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Feiertagskino Ein Wochenende, fünf Stimmungen: Die perfekte Oster-Filmliste

Fünf Filme für ein langes Wochenende, das mehr verlangt als nur Schokolade: von eskapistisch bis verstörend, von tanzend bis atemlos. Eine Auswahl für alle Stimmungen, die zwischen Feiertagsruhe und Fluchtgedanken entstehen.

Weil Entscheidungsfindung an Feiertagen bekanntermassen überschätzt wird, kommen hier fünf Filme für fünf sehr unterschiedliche Stimmungen. Quasi das filmische Pendant zur gemischten Schokoladenpackung, bei der ohnehin niemand vorher weiss, was drin ist.


1. Für den Teil, der an Wunder glauben will:
«Billy Elliot – I Will Dance»

Ein Junge will tanzen, und die Welt sagt: lieber nicht. Doch er tut es trotzdem. Irgendwann stellt sich dieses seltene Gefühl ein, dass alles gleichzeitig leicht und bedeutend ist. Kein Zynismus, kein doppelter Boden, nur die hartnäckige Idee, dass Leidenschaft etwas verändern kann.

2. Für den Teil, der findet, dass Reichtum endlich mal lächerlich aussehen sollte: «Triangle of Sadness»

Ein Film, der mit sichtbarer Freude daran arbeitet, sehr schöne, sehr reiche Menschen in sehr unangenehme Situationen zu bringen. Es geht um Status, Oberflächlichkeit und die brüchige Illusion von Kontrolle und das alles mit der Subtilität eines gut gezielten Sturms auf hoher See. Man lacht, ein wenig zu laut vielleicht, und ist sich nicht ganz sicher, ob man eigentlich mitgemeint ist.

3. Für den Teil, der eigentlich am Strand sein sollte: «Rivalen unter der Sonne»

Man sieht diesen Film nicht wegen der Handlung. Oder zumindest nicht nur. Man sieht ihn, weil Ursula Andress darin so wirkt, als hätte das Kino sie erfunden. Ein Film wie ein Cocktail: ein bisschen zu süss, ein bisschen zu stark, aber genau richtig für den Wunsch, sich treiben zu lassen.

4. Für den Teil, der Spannung braucht (weil die Familie zu entspannt ist): «16 Blocks»

Bruce Willis bewegt sich durch den Film, wie er es am besten kann: ein wenig müde, ein wenig beschädigt, und gerade deshalb überzeugend. Es geht um Zeit, Verantwortung und die seltsame Tatsache, dass selbst kleine Entscheidungen plötzlich Gewicht bekommen. Schlank, direkt, ohne Geduld für Umwege. Ein Gegenmittel zu langen, ereignisarmen Nachmittagen.

5. Für den Teil, der denkt, Ostern dürfe auch ein wenig wehtun: «Das weisse Band»

Kein bequemer Film. Und genau deshalb gehört er hierher. Streng, kühl, beinahe unerbittlich und dennoch von einer eigentümlichen Sogwirkung. Eine Geschichte über Schuld, Autorität und das Unheimliche im Alltäglichen. Während die anderen Filme trösten, stellt dieser Fragen. Und manchmal ist genau das die passendere Geste.

Und am Ende läuft es ohnehin immer gleich: Man nimmt sich fest vor, «nur kurz reinzuschauen», bleibt hängen, schaut noch einen zweiten Film «zum Vergleich» und stellt irgendwann fest, dass Ostern auch sehr gut im Halbdunkel des Wohnzimmers funktioniert. Die Spaziergänge können warten. Die Schokolade nicht. Und die Filme sowieso nicht.

«Das weisse Band», SRF 1, 27.03. 23.50 Uhr ; 

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