Pokémon ist die einträglichste Medien-Franchise der Welt: Über die letzten 30 Jahre hat die Marke über 100 Milliarden US-Dollar allein im Einzelhandel eingespielt – hinzu kommen die Milliarden aus den Games, der Serie, den Kinofilmen und den Sammelkarten. Angefangen hat alles 1996 in Japan.
Das Game, mit dem alles begann
Sechs Jahre hatte der damals 30-jährige Satoshi Tajiri an seinem Game gearbeitet. Da er das Insektensammeln liebte, ging es auch in diesem Spiel um das Sammeln: Dafür hatten er und sein Team 151 einzigartige Kreaturen entworfen, die sogenannten Pocket-Monsters oder «Pokémon», die man fangen und gegeneinander kämpfen lassen konnte.
Am 27. Februar 1996 erschien sein Spiel für den Game Boy, publiziert von Nintendo. Die Japanerinnen und Japaner liebten es und Nintendo doppelte, wie damals in Japan üblich, direkt nach: Sie erweiterten die Franchise um eine Fernsehserie, ein Sammelkartenspiel und massenhaft Fanartikel. Das Pokémon-Universum war geboren – zumindest in Japan.
Ankunft in der Schweiz
In Europa kam der Hype erst drei Jahre später an. Lange war Nintendo gar nicht sicher, ob das Konzept im Westen überhaupt Anklang finden würde – Nintendo of America schlug sogar vor, das Design der Monster anzupassen, da sie viel zu süss seien – etwas «Cooles», vielleicht im Graffiti-Stil, würde dem Geschmack der Amerikaner besser passen.
Zum Glück wurde die Idee verworfen, und Pokémon wurde 1999 mit nur kleinen Anpassungen in den USA und Europa lanciert – und wurde auch hier zum Hit. Das Game ging so oft über den Ladentisch, dass es noch heute zu den meistverkauften Videospielen aller Zeiten zählt. Auf den Schulplätzen wurden fleissig Sammelkarten getauscht und die Fernsehserie läutete ein goldenes Anime-Zeitalter ein.
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Bild 1 von 8. Alles Pika? Die Nintendo-Mönsterchen warten auf Kundschaft. Pokémon-Center in Japan sind beliebte Reiseziele für Touristen. Bildquelle: IMAGO / Zoonar.
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Bild 2 von 8. Auch am Flughafen Narita gibt es einen Shop, vor dem die drei ersten Starterpokémon Schiggy, Glumanda und Bisasam die Reisenden begrüssen. Bildquelle: Tanja Eder / SRF.
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Bild 3 von 8. Viele kennen die Pokémon-Karten von früher vom Pausenhof. Heute spielt auch die nächste Generation mit den Karten. Bildquelle: IMAGO / Pond5 Images.
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Bild 4 von 8. Flauschig: In Plüschtierform haben die Pokémon in den letzten Jahrzehnten Eingang in unzählige Kinder-, Jugend- und Gamer-Zimmer gefunden. Bildquelle: Getty Images / CFOTO.
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Bild 5 von 8. Pokémon Go: Ein beliebtes Spiel aus der Welt der Monster-Franchise. Hier kann man Pokémons «draussen» suchen und fangen. Bildquelle: KEYSTONE / Nick Soland.
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Bild 6 von 8. Und die Fans von damals? Sie sind heute erwachsen – und haben nun oft genügend Geld für Games und Fan-Artikel ... Bildquelle: Getty Images / John Keeble.
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Bild 7 von 8. ... wie diesen schnittigen Pokémon-Business-Anzug. Bildquelle: Getty Images / John Keeble .
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Bild 8 von 8. Es gibt sogar eine Pokémon-Weltmeisterschaft – samt Pokal (hier 2022 in London). Bildquelle: Getty Images / John Keeble.
Seither haben sich Nintendo und die Pokémon-Company nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Rund die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Einzelhandel spielten sie in den letzten zehn Jahren ein.
Der Hype-Train dreht weiter seine Runden
Auch Games erscheinen regelmässig neue. Obwohl Kritiker jeweils die mangelnde Innovation und die schlechte Qualität bemängeln, sind sie jedes Mal ein Kassenschlager.
Zudem kommen ständig neue Pokémon dazu: Aus den ersten 151 Monstern ist heute eine Schar von 1025 geworden – und die nächste Generation, Gen 10, ist bereits angekündigt.
Bei alledem hilft, dass die Fans von damals heute erwachsen sind und Geld für «Merch» und Games haben. Ausserdem haben die Fans der ersten Stunde heute selber Kinder – und geben die Begeisterung an die nächste Generation von Pokémon-Fans weiter.