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«SRF Kids Reporter:in» Hypnose – Superkraft oder Hokuspokus?

In Trance verfallen und ins Unterbewusstsein eintauchen: Kinderreporterin Loana (12) lässt sich hypnotisieren und versetzt sich dabei in die Haut eines ganz speziellen Tiers.

Vielleicht kennst du das aus Filmen: Eine Person sitzt und schaut einem Pendel nach. Nach einer Weile verfällt sie in einen Trancezustand. Dann beantwortet sie Fragen, macht skurrile Bewegungen oder fühlt sich plötzlich so, als wäre sie ein Tier. Mit einem Fingerschnips ist sie zurück in der Realität. Es wirkt fast wie Zauberei. Ist es Zauberei? Das fragt sich Kinderreporterin Loana (12) und sucht Antworten.

Dafür besucht sie zusammen mit SRF Kids Reporterin Laura Hypnosetherapeutin Sigrùn Kocher in ihrer Hypnosepraxis in der Stadt Bern. Sigrùn schafft es, mit ihrer Stimme Menschen in Trance zu versetzen. Um Zauberei handle es sich dabei aber nicht:

Ich bin keine Zauberin, ich kenne einfach ein paar Tricks.
Autor: Sigrùn Kocher Hypnosetherapeutin
Eine Frau lacht in die Kamera und hält dabei ihre Hand hoch.
Legende: Sigrùn ist Hypnosetherapeutin. Zu ihren Patient:innen gehören nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder. SRF Kids / Fabienne Troxler

Loana hat sich vor ihrem Besuch bei der Hypnosetherapeutin viele Gedanken gemacht:

Ich habe ein Video aufgenommen, in dem ich alles Wichtige über mich sage, weil ich Angst habe, dass ich nach der Hypnose nicht mehr weiss wer ich bin.
Autor: Loana (12) SRF Kids Kinderreporterin

Diese Angst sei unbegründet: «Das 'Schlimmste', was passieren könnte, wäre, dass du einschläfst», sagt Sigrùn. Und wie steht's um Geheimnisse? «In der Hypnose ist man immer bei Bewusstsein. Man kann also immer selbst entscheiden, was man sagt und was nicht. Geheimnisse ausplappern tut man also nicht», sagt Sigrùn.

Was passiert im Hirn?

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Während der Hypnose geht man in den Zwischenstatus von Wachsein und Schlafen. Das Hirn beginnt dann anders zu arbeiten. Die Hirnfrequenzen arbeiten leicht langsamer. So sind wir aufnahmefähiger als im Wachzustand.

Normalerweise achtet das Gehirn auf viele Dinge gleichzeitig. Bei Hypnose konzentriert man sich stark auf eine Sache und blendet die anderen Dinge aus. Die Teile im Hirn, die für Entspannung und Kreativität zuständig sind, werden aktiver und die Bereiche für Ablenkung werden ruhiger.

Damit Loana sich langsam an die Trance herantasten kann, macht Sigrùn mit ihr sogenannte Leerhypnosen. Das sind Hypnosen, mit denen kein spezifisches Ziel erreicht werden soll. Hier zwei Beispiele:

Ein Finger, der wächst

Ein Zeigefinger sei immer etwas kürzer, sagt Sigrùn. Auf diesen Finger fokussieren sich jetzt Laura und Loana. Sie werden von Sigrùns Stimme durch eine Fantasiereise geführt. Nach einigen Minuten öffnen sie die Augen. Und dann die Überraschung: Die Zeigefinger sind nun gleichlang.

Eine Hand, die schwebt, und eine, die zu Boden gezogen wird

Loana hält ihre Hände auf gleicher Höhe. Die rechte Handfläche zeigt nach unten und die linke Handfläche nach oben. Dann schliesst sie die Augen. Sigrùn leitet sie an, sich Gewichte auf der linken Handfläche vorzustellen. Die rechte Hand wird von einem imaginären Heliumballon getragen. Loana öffnet die Augen und tada, die Hände sind nicht mehr auf einer Höhe.

Loana wird zum Gecko?!

Nun ist Loana startklar für die richtige Hypnose. «Ich möchte herausfinden, wie sich meine Geckos fühlen. Haben sie Angst, wenn ich ins Zimmer komme? Mögen sie es, wenn ich sie in den Händen halte?», fragt Loana. «Du möchtest also spüren, wie es sich anfühlt, in der Haut eines Geckos zu sein? Das machen wir», sagt Sigrùn.

Sigrùn klebt einen Punkt auf ihren Zeigefinger. Mit diesem fährt sie langsam vor Loanas Gesicht von rechts nach links und von oben nach unten umher. Loana folgt mit ihren Augen dem Finger. Dann schliesst sie ihre Augen. «Stell dir einen Ort vor, an welchem du dich besonders wohl und geschützt fühlst», sagt Sigrùn.

Reise in eine andere Welt

Nach einer Weile leitet Sigrùn Loana an, mental ihren drei Geckos gegenüberzustellen. Im nächsten Schritt soll sich Loana möglichst gut in die Haut der Geckos hineinfühlen. Von den Fingern mit Saugnäpfen bis in den langen Schwanz soll sich Loana den Gecko Körper im Innern vorstellen.

Nach einer Weile zählt Sigrùn von eins bis fünf. Eins..zwei..drei..vier..fünf Fingerschnips. Loana öffnet ihre Augen und kommt zurück.

«Es hat sich angefühlt, als wäre ich in einer anderen Welt. Ich war im Terrarium und wurde in die Hände genommen», sagt Loana nach der Hypnose.

Eine ganz neue Verbindung?

Loana hat die Aufgabe, das nächste Zusammentreffen mit ihren Geckos zu dokumentieren. Dafür sendet sie Laura eine Sprachnotiz. Kleiner Spoiler: «Ich spüre die Verbindung noch nicht so ganz, aber vielleicht kommt es ja noch», sagt Loana.

Drei Geckos liegen auf einem Stein.
Legende: Das sind Loanas Geckos Schuschu, Aurigo und Flips. ZVG

Wurdest du schon mal hypnotisiert? Oder möchtest du es mal ausprobieren? Erzähl uns davon im «Treff».

Dein Abenteuer bei «SRF Kids Reporter:in»

Du hast eine Idee für «SRF Kids Reporter:in»? Dann nix wie los und erzähl uns davon! Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Schicke eine Nachricht an 076 317 44 44
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Das SRF Kids Team ist gespannt auf deine Ideen!

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