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Dramatische Déjà-vus Das droht Afghanistan unter den Taliban

Fatal für die Frauen: Fünf Filme und ein Fotoband zeigen, wie der Alltag in einem Afghanistan aussieht, in dem die Taliban an der Macht sind.

Ende der Emanzipation

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Roya Mahboob: Eine IT-Unternehmerin bietet den Taliban die Stirn
Aus Sternstunde Philosophie vom 20.01.2019.
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Schon vor der erneuten Machtergreifung durch die Taliban gehörte Afghanistan zu den frauenfeindlichsten Ländern der Welt. Ein Drittel der Mädchen besuchten die Schule. Den meisten Frauen blieb der Zutritt zur Arbeitswelt verwehrt.

Die Karriere der Tech-Frau Roya Mahboob, die dank Digitalisierung und Unternehmergeist den Taliban trotzte, könnte also seltener werden. Genau wie die der Filmemacherin Shahrbanoo Sadat, deren Erstling «Wolf and Sheep» 2016 am Filmfestival von Cannes für Furore sorgte. Sadats Film zeigt den Alltag in einem entlegenen Dorf in den Bergen von Afghanistan. (Im Stream bei Filmingo.)

Zumutung Zwangsheirat

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Gegen die Zwangsheirat: die Afghanin Sonita rappt sich frei
Aus Kulturplatz vom 23.03.2016.
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Die Taliban ticken heute anders als jene von 2000, so der Tenor von Expertinnen und Experten dieser Tage. Und doch sei das Schlimmste zu erwarten. Heisst im Klartext: Es dürften wieder mehr junge Frauen zwangsverheiratet werden.

Ein Schicksal, dem sich die afghanische Rapperin Sonita erfolgreich widersetzt hatte, deren dramatisches Geschichte dank des Dokumentarfilms «Sonita» um die ganze Welt ging. (Im Stream bei Amazon Prime.)

Schicksal Steinigung

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Keine 3 Minuten: «Les hirondelles de Kaboul»
Aus Keine 3 Minuten – Die Filmkritik für Eilige vom 06.12.2019.
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«Ich bin ein Scheusal!» Im französisch-schweizerischen Trickfilm «Les hirondelles de Kaboul» gesteht ein Lehrer seiner Liebsten, er habe im Afghanistan der späten 1990er-Jahre eine junge Frau gesteinigt. Damit sei er für einen Augenblick Teil eines mörderischen Systems geworden, das er im Grunde verachte.

Zu den Rechten der Frauen befragt, meinte ein Sprecher der Taliban am vergangenen Sonntag vielsagend: Man werde die Rechte von Frauen und Minderheiten sowie die Meinungsfreiheit respektieren, «wenn sie der Scharia entsprechen.» (Ab 31.8. auf srf.ch/play für 7 Tage oder auf DVD erhältlich.)

Hass auf Homosexuelle

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«Kite Runner» – Schatten über der Premiere von Marc Forsters neuem Film
Aus Kulturplatz vom 05.12.2007.
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Als die Realität die Fiktion einzuholen drohte: Ende 2004, kurz vor der Weltpremiere der Bestseller-Verfilmung «The Kite Runner», musste man die beiden minderjährigen afghanischen Hauptdarsteller ausserhalb ihrer Heimat in Sicherheit bringen.

Hintergrund der Rettungsaktion: Die Schauspieler mussten mit Gewalt von Seiten der Taliban rechnen. In Marc Forsters Bestseller-Verfilmung, sie erzählt von einer Kindheit im Kabul der 1970er-Jahre, ist ein in Afghanistan tabuisierter homosexueller Übergriff zu sehen. (Im Stream bei Amazon Prime.)

Kampf gegen Kulturgüter

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«The Giant Buddhas» — ein filmischer Essay über kulturelles Erbe, Identität und Ignoranz
Aus Kulturplatz vom 21.09.2005.
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Die Sprengung war ein Schock: 2001 zerstörten die Taliban die berühmten Buddha-Statuen im Bamyian-Tal. Sie waren nicht nur UNO-Weltkulturerbe – sie standen auch für das früher friedliche Nebeneinander verschiedener Ethnien und Religionen.

Der Oscar-nominierte Schweizer Dokumentarfilmer Christian Frei («War Photographer») zeigt in «The Giant Buddhas»: Hinter der Tat der Taliban steht die Vorstellung, dass alle Zeugnisse nicht-muslimischer Glaubensgemeinschaften zerstört gehören. (Im Stream bei Amazon und anderen Anbietern.)

Auf Wiedersehen, Westen

Legende: Es war einmal? Ein bisschen McDonald's – mitten in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Sandra Calligaro

Burkas und Bärte: Das sind die alten Afghanistan-Bilder, die gerade wieder in vielen Köpfen aufpoppen. Die US-amerikanische Fotografin Sandra Calligaro hat erst vor wenigen Jahren ein Land bereist, in dem noch islamische Tradition auf westlichen Lifestyle treffen konnten.

Calligaro futterte Fast Food in einer Art McDonalds, blätterte in Diät-Ratgebern und stiess in DVD-Shops auf Filme des Titels: «The Science of Sex Appeal». Zur Stunde weiss kein Mensch, ob so etwas je wieder möglich sein wird. (Sandra Calligaros Bilder sind in Buchform erschienen.)

Radio SRF 2 Kultur, Kultur Aktualität, 16.8.2021, 17:20 Uhr

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Martin Stäheli  (Marsus)
    Jetzt können die westlichen Gutmenschen mal zeigen, ob sie wirklich tolerant sind gegenüber anderen Lebensentwürfen, z.B.jener der Taliban. Selbst mit aller westlichen Gewalt ist es ja Nicht gelungen eine andersartige Vorstellung von Zusammenleben zu unterdrücken. Wie kommt man auf die Idee, dass unsere Vorstellungen vom Zusammenleben die alternativlos richtigen sind?
    1. Antwort von Sibylle Dubs  (Sib)
      Lieber Herr Stäheli. Ob ich ein Gutmensch bin, weiss ich nicht, aber ich sehe dies nicht als Beschimpfung. Allerdings darf man das Schreckensregime der Taliban nicht als „Lebensentwurf“ bezeichnen. Hier geht es nicht um Religion oder Kultur, sondern um Unterdrückung und Terror. Eine mir bekannte Familie, versteckt in Afghanistan in diesem Moment ihre Tochter, aus Angst, sie werde von den Taliban abgeholt und zwangsverheiratet. Das ist weder Hirngespinst noch ein alternativer Lebensentwurf.
    2. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Tolerant gegenüber Fanatiker? Unter den Taliban war z. B. Unterhaltungsmusik verboten und die Frauen und Mädchen hatten faktisch Hausarrest.
  • Kommentar von David Brunner  (db)
    In "Kite Runner" sei ein in Afghanistan tabuisierter homosexueller Übergriff zu sehen. Hm, ich wünschte, solche Übergriffe wären nicht nur in Afghanistan tabu.
  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Ein entscheidendes Merkmal eines erwachsenen, aufgeklärten und umsichtigen Lebens ist es, zu akzeptieren, dass es andere auf dieser Welt gibt, die noch nicht so weit sind. Und zu wissen, dass man all das nicht von aussen aufoktryieren kann. Wie es obs des künstlich-entrüsteten Geheules scheint, ist man bei SRF ebenfalls noch nicht ganz so weit...
    1. Antwort von David Rothen  (EinGrünerundmehr)
      Zum Glück gibt es da noch Menschen wie Herr Steiner die sich angesichts von Steinigungen ganz aufgeklärt und erwachsen Nicht-Entrüsten.