Wie eine Schwerkriminelle wird Susi abgeführt. An Händen und Füssen gepackt. Was Susi verbrochen hat? Sie ist abgehauen, ähnlich wie das jüngst ausgebüxte Pfauenpaar in Basel. 1999 hat das Känguru ganz Emmen LU in Aufruhr versetzt. Nicht zuletzt wegen der spektakulären Einfang-Mission.
Alles beginnt mit einem «Schweiz aktuell»-Beitrag. Es wird berichtet, wie das Känguru «Susi» nicht nur aus dem Zoo ausgebüxt ist, sondern seine «Gspändli im Stich gelassen» hat.
Ärger und Amüsement
Susi hat nicht im Alleingang agiert. Der Zoodirektor erzählt, dass das Känguru Hilfe bei der Flucht hatte. Fremde Menschen haben das Tor aufgebrochen.
Als dann die Anwohnerinnen und Anwohner zum Fall Susi befragt werden, antworten diese mit einer ordentlichen Portion Humor. «Wir haben sie sogar gejagt», sagt ein junger Mann. Doch Susi sei ihm durch die Lappen, denn «de Cheib isch schnell».
Der Beitrag lohnt sich alleine schon, weil ein armer Kameramann mit der Kamera durch das Feld hopsen musste, damit es so aussieht, als würden die Zuschauerinnen und Zuschauer die Perspektive des Kängurus einnehmen.
Live dabei bei der Verhaftung
Der «10 vor 10»-Beitrag am Folgetag beginnt schon fast «Aktenzeichen XY»-esk. Das Fahndungsbild wird bei der Anmoderation inklusive vollem Klarname – nämlich Susi – präsentiert.
Der Fall wird nochmals rekonstruiert: Susi haut ab. Eine Zeugin alarmiert die Polizei. Doch die Suche bleibt bis zum Folgetag erfolglos. Der entscheidende Hinweis kommt dann von einem Paar, welches das Känguru in ihrem Garten entdeckt hat.
Die eigentliche Verfolgungsjagd beginnt erst jetzt. Und das Schweizer Fernsehen ist sogar live dabei, als Susi eingefangen wird.
Ein Känguru im Schrebergärtli
Susi macht es den Menschen nicht leicht. Sie versuchen mehrmals, sie einzufangen. Die Bilder, die über den Bildschirm flimmern, sind ein Genuss. Im Hintergrund läuft der Soundtrack der australischen Fernsehsendung «Skippy, das Buschkänguru». Der sichtlich erschöpfte Zoodirektor Toni Röösli streicht sich den Schweiss von der Stirn.
Und was macht Susi? Susi hoppst durchs Schrebergärtli, während sie zwischen den Salatköpfen hervorschaut.
Ende der Tour
Insgesamt war Susi 30 Stunden in Freiheit. Danach folgen die eingangs beschriebenen Szenen: Susi wird an Händen und Füssen abgeführt.
Zum Schluss beweist Moderator Stephan Klapproth noch sein Moderationstalent mit einer eleganten Überleitung: «Etwas sprunghaft ist auch das Wetter morgen Abend.»