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«Alpefisch» von Andreas Neeser, Teil 4

Ein Roman in Aargauer Mundart als Schnabelweid Sommerlesung. Es liest der Autor Andreas Neeser, mit Musik von Belia Winnewisser.

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Der angehende Sonderpädagoge Chrigel Brunner und die Jus-Studentin Katrin lernen sich in der Universitätsbibliothek kennen und verlieben sich zaghaft ineinander. Beide tragen schon in ihrem jungen Alter einen schweren Rucksack voller Probleme mit sich herum. Traumatisiert durch sexuelle Gewalt und den plötzlichen Verlust des Bruders, panzern sie ihre seelischen Wunden mit Aggressivität, handeln sie irrational, schlagen sie Haken und Volten. Ihre Beziehung entwickelt sich zu einer ausweglosen Verstrickung aus Anziehung, Abhängigkeit und Abstossung. Es scheint, als könnten sie weder miteinander noch ohne einander leben. Bis Chrigel die Reissleine zieht. Mit einer präzisen und bildstarken Sprache, in der Mundart des Aargauer Ruedertals, blickt Andreas Neeser eindrücklich tief und mitreissend in die Innenwelten dieser beiden Versehrten.

Teil 4
Und wieder ist alles aus: Das als «letzte Chance» bezeichnete Rendez-Vous in der Pizzeria kommt gar nicht zustande. Zu gross ist der Druck für Katrin, keinen Fehler machen zu dürfen. Danach entlädt sich Wut und Hass.

Chrigel steigt auf den Pilatus «zum wider Graduusdänke». Hier oben war er vor sieben Jahren mit Vater und Bruder, kurz bevor der Bruder unter einem Lastwagen starb. Das Weiss des Nebelmeers, das Blau des Himmels: Ein Alpenfisch sollte man sein, der in diesen beiden Meeren schwadern kann, sinniert Brunner.

Katrin schreibt derweil Briefe an Chrigel, die sie nie abschickt; schreibt vom Freund des Vaters, der sie jahrelang missbraucht hat und wie sie ihn schliesslich gewaltsam loswerden konnte. Und plötzlich scheint es doch eine Zukunft zu geben für sie und Chrigel...

Buchtipp

  • Andreas Neeser: Alpefisch. Zytglogge Verlag 2020