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Oliver Nachtwey ist Ökonom und Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel.
SRF/Karoline Arn
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Oliver Nachtwey: Kritisches Denken oder Verschwörungstheorien?

Die Massnahmen gegen die Corona-Pandemie kamen schnell und waren einschneidend. Sie haben die Gesellschaft gespaltet – zu Polarisierung geführt. Der Soziologieprofessor Oliver Nachtwey hat die Bewegung der sogenannten Querdenker untersucht sowie die Radikalisierung der des Kritischen Denkens.

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Plötzlich sprachen beste Freundinnen nicht mehr miteinander. In der Familie konnte ohne Streit nicht mehr über Corona gesprochen werden: Viele kennen diese Spannungen, die mit der Pandemie entstanden. Sind die Massnahmen übertrieben? Nützt oder schadet die Impfung? Stundenlang wurden Fragen wie diese diskutiert, die die Gesellschaft spalteten.

Für ihr Buch «Gekränkte Freiheit» haben Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey Demonstrationen besucht und mit Menschen gesprochen, die sich gegen die Corona-Massnahmen gewehrt haben. Personen, die sich bis zur Pandemie nicht besonders kritisch gegenüber der Politik oder der Wissenschaft zeigten, die sich immer weiter radikalisierten.

Woher kommt diese grundsätzliche Kritik an Massnahen? Werden die gesellschaftlichen Gräben wieder überwunden? Oliver Nachtwey sagt, viele Menschen mussten sich als Individuum erst gewahr werden, wie abhängig sie von der Gesellschaft sind. Die durch die Pandemie veränderte Abhängigkeitslage der Menschen hatte einen gewichtigen Zusammenhang mit ihrer Reaktion auf die Massnahmen. «Das Gespräch über die Gräben hinweg beginnt aber wieder – als wichtige Voraussetzung von Kompromissbereitschaft.»

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