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Neu im Kino «The Devil Wears Prada 2»: Dieser Teufel kommt nicht aus der Mode

Meryl Streep ist zurück als unwiderstehlich unausstehliche Chefin eines Modemagazins in dieser stilsicheren Fortsetzung.

«Das wäre dann alles», flötete Meryl Streep im ersten Teil von «The Devil Wears Prada» jeweils, nachdem sie ihre Assistentin heruntergeputzt hat. Als Miranda Priestly war sie die knallharte Herausgeberin des Modemagazins «Runway», die sich von ihrer Assistentin nicht mal den Namen merken wollte.

Zwei Personen mit Sonnenbrillen vor grauem Hintergrund.
Legende: Begegnen sich neuerdings fast auf Augenhöhe: Chefin Miranda Priestly (Meryl Streep) und ihre ehemalige Assistentin Andy (Anne Hathaway) Disney

Andy Sachs hiess die, war für ihre Chefin aber nur «eine von den Emilys». 20 Jahre später ist Andy – wieder gespielt von Anne Hathaway – zurück bei «Runway». Sie hat sich unterdessen zur renommierten Journalistin gemausert und soll dabei helfen, das ramponierte Image der Zeitschrift wieder aufzupolieren. Die Partnerschaft mit einem Modelabel hat einen Shitstorm ausgelöst – man hat zu spät gemerkt, dass es sich dabei um Fast Fashion aus Sweatshops handelt.

Dem Bürodrachen werden die Zähne gezogen

Nach wie vor hält Miranda Priestly zwar bei «Runway» die Zügel in der Hand, aber es hat sich viel verändert in den letzten zwei Dekaden. Wenn Priestly ihren Assistentinnen heute Mantel und Tasche auf den Tisch knallt, beschweren sich diese bei HR. Priestly wird dazu verdonnert, ihre Jacke selbst an den Kleiderbügel zu hängen.

Die Welt des Modejournalismus hat mächtig an Glanz verloren, man kämpft mit dem schwindenden Anzeigengeschäft. Den Verlag hat ein Yuppie übernommen, der Daunenwesten für den letzten modischen Schrei hält. Nun kürzt ein Heer von McKinsey-Beratern Miranda Priestlys Budget zusammen: Statt privaten Limousinen gibt’s nur noch Uber-Fahrten, nach Mailand fliegt man in der Touristenklasse und die Business-Lunches muss die Chefin in der Betriebskantine abhalten.

Der Film zeichnet ein ernüchterndes Bild des Journalismus: Zeitschriften sind von den Gnaden schwerreicher Besitzer abhängig – es bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, sich an einen möglichst wenig schlimmen Milliardär zu hängen.

Mitleid mit dem Teufel

Es ist gut, dass man sich mit der Fortsetzung von «The Devil Wears Prada» 20 Jahre Zeit gelassen hat. Dass die Welt sich in dieser Zeit so stark verändert hat, bietet massig Stoff für zeitgeistigen Humor: Ein rücksichtsloser Machtmensch wie Miranda Priestly steht in unserer Zeit von Achtsamkeitsseminaren für Führungskräfte ziemlich quer in der Landschaft.

Drei elegant angezogene Menschen in einem Büro.
Legende: Nach dem Imageschaden muss die Chefetage von «Runway» bei den Werbekunden zu Kreuze kriechen. Disney

«The Devil Wears Prada» lebt auch in der Fortsetzung weitgehend von Meryl Streep in ihrer Rolle als unbarmherzige Vorgesetzte. Ein Teufel ist sie inzwischen aber nicht mehr, sondern avanciert immer mehr zur Sympathieträgerin. So wie man fast alle Figuren inzwischen liebgewonnen hat.

Das war noch nicht alles

Neben den bekannten Figuren und Darstellerinnen – ausser Streep und Hathaway sind auch Emily Blunt und Stanley Tucci wieder dabei – gibt es einige hochkarätige Neuzugänge (Lucy Liu, Kenneth Branagh und Justin Theroux). Dazu kommen zahlreiche Gastauftritte von Stardesignern, Supermodels, Popstars und YouTube-Sternchen.

Frau im roten Kleid und Mann im Anzug auf rotem Teppich bei Veranstaltung.
Legende: In der Fortsetzung zeigt sich: Miranda Pristley ist in Wahrheit kein Teufel, sondern eine strenge Businessfrau mit dem Herz am rechten Fleck. Disney

«The Devil Wears Prada 2» schafft es, den bekannten Figuren neue Aspekte abzugewinnen. Auch die Fortsetzung ist eine gelungene Komödie, die zu unterhalten weiss – und das mit einer Miranda Priestly, die einem richtig ans Herz wächst, ohne dass die Figur ihren feurigen Esprit verliert.

Kinostart: 30.4.2026

Radio SRF 3, 30.4.2026, 09:15 Uhr.

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