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Auf das Elternglück Wie Kinder das Leben (trotz allem) bereichern

Manu (die ihren Namen nicht nennen möchte) steht vor der Familienplanung und findet: «Wenn ich mich durch das SRF-Programm klicke, gibt es nicht viel, was für eine Schwangerschaft, Mutterschaft und Familie spricht.» Es stimmt. SRF und viele andere Medien berichten vordergründig über die schwierigen Seiten von Elternschaft. Das ist richtig und wichtig. Schauen wir gemeinsam mit dem SRF-Publikum auf die positiven Facetten des Elternseins.

Die grosse Liebe

«Die Liebe zu spüren zwischen Kind und Eltern – das habe ich völlig unterschätzt», sagt Marco, Vater eines siebenjährigen Sohnes, «und sie wächst immer weiter».

Eine Studie bestätigt diese Intensität: Elternliebe aktiviert das Belohnungssystem im Hirn stärker als jede andere Form von Liebe – vor allem das Striatum, ein zentrales Areal für Motivation und Belohnung, wird aktiviert.

Die kleinen Momente des Glücks

Sarah sagt: «Für mich macht Muttersein das aus: Mein Kind lässt sich in meinen Armen fallen und schläft ein, weil es sich sicher und geborgen fühlt.» Und Rebecca, Mutter einer 16 Monate alten Tochter, beschreibt eine ganz einfache Veränderung: «Ich lache so viel mehr, seit sie da ist.»

Eine grosse internationale Untersuchung, das «Big Joy Project», zeigt, dass genau solche Mikro‑Momente der Freude Stress reduzieren und sogar den Schlaf verbessern.

Die intensiveren Gefühle

«Als Vater bin ich emotional sehr stark einbezogen, manchmal sogar mehr als bei mir selbst», sagt Lukas, Vater von drei Buben zwischen fünf und acht. «Wenn meine Kinder glücklich sind, dann könnte ich die Welt umarmen. Und wenn sie traurig sind, dann werde ich gleich auch traurig.»

Die Wissenschaft stützt seine Beobachtung: Eltern erleben sowohl mehr Freude als auch mehr Stress, Ärger und Angst als Menschen ohne Kinder. 

Das letzte wirkliche Abenteuer

Viel ist planbar in der heutigen Welt, Elternschaft nicht, findet Denise, Mutter von vier Kindern zwischen fünf und vierzehn Jahren. Für sie ist Elternschaft das letzte wirkliche Abenteuer: «Einen Job kann man kündigen, eine Reise kann man abbrechen. Bei einer Familie geht das nicht: Es gibt nicht ein bisschen Familie oder ein bisschen schwanger. Das machst du ganz oder gar nicht.»

Auch Schwangerschaft und Geburt seien voller Ungewissheit: «Man hat keine Ahnung, was auf einen zukommt. Und wenn das Kind da ist, geht es genauso weiter. Immer wieder muss man neue Strategien entwickeln und sich selbst hinterfragen. Und das finde ich wirklich schön.»

Die glücklicheren Menschen?

Eine grosse Studie der Universität Köln mit Daten aus 30 Ländern zeigt: Eltern sind nicht automatisch zufriedener; manche sind sogar weniger zufrieden – insbesondere Alleinerziehende, sehr junge Mütter oder Familien mit wenig Einkommen oder wenig staatlicher Unterstützung. Gleichzeitig berichten Eltern aber häufiger, dass ihr Leben sinnvoll und wertvoll ist.

Radio SRF 3, Input, 29.3.2026, 20:00 Uhr

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