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Ein Peshmerga-Kämpfer in der Wüste.
Legende: Ein kurdischer Peshmerga-Kämpfer in der Nähe von Mossul. Die irakische Stadt wird seit Juni 2014 vom IS kontrolliert. Reuters
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Gesellschaft & Religion Das Ende des Nahen Ostens

Der Nahe Osten ist täglich in den Schlagzeilen. Noch zu Beginn des neuen Jahrtausends hätte sich kaum jemand vorstellen können, dass diese Region derart durcheinandergeraten würde. Für den Nahost-Experten Volker Perthes steht dabei fest: Den Nahen Osten, den wir kennen, gibt es bald nicht mehr.

Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi sind Geschichte. Im Kampf gegen den IS, den «Islamischen Staat», kommt es zu einer Annäherung zwischen dem Westen und dem Iran. Syrien oder Irak könnten von der Landkarte verschwinden. Und Länder wie die USA, die aus geopolitischen Interessen immer wieder in der Region interveniert haben, vermitteln den Eindruck, als würden sie sich nun am liebsten heraushalten.

Auch jenseits der Tagespolitik zeichnet sich ab, dass die 1916 mit einem internationalen Abkommen etablierte Nahost-Ordnung an ihr Ende gelangt sein könnte. Ein Umbruch ereignet sich, wie ihn die Welt seit dem Zerfall der Sowjetunion nicht mehr erlebt hat.

Flüchtlinge als Zeichen des Zerfalls

Der Nahe Osten zerfällt also. Sinnbildlich für den Zerfall ist, dass die Menschen millionenfach fliehen müssen. Sie rennen im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben. Vor allem Syrien steht für die «grosse Tragödie dieses Jahrhunderts», wie es António Guterres, UN-Hochkommissar für Flüchtlingsfragen, sagte.

Gut vier Millionen Syrer haben seit 2011 ihre Heimat verlassen und in den Nachbarländern Türkei, Libanon, Jordanien, und Irak Zuflucht gesucht. Alleine das kleine Königreich Jordanien hat schon mehr als 750'000 Kriegsflüchtlinge aufgenommen. 80'000 von ihnen sind in Zaatari untergekommen, dem grössten Flüchtlingslager, das die Vereinten Nationen in der Region aufgebaut haben. Dort sind sie zwar sicher vor dem Krieg daheim, aber sie sind ohne Zukunft. Besonders Kinder, Alte und Kriegsversehrte tun sich schwer in den beengten Verhältnissen im Zeltlager.

Die Umwälzungen haben erst begonnen

So unsicher die Zukunft der Syrien-Flüchtlinge ist, so unsicher ist die Zukunft der Region. Laut dem renommierten Nahost-Experten Volker Perthes «erleben wir das Ende des Nahen Ostens, wie wir ihn kennen».

Audio
Gespräch mit Nahost-Experte Volker Perthes
24:44 min, aus Kontext vom 25.06.2015.
abspielen. Laufzeit 24:44 Minuten.

Syrien und den Irak werde es wohl in alter Form nie mehr geben, so Perthes. Ägypten sei zwar wirtschaftlich und demografisch gesehen weiterhin der wichtigste arabische Staat, aber er könne diese Rolle nicht wahrnehmen. Ägypten sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt, weil es sein Militär im Innern brauche.

Die Mittelmächte Iran und Saudi-Arabien hingegen würden immer mehr Einfluss in der Region gewinnen. Die Kurden erhielten im Norden des Irak wohl ihren eigenen Staat. Zudem, so Perthes, werde der israelisch-palästinensische Konflikt im Nahen Osten eine andere Rolle spielen: «Er bleibt vor allem für Israeli und Palästinenser wichtig. An regionaler Bedeutung hat er verloren.»

Eine Prognose, wie es im Nahen Osten in zehn Jahren genau aussehen werde, wagt Peters nicht. Aber für ihn ist klar: «Die Umwälzungen haben gerade erst begonnen und werden sicher noch eine Generation lang andauern.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von R. Bischof , Zürich
    Es ist zweifelsohne sehr tragisch was in Syrien passiert, aber diese Aussagen wie "die grosse Tragödie dieses Jahrhunderts" kann ich einfach nicht ernst nehmen im 15. Jahr des Jahrhunderts, und trotzdem werden sie ständig gemacht.
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  • Kommentar von Rolf Künzi , Winterthur
    Die Schweiz sollte Flüchtlinge aufnehmen. Doch nur wirkliche Kriegsflüchtlinge, möglichst eher unterdrückte Etnien, und nur in Kontingenten und wenn die EU ihre Abmachungen auch einhält. Gegenüber den Wirtschaftsflüchtlingen - auch aus der EU - sollte sie strenger werden. Die Leute die auch in die Schweiz kommen sollten wir auch in den Arbeitsmarkt integrieren. Ansonsten müssen wir lernen die eigenen Leute aufzubauen. und die Grenzen besser dicht machen. Und bitte Träumerpolitiker wählen
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