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«Geborgensein im Suchen – Eine Begegnung mit der Schriftstellerin Ilse Helbich» von von Janko Hanushevsky

Im Hörspiel am Karfreitag spricht die hundertjährige Wienerin Ilse Helbich über ihr Leben – klar, berührend, anregend. Eine «Akrobatin der Erinnerung» wurde sie genannt. Dabei ist ihre poetisch geformte autobiografische Literatur weit mehr als ein Blick zurück in längst vergangene Zeiten.

Radikal und ohne jede Nostalgie stellt sich Ilse Helbich, geboren am 22. Oktober 1923, den Erfahrungen ihres Lebens. Als Tochter aus einer erfolgreichen Wiener Unternehmerfamilie erfüllte sie gehorsam die Frauenrolle, die für sie in der konservativen Wiener High Society vorgesehen war. Sie heiratete einen einflussreichen Mann, gab ihren Job auf und bekam fünf Kinder. Mit 60, als die Kinder aus dem Haus waren, beendete sie ihre unglückliche Ehe und begann zu schreiben. Sie suchte zurückblickend die Konfrontation mit dem Erlebten, um sich ihre eigene Freiheit zu erschreiben.

Im Alter von 80 Jahren veröffentlichte Ilse Helbich ihr erstes Buch. Seither sind zahlreiche Bände erschienen, und sie gilt als wichtige Stimme der österreichischen Gegenwartsliteratur. Ihre Texte, schreibt Helbich, wollen Trittsteine sein, auf deren Festigkeit der Leser sich verlassen kann. Trittsteine über wässriges Terrain.

Der Musiker und Radiomacher Janko Hanushevsky besuchte Ilse Helbich kurz vor ihrem 100. Geburtstag in Wien und begegnete einer Frau, die immer noch unterwegs ist ins Unbekannte. Eine Suchende, die sich schonungslos den grossen Fragen des Lebens stellt.

Mit: Ilse Helbich, Janko Hanushevsky, Claudia Mischke (Sprecherin)

Dramaturgie: Sabine Küchler - Komposition, akustische Einrichtung und Regie: Janko Hanushevsky - Produktion: DLF 2023 - Dauer: 50'

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