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Begriffsvielfalt: Bild aus der Mundartausstellung Stans
Simon Leuthold
abspielen. Laufzeit 56:52 Minuten.
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«Heepä, gigele, gäitsche»: Mundartausstellung in Stans

Forschen, fluchen, fabulieren: Das Nidwaldner Museum in Stans widmet seine neuste Ausstellung ganz den deutschschweizer Mundarten. Sie bietet einen vielschichtigen audiovisuellen Rundgang.

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Im ehemaligen Salzmagazin Stans hat Ende Mai eine neue Ausstellung ihre Tore geöffnet. Unter dem Titel «heepä, gigele, gäitsche» zeigt das Nidwaldner Museum eine umfassende Rundschau über die deutschschweizer Mundarten. Vier sogenannte «Gäids» (Guides) geleiten die Besucherinnen und Besucher mit persönlichen Statements an Hörstationen durch die ganze Ausstellung hindurch. Ihre Beziehungen zur Mundart könnten kaum unterschiedlicher sein: Da ist einmal die ehemalige Radiofrau, die stets zu ihrem Nidwaldner Dialekt stand, auch wenn ihr vom Publikum deswegen Sprachkurse nahegelegt wurden, dann ein junger Mann, der trotz seines geringen Alters eine besonders urige Mundart pflegt, und da sind ausserdem noch ein Mundart-Theatermacher und eine Frau, die vor vielen Jahren aus Österreich zugewandert ist.

Die Themen, die die Ausstellung unter Anderem anhand der Voten dieser vier Gewährsleute abdeckt, sind breit gestreut: Es geht um die Gewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer beim Lesen und Schreiben von Mundart, um ihre Einstellung zur hochdeutschen Standardsprache – aber es geht vor allem auch um unsere emotionale Bindung zur Mundart.

Emotionales können wir in Mundart oft niederschwelliger und doch genauer ausdrücken als in der Hochsprache: Ein schweizerdeutsches Fluchwort vermag oft mehr auszudrücken als ein ganzer standarddeutscher Satz. Der emotionale Anteil an der Mundart ist damit aber noch nicht erschöpft. Weil sich die deutschschweizer Mundarten Regional so stark voneinander unterscheiden, sind sie auch ein enorm wichtiges Mittel, um zu zeigen, wo man dazugehört.

Aber auch die Mundartforschung in der Schweiz und ihre Geschichte ist ein zentrales Thema der Ausstellung. Und diese Geschichte ist eng mit dem Kanton Nidwalden verbunden: Eines der ersten umfassenden schweizerdeutschen Wörterbücher, die um das Monumentalprojekt des schweizerdeutschen Idiotikons herum entstanden, kommt aus Stans: Das «Idioticon (Nidwaldner Wörterbuch)» von Jakob Joseph Mathys. Das handschriftliche Original aus dem Jahr 1864 kann man in der Ausstellung bestaunen.

In der Sendung begeben wir uns auf einen Rundgang durch die Ausstellung. Wir sprechen mit Jacqueline Häusler, der Kuratorin der Ausstellung – unter anderem darüber, wie man Sprache überhaupt ausstellen kann.

Ausserdem erklären wir in dieser Schnabelweid die Begriffe «Wiggle» und «Corona-Koller», sowie den Familiennamen Gamma, und wir stellen den Band «D Hebamm vo Walzehuuse» mit Appenzeller Gedichten und Geschichten von Peter Eggenberger vor.

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