Zum Inhalt springen

Header

Audio
«Ich machte am Muttertag halt zwei Geschenke»
Aus Rendez-vous vom 27.08.2021.
abspielen. Laufzeit 04:55 Minuten.
Inhalt

Seine Eltern? Zwei Frauen «Alle Menschen können gute Eltern sein»

Bald stimmen wir über die «Ehe für alle» ab. Diskutiert wird vor allem über das Kindeswohl. Pan Gander ist mit zwei Müttern aufgewachsen und teilt seine Erfahrungen.

«Ich bin mit zwei Müttern aufgewachsen – seit meinem dritten Lebensjahr. Meine Eltern haben sich damals bei der Arbeit kennengelernt und ineinander verliebt.» Und sie waren fortan ein Paar. Seine Eltern, zwei Frauen.

Er ist Pan Gander, 39 Jahre alt, selbständiger Informatiker und Imker. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Kanton Bern. Seine leibliche Mutter hatte sehr jung geheiratet, wurde schwanger. Doch der Vater wollte kein Kind – die Familie brach auseinander.

Die Partnerin meiner Mum hat sich sehr bewusst für mich entschieden.
Autor: Pan Gander Selbständiger Informatiker und Imker

Ganz anders dann die neue Partnerin seiner leiblichen Mutter: «Die Partnerin meiner Mum sagte immer wieder, dass sie sich sehr bewusst für mich und meine Mum entschieden hat.» So war es für den Jungen ganz normal, mit zwei Frauen aufzuwachsen – und auch, offen darüber zu reden, schon im Kindergarten, später auch in der Schule.

Zwei Muttertagsgeschenke

«Ich habe es nicht als Rundumschlag der ganzen Schule erzählt. Aber meine nahen Freunde und teils auch die Lehrerinnen und Lehrer wussten, wie ich aufwachse.» Für den Muttertag bastelte er jeweils ein Geschenk für beide. «Ich habe mal ein Zertifikat mit einem grossen Herz gezeichnet, weil sie für mich die besten Mütter der Welt sind.» 

Legende: Seit er drei Jahre alt ist, hat Pan Gander zwei Mütter. Seit fast 40 Jahren sind die beiden Frauen zusammen. SRF

An negative Reaktionen anderer wegen seiner beiden Mütter könne er sich nicht erinnern, sagt Pan Gander. «Ich kann mich nicht besinnen, dass ich im Kindesalter deswegen gehänselt wurde. Ich mochte kein Fleisch und habe bis 14 Jahre keines gegessen. Dafür wurde ich gehänselt.» Sonst aber habe er eine glückliche Kindheit gehabt.

«Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, ich hätte davon einen Schaden getragen oder mir würde etwas fehlen.» Nicht heute, nicht damals – ausser vielleicht das eine Spielzeug, das er als Kind unbedingt haben wollte und nicht bekam, einen Gameboy. Eine andere Familienkonstellation habe er sich aber nie gewünscht.

Video
Aus dem Archiv: Ehe für alle
Aus Club vom 17.08.2021.
abspielen

Trotzdem: In gewissen Situationen habe er sich schon auch Gedanken gemacht, wie es wäre, mit einem Vater aufzuwachsen. Zum Beispiel, wenn er Väter mit ihren Söhnen habe fischen sehen. «Aber dann ging ich mit meiner Mutter oder meinem Onkel fischen.»

Und er habe seine männlichen Bezugspersonen gehabt, sie auch bewusst gesucht. «Im Turnverein, in der Verwandtschaft, im Bekanntenkreis. Ich habe von ihnen abgeschaut und gelernt, mich mit Männern identifiziert.»

Alle Menschen können gute Eltern sein.
Autor: Pan Gander Aufgewachsen mit zwei Müttern

Heute ist Pan Gander selbst Vater, hat einen zweijährigen Sohn, lebt mit seiner Partnerin in einer grossen Wohngemeinschaft in der Nähe von Bern. Er frage sich schon oft, ob er wohl ein guter Vater sei, aber da sei er wohl nicht der einzige.

«Alle Menschen können gute Eltern sein. Auch gleichgeschlechtliche Paare können ein schönes Setting schaffen, damit Kinder mit dem grösstmöglichen Respekt und dem Kindeswohl im Zentrum aufwachsen können.»

So wie er es selbst erlebt hat und immer noch tut. Seine Eltern – seine beiden Mütter – sind nämlich immer noch zusammen. Seit fast 40 Jahren.

Rendez-vous, 27.08.2021, 12:30 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

34 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Christian Kunz  (CK124)
    Nein, nicht alle Menschen können gute Eltern sein, manche sind Komplettversager und hätten besser keinen Nachwuchs. Aber alle Menschen können versuchen gute Eltern zu sein, unabhängig von ihre Genderidentität.Gute Eltern finden sich in allen Lagern, genauso wie schlechte. Mit der jeweiligen sexuellen Ausrichtung hat dies nicht zu tun.
    Empfangen können, so will's die Natur, nur Frauen und auch dies will die Natur, nur mit Hilfe eines Mannes, wie man sich danach organisiert lässt die Natur offen.
  • Kommentar von Serge Schlumpf  (Serge Schlumpf)
    Ich hab so den Eindruck, dass bis jetzt nur Menschen zu Wort kamen, die für die Ehe für Alle sind. Ich würde es gut finden, wenn man auch mal die Kehrseite oder eine nicht ganz so positive Stimme zu Wort kommen lässt. Bitte liebes SRF bemüht Euch darum. Es wäre nur fair.
    1. Antwort von SRF News (SRF)
      @Serge Schlumpf
      Guten Tag Herr Schlumpf, besten Dank für Ihre kritischen Zeilen. SRF spielt für die Meinungsbildung der Schweizer Stimmberechtigten im Kontext von Wahlen und Abstimmungen eine Schlüsselrolle. Vor allem auf nationaler und kantonaler, zum Teil auch auf lokaler Ebene. Deshalb sind hier die Anforderungen an Sachgerechtigkeit, Meinungsvielfalt und Fairness in der Berichterstattung besonders hoch – erst recht bei Auftrittsmöglichkeiten von Akteur:innen. Im Vorfeld von Abstimmungen gelten spezielle Regeln: Die SRF-Redaktionen achten darauf, dass im Gesamtangebot Pro- und Kontra-Positionen insgesamt fair zu Wort kommen und dass die Berichterstattung ein hohes Mass an relevanter, sachlicher Hintergrundinformation enthält. Liebe Grüsse, SRF News

      In diesem Beitrag haben wir zum Beispiel über die Argumente der Gegner berichtet: www.srf.ch/news/abstimmung-26-september-2021/ehe-fuer-alle/abstimmung-vom-26-september-ehe-fuer-alle-gegner-praesentieren-ihre-argumente
  • Kommentar von Gerhard Leu  (Weltentdecker)
    Warum werden zu diesem Thema eigentlich immer nur zwei Frauen präsentiert und nie zwei Männer?