Bun di! (Das heisst «Guten Tag»)
Bei uns in Scuol im Kanton Graubünden sprechen wir die seltenste Landessprache der Schweiz: Rätoromanisch. Bei uns heisst das «Rumantsch». Nur rund 60'000 Personen in der Schweiz sprechen Rätoromanisch – das sind etwa 0.5 bis 0.7 Prozent der ganzen Bevölkerung. Das kann ein Vorteil sein: Wenn wir zum Beispiel in den Ferien sind und wissen, dass uns sehr wahrscheinlich niemand um uns herum verstehen kann!
Aber Achtung – unsere Sprache hat fünf verschiedene Idiome, vergleichbar mit Dialekten. Der Unterscheid zu den Dialekten ist aber, dass wir Leute mit einem anderen Idiom manchmal gar nicht verstehen, weil sie so anders reden als wir.
Bist du gwundrig, wie unterschiedlich die Idiome wirklich sind? Hier ein paar Beispiele:
Welche anderen Eigenschaften Rätoromanisch noch besonders machen, kannst du dir in unserem Beitrag für die «SRF Kids News» anschauen. Da zeigen wir dir anhand dieser Karte, wie sich die verschiedenen romanischen Idiome im Kanton Graubünden verteilen:
-
Bild 1 von 3. Wusstest du eigentlich, dass der Kanton Graubünden flächenmässig der grösste Kanton der Schweiz ist? Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
-
Bild 2 von 3. Die fünf Idiome werden in fünf verschiedenen Regionen gesprochen. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
-
Bild 3 von 3. Gewisse Wörter sind in den Idiomen ähnlich – andere komplett verschieden. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
Linard Martinelli erzählt uns, dass Rätoromanisch eine bedrohte Sprache ist – sie wird immer weniger gesprochen. «Es ist wichtig, dass wir die Sprache auch an die nächste Generation weitergeben, auch wenn wir im Alltag viel Deutsch brauchen.» Linard Martinelli arbeitet für die «Lia Rumantscha», ein Verband, der sich dafür einsetzt, dass Rätoromanisch gefördert wird, sodass die Sprache uns noch lange erhalten bleibt.
-
Bild 1 von 4. Linard Martinelli setzt sich bei der Lia Rumantscha für unsere Sprache ein. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
-
Bild 2 von 4. Die Sprache soll nicht aussterben und in der Schweiz gefördert werden. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
-
Bild 3 von 4. Neben der Sprache gibt es im Engadin auch noch mehr Eigenheiten – zum Beispiel unsere Engadiner Häuser mit solchen Verzierungen an der Fassade. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
-
Bild 4 von 4. Solche Häuser sind auch auf unserem Kleber für den SRF Kids Koffer zu sehen. Bildquelle: SRF Kids / Damian Haas.
Falls du einmal einen Ausflug nach Graubünden machst, kannst du übrigens statt «Hallo!» ganz einfach «Allegra!» sagen – so grüsst man sich auf Rätoromanisch.
Und statt «Tschüss» sagen wir: «a revair!»