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«Einsam stirbt öfter. Ein Requiem» von Gesche Piening

Das Hörspiel erzählt von all denen, die vereinsamt leben, unbemerkt versterben und schliesslich von Amts wegen bestattet werden, weil niemand ihre Totenfürsorge übernehmen will oder kann.

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Eine Aussegnungshalle, eine Trauerfeier, ein Verstorbener - aber keine Trauernden. Einsam geworden, einsam gestorben. Von Fremden bestattet, von anderen nicht weiter bemerkt. Was ist da passiert? Gab es Familie? Freunde? Nachbarn? Einen Bäcker, der den Toten vermisst? Eine Briefträgerin, die feststellt, dass die Frau, die niemals Post bekam, nun auch nicht mehr die Wohnung verlässt?

Gesche Pienings Hörspieldebüt erkundet, was im Leben wirklich wichtig ist, und fragt: Was bleibt, wenn keiner zurückbleibt, der weint? Und: Wie müssen wir leben, um glücklich zu sterben?

Gesche Piening hat das Thema gründlich recherchiert, und so schimmert die Realität durch alle Spielszenen hindurch, meint man die O-Töne durch die Sätze der SchauspielerInnen zu hören.

Die extrem unterschiedlichen Biografien [], die mir bei der Arbeit an diesem Hörspiel begegnet sind, weisen alle starke Brüche auf. Sie erzählen von Armut, Ausgrenzung, Krankheit, gesellschaftlicher Verurteilung, Vereinsamung und Rückzug. Die Trauerfeiern, die am Ende dieser Leben stehen, sind so ziemlich das Einsamste, was ich bisher erlebt habe. Die ausbleibenden nahestehenden Trauernden, die ungeweinten Tränen lassen erahnen, wie einsam und bindungslos das Leben der Verstorbenen am Ende war. (Gesche Piening)

Im letzten Juni hat Thomas Kretschmar im Rahmen der Sendung Artmix.Galerie vom Bayerischen Rundfunk mit Gesche Piening über ihr Hörspiel gesprochen. Sie können das Gespräch hier nachhören. Auch das Hörspiel ist vom BR online zum Nachhören bereit gestellt.

Mit: Mareike Beykirch (Angehörige 2), Stephan Bissmeier (ein Toter/ein Nachbar), Katja Bürkle (Geschichten und Stimmungsbilder), Peter Fricke (Nachbar von Herrn K), Ercan Karacayli (Angehöriger 1), Sylvana Krappatsch (eine Nachbarin), Jeannette Kummer (Chor A), Christopher Mann (Krankenwagenfahrer), Raphaela Möst (Expertin für einsame Tode), Wolfgang Petters (Chor B), Uta Rachov (Kollegin von Frau C/Trauerbegleitung für Herrn K), Friedrich Schloffer (Vermieter), Johannes Silberschneider (entfernter Bekannter von Herrn K), Georgia Stahl (Vormund von Frau C/noch entferntere Bekannte von Herrn K), Harry Täschner (der Friedhofsaufseher), Xenia Tiling (Tagebucheintrag Elisabeth), Ulrich Zentner (Chor C) und Stephan Zinner (Angehöriger 3)

Musik: Maasl Meier und Marja Burchard - Tontechnik: Winfried Messmer, Michael Krogmann und Daniela Röder - Regie: Gesche Piening - Produktion: BR 2020 - Dauer: 52'