Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

19.04.2026, 08:30 Uhr Schürt KI religiösen Fundamentalismus?

Ein herziges Lämmchen in der Bibel-App, das Ratschläge gibt. KI gesteuert. Der spirituelle KI-Chatbot. Oder KI-Agenten, die gar eine eigene Religion gründen. Die KI geht auch an der Religion nicht vorbei. Wo lauern Gefahren, etwa der Radikalisierung? Und wo kann KI nützlich sein?

Legende: Bild: KI-Bild: Adobe Stock/Mr. Hatch

Je extremer, desto besser. Nach diesem Prinzip funktionieren die Algorithmen von Instagram, Youtube, Tiktok und Co. Religiöser Fundamentalismus wird so eher verbreitet als moderate Positionen. Doch wie sieht’s aus bei der KI? Fragt man ChatGPT und Co etwas nach der Stellung der Frau im Koran, erhält man eine differenzierte Antwort. Doch eine neue Untersuchung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe (Prompting the Qur’an) zeigt auch, dass die KI wenig Raum lässt für verschiedene Interpretationen – und kaum Inhalte aus feministischer oder humanistischer Koran-Interpretation zitiert. Zudem sind im Netz traditionalistische und fundamentalistische Interpretationen von Islam und Christentum weit verbreitet – und daraus speist sich die KI. Christliche Apps wie Hallow werden zudem gefördert und finanziert von US Vizepräsident JD Vance und Tec-Gigant Peter Thiel, die konservative bis weltverschwörerische Positionen vertreten. Was also passiert, wenn Menschen ChatGPT und andere Large Language Models nach religiösen Inhalten befragen? Schürt die neue Technologie religiösen Fundamentalismus? Oder kann sie als Instrument für religiöse Bildung und spirituelle Horizonterweiterung dienen?

In Perspektiven sprechen wir mit:
• Professor Beth Singler, Religionsanthropologin an der Universität Zürich, Co-Direktorin der Forschungsschwerpunkts «Digital Religion(s)»
• Dr. Ibrahim Aslandur, Koranwissenschaftler und Religionspädagoge, forscht an der Pädagogischen Hochschule u. a. zu Hermeneutik und Bildung in digitalen Räumen.


Autorin: Nicole Freudiger

Mehr von «Perspektiven»