Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Filmo sorgt für mehr Schweizer Streaming-Präsenz abspielen. Laufzeit 03:24 Minuten.
Aus Kultur vom 30.01.2019.
Inhalt

54. Solothurner Filmtage «Wir wollen die Schweizer Filmgeschichte wiederbeleben»

Die Edition Filmo will vor allem jungen Zuschauern Schweizer Film-Klassiker schmackhaft machen.

«Streaming-Dienste machen Geld mit Neuheiten. Nicht mit Klassikern», sagt Florian Leupin von der Edition Filmo. Deshalb sind gerade Schweizer Filmperlen auf den Video-On-Demand-Plattformen kaum vorhanden.

Das Label will genau das ändern. Es platziert Schweizer Filmklassiker auf Teleclub, iTunes, upc, cinefile, leKino und Sky. An den Solothurner Filmtagen wird das Projekt der Branche vorgestellt.

An wen richtet sich Filmo?

Die Zielgruppe von Filmo ist die gesamte Schweizer Bevölkerung. Besonders junge Menschen wolle man erreichen. «Ihnen zeigen, dass die Schweiz durchaus eine Filmgeschichte hat. Und dass viele Themen von früher noch immer aktuell sind», sagt Leupin.

Der Bund plant eine Plattform

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Auch das Bundesamt für Kultur (BAK) will Schweizer Filme retten. Verfolgt aber eine andere Strategie: Im Gegensatz zu Filmo will es eine eigenen Plattform erstellen. Nach dem Vorbild des Streaming-Giganten Netflix.

Die Schweizer Version soll frühestens 2024 lanciert werden. Noch steckt das Projekt in der Planungsphase. Rechte müssen geklärt werden. Nach Möglichkeit soll die Nutzung der Plattform kostenlos sein, sagt Ivo Kummer, Leiter der Sektion Film beim BAK, zu SRF. Denn die Bevölkerung habe die Filme ja bereits durch ihre Steuern finanziell unterstützt.

Die Werke sollen dort zugänglich werden, wo die Leute heute Filme schauen: auf bestehenden Streaming-Plattformen. «Wenn wir eine eigene Plattform aufbauen würden, würden wir nur eine kleine Gruppe Eingeweihter bedienen», erklärt Leupin.

Was macht Filmo?

Alte Filme für Online-Plattformen aufzubereiten, ist nicht einfach. Erst müssen die Rechte geklärt werden. Im Namen der Rechteinhaber verhandelt Filmo dann mit den Plattformen. «Diese fanden unsere Idee von Anfang an gut», sagt der Projektleiter.

Zahlreiche Filme müssen ausserdem aufwendig digitalisiert werden. Zusätzlich werden für jedes Werk Untertitel in den Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch erstellt.

Doch wenn die Filme auf der Plattform sind, ist die Arbeit nicht abgeschlossen. «Alte Filme haben es bei Video On Demand oft schwer», sagt Leupin. Sie werden in eine Unterkategorie geschoben, wo sie in der Regel unter all den Blockbustern untergehen.

Dem will die Edition Filmo entgegenwirken. Sie sorgt dafür, dass die Filme gut sichtbar bleiben. Und sie erstellt Zusatzmaterial, das die Filme schmackhaft machen soll.

Wer wählt die Filme aus?

Welche Filme gefördert werden, entscheiden Branchenkennerinnen und -kenner. Filmo fragt diese an. Jede und jeder darf anschliessend zehn Schweizer Filme aussuchen, die er oder sie für besonders wertvoll hält. Zur Auswahl stehen Dokumentar- und Spielfilme, die mindestens zehn Jahre alt sind.

Die Experten sind gleichzeitig Botschafter der kuratierten Filme. Sie begründen ihre Wahl auf der Filmo-Website, die Anfang Juni aufgeschaltet wird.

«Gerade für ein jüngeres Publikum sind die Experten-Meinungen aber vielleicht nicht Grund genug, einen Film zu schauen», sagt Leupin. Deshalb hat er Film-Studenten der Kunsthochschule ECAL (École cantonale d'art de Lausanne) ins Boot geholt. Sie produzieren kurze Clips zu den einzelnen Filmen und erzählen, was ihnen an den Werken gefällt.

Welche Filme werden gezeigt?

An den Solothurner Filmtagen werden fünf Filme aus der Edition gezeigt: «Die letzte Chance» (Léopold Lindtberg 1945), «Der 10. Mai – Angst vor der Gewalt» (Franz Schnyder 1957), «Das Boot ist voll» (Markus Imhoof 1981), «War Photographer» (Christian Frei 2001) und «Das Fräulein» (Andrea Staka 2006).

Szene aus einem alten Film: ein Mann von vorne, einer von hinten.
Legende: Ist in der Auswahl von Filmo: «Die letzte Chance» von Léopold Lindtberg aus dem Jahr 1945. mauritius

Im Juni sollen diese und weitere fünf Filme auf den Plattformen hochgeschaltet werden. Zwei weitere Pakete sollen noch dieses Jahr folgen. In den nächsten Jahren sollen jeweils vier Pakete erscheinen.

Die Finanzierung des Projekts ist für drei Jahre gesichert. Ein Förderfonds der Migros-Gruppe ermöglicht Filmo. Träger des Projekts ist ein gemeinnütziger Verein. Reaslisiert wird es von den Solothurner Filmtagen. Gewinne werden mit der Edition Filmo keine erzielt. Sie hat ein anderes Ziel: «Wir möchten die Schweizer Filmgeschichte wiederbeleben», sagt Florian Leupin.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hanspeter Zaugg  (rägetag)
    Die Plattform ist zu begrüssen, Ich für meinen Teil bin Froh dass ich eine sehr grosse (Schweizer)filmsammlung besitze. Schön ist das SRF CH Filme immer wieder bringt somit ist die Qualität jeweils besser als auf DVD.
    Die Plattform wird ein Nischenprodukt bleiben. Auch ist 2024 etwas zu spät?
    (Neue Technologien )
    Wie immer Gilt Hrn Schweizer und seinem Team grosser Dank für die Top Restaurationen
    von Schweizerfilmklassikern
    Ablehnen den Kommentar ablehnen