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Wenn das Fitness Studio zur Bühne des Wahns wird

In «Gym» führt die deutsche Autorin Verena Kessler in ein selten literarisiertes Terrain. Ein Fitnessstudio, in dem eine mollige junge Frau zwischen Hanteln, Proteinshakes und Körperkult den Bezug zur Realität verliert und zeigt, wohin Perfektionsdruck führen kann.

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Mit «Gym» betritt die deutsche Autorin Verena Kessler erzählerisches Neuland. Ihr Roman spielt fast vollständig in einem Fitness Club. Im Zentrum steht eine junge Frau, die in einem fiktiven Studio an der Bar arbeitet und sich zunehmend vom Sog der Trainingswelt erfassen lässt. Was als neugieriges Mitmachen beginnt, wächst sich zu einer Obsession aus. Zwischen Gewichten, Spiegelwänden und Leistungsdruck verschwimmen für sie die Grenzen zwischen Selbstoptimierung und Selbstverlust. Der Wahn nimmt zu und mündet schliesslich in Gewalt.

Während die Protagonistin im Roman immer tiefer in die Fitnesswelt abgleitet, boomt diese auch in der Realität: In der Schweiz besitzt inzwischen über 15 Prozent der Bevölkerung ein Fitnessabonnement. Kesslers Roman trifft damit einen Nerv unserer Zeit und zeigt, wohin dieser Körperkult führen kann. Im Treffpunkt sprechen wir über dieses wachsende Phänomen und seine Folgen.

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