverse Anbieter, wo man das online kaufen kann. Worauf ist dabeizu achten?

Benno Bühlmann: Die ist eigentlich nicht nötig und zu teuer. Im normalen Detailhandel gibt es heute lange haltbare Lebensmittel.

W.P.Montag, 02.01.2017, 19:37: Ab wann stellt der menschliche Geist auf Überlebensmodus um? Das heißt: essen, trinken, Verteidigung und Informationen. Wie kann man dem entgegenwirken und die Bevölkerung beruhigen?

Christof Hagen: der Überlebensmodus ist individuell und hat sehr viel mit der Lebenserfahrung zu tun. Die einen leben sehr bewusst, was um sie herum passiert, bei den anderen braucht es viel länger. Ein starker Einfluss besteht, wie man es direkt erlebt.

F.B.Montag, 02.01.2017, 19:38: Eigentlich gehört in den Notvorrat doch auch Benzin oder Diesel. Dass Gasflaschen nicht im Keller gelagert werden dürfen, ist klar. Gibt es für Benzin und Diesel auch spezielle Bestimmungen?

Benno Bühlmann: Für Privatpersonen lohnt es sich eine Gasflasche für den Gasgrill zu bevorraten, aber nicht Benzin oder Diesel.

S.M.Montag, 02.01.2017, 19:39: 9 Liter Wasser pro Person? Das dünkt mich enorm viel. So viel trinkt doch kein Mensch!

Benno Bühlmann: Das Wasser braucht man auch zum Kochen oder Waschen.

U.K.Montag, 02.01.2017, 19:41: Ich habe Zöliakie, glutenfreie Ravioli aus der Büchse kann ich nicht kaufen. Werden beim Bundesamt auch Überlegungen in diese Richting gemacht?

Benno Bühlmann: Kaufen Sie einfach gut haltbare Produkte die Sie vertragen; das müssen nicht Ravioli sein.

d.b.Montag, 02.01.2017, 19:44: Ist angedacht, die Wasserversorgung der Bevölkerung über Flüsse, Bäche und Quellen sicher zu stellen? In Bern kann man das Aarewasser ja praktisch trinken.

Benno Bühlmann: Es ist Sache der jeweiligen Wasserversorgung das geeignete Wasser zur Verfügung zu stellen; in der Regel wird es vorbehandelt.

I..3.Montag, 02.01.2017, 19:44: Wie lange ist in Flaschen abgefülltes Hahnenwasser haltbar?

Christof Hagen: Dies ist abhängig von der Sauberkeit des Flasche, das Material der Flasche (Plastik, Glas, Keramik), andererseits auf die Qualität des eingefüllten Wassers, zB Temperatur, etc. Wenn man Silber oder Chlordioxid beigibt, hält das Wasser mindestens 6 Monate. Achtung: die Dosierung genau beachten.

C.S.Montag, 02.01.2017, 19:44: Was passiert mit den Haustieren? Katzen könnte man ja zuhause lassen; aber kann man Hunde in den Zivilschutzkeller mitbringen?

Christof Hagen: Haustiere im privaten Keller darf man mitnehmen. In Öffentlichen muss man anfragen.

I.1.Montag, 02.01.2017, 19:45: Muss ich im Bedarfsfall meinen Notvorrat mit anderen Leuten teilen?

Benno Bühlmann: Man muss nicht. In einer Notfallsituation ist es aber wichtig, andern Betroffenen zu helfen im Sinne der Nachbarschaftshilfe, auch wenn die nicht so gut vorbereitet sind.

I.1.Montag, 02.01.2017, 19:46: Telefonfrage: Darf die Behörde mein privates Notstromaggregat im Notfall einziehen? Wenn ja, unter welchen Umständen?

Benno Bühlmann: Wird sie nicht. Vielleicht werden Sie aber angefragt, wenn die Behörde Bedarf hat.

H.H.Montag, 02.01.2017, 19:46: Gehört in den Notvorrat auch eine Waffe mit Munition?

Benno Bühlmann: Nein!

M.H.Montag, 02.01.2017, 19:47: Was soll denn das ganze Preppen bringen? Es zieht doch im Krisenfall niemand ernsthaft in den Wald?!?

Benno Bühlmann: Preppen ist aus Sicht des Bundesamts für Bevölkerungsschutz nicht sinnvoll.

H.H.Montag, 02.01.2017, 19:50: Ein Selbstverteidigungskurs sollte doch auch zur wirksamen Vorbereitung gehören. Auf die Polizei kann man sich doch nicht mehr verlassen, wenn ein Blackout alles lahm legt!

Benno Bühlmann: Auch im Falle eines Blackouts braucht es die polizeiliche Sicherheit, auch wenn die weniger weit gehen wird als im Normalfall. Viele Leute können sich nicht selber verteidigen.

P.K.Montag, 02.01.2017, 19:51: Wie verhält es sich mit der Versorgung mit Erdgas??

Benno Bühlmann: Gaskartousche oder 2. Gasbehälter für Gasgrill ist sinnvoll.

T.R.Montag, 02.01.2017, 19:53: Guten Abend, ist in Kathastrophensituationen die Unterkunft in Zivilschutzanlagen noch vorgesehen? Wenn ja: wie ist das Vorgehen, wenn diese durch Asylbewerber belegt sind? Gibt es eine Triage? Durch wen würde diese durchgeführt? DANKE für die spannende und informative Sendung :-)

Benno Bühlmann: Ja, ist so vorgesehen. Die zuständigen Behörden haben die Aufgabe die nötigen Unterkunftsplätze für die Bevölkerung sicherzustellen oder frei zu machen.

B..S.Montag, 02.01.2017, 19:54: Wie wäre es zeitliche Stromunterbrüche bewusst und gezielt in privaten haushalten einzuführen. z. B nach dem Mittag 14:00 - 16:00 ?

Benno Bühlmann: Das private Netz kann nicht einfach vom öffentlichen Netz getrennt werden; geht also nicht gut.

N.S.Montag, 02.01.2017, 19:54: Besonders vorbereitet zu sein scheint eine Domäne der Preppers zu sein. Wie schätzen Sie diese Tipps und Anleitungen ein? Übertriebener Fanatismus oder sind das durchaus wertvolle Tipps und Gedanken zur persönlichen Vorbereitung?

Benno Bühlmann: Ist übertrieben.

F.B.Montag, 02.01.2017, 19:54: Kann man aus Weltuntergangsserien wie "The Walking dead" etwas brauchbares für die eigene Krisenvorbereitung lernen?

Benno Bühlmann: Kenne ich nicht, vermute aber eher nicht.

M.K.Montag, 02.01.2017, 19:55: Angenommen der Stromausfall findet im Winter bei Minustemperaturen statt und man lebt in einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. Das Mehrfamilienhaus besitzt eine Gasheizung welche jedoch bei einem Stromausfall nicht mehr funktioniert. Einen Holzofen besitzen wir nicht. Wird die kälte dann nicht zum Problem? Wie ist es möglich zu heizen?

Christof Hagen: Ja, natürlich wird das ein Problem. Grundsätzlich ist es am besten, wenn man einen Raum definiert, möglichst der Kleinste, und diesen mit Körperwärme heizt. Ein Raum kann verkleinert werden mit Karton, und dann rundherum mit zB Wolldecken isolieren. Generell muss man den Tages Rhythmus ändern. Solange man sich bewegt, hat man genügend Wärme, sobald man sitzt, bekommt man kalt. Als eben, die Aktivitäten anpassen. Fall möglich, zB in einem Feuer draussen Steine zum Glühen bringen, und dann in den kleinsten Raum hineintragen, zB mit einer Schaufel.

E.D.Montag, 02.01.2017, 19:57: Ich ziehe dieses Jahr in eine Wohnung mit Minergie Standart. Wie ist werden wir einen Stromausfall erleben? Heizung, Lüftung... usw. alles hängt am Strom. Kein Chemine oder Schwedenofen. Wie könnten wir uns wärmen bei Stromausfall?

Benno Bühlmann: Die Sorge ist berechtigt. Vielleicht mit einem Gasgrill, aber Lüftung beachten. Ansonsten wird es kalt, dank Minergiehaus aber deutlich langsamer.Vielleicht lässt sich nachträglich ein Schwedenofen einbauen?

F.F.Montag, 02.01.2017, 19:58: Kann ich bei einem Blackout den Gasherd weiterhin benutzen oder ist dies nicht gewährleistet?

Christof Hagen: Mit grösster Wahrscheinlichkeit funktioniert dieser nicht mehr. Jedoch ein Campinggaskocher oder Benzinvergaserkocher ist eine gute Alternative.

Moderator: Der Spezial-Chat ist beendet. Besten Dank für Ihr Interesse! Weitere Fragen rund ums Thema Blackout werden im allgemeinen Chat beantwortet: http://www.srf.ch/kultur/wissen/blackout-chat-stellen-sie-ihre-fragen-zum-thema-stromausfall

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Was geschieht, wenn in der Schweiz der Strom tagelang ausfällt? Hintergründe, Videos, ergänzende Informationen und Experten-Chats zum Thema:

www.srf.ch/blackout

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Tolles Thema. Tolles Thema, vor allem für Buden, die Blackout Vorsorge und Weltuntergangsramsch verkaufen. Und natürlich für Klopapierproduzenten.
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was für eine stumpfsinnige Diskussion! Die CH Steuerzahlenden, unterhalten auch finanziell ein sündhaft teures BABS-Direktorium, um solche "Schwachheiten" zu erfahren, über eine Panikmacher-Hypothese, welche niemand vorhersagen kann. Wenn es passiert, ist die Bevölkerung sowieso aufgeschmissen, da die zuständigen Verantwortlichen, unfähig sind und sich - falls möglich - aus dem "Staub" machen, mit dem gut angelegten vielen Geld von uns......Da nützt auch keine Waffe....
  • Kommentar von Hans Haller  (panasawan)
    Die Fragen zeigen auch hier sehr deutlich, wie wenig wirklich bewusst es uns ist, was alles plötzlich nicht mehr funktioniert, wenn der Strom tatsächlich total ausfällt.