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Top 10 Jugendwörter 2026 Wissen Sie, was «Crashout» oder «Gute Käse» bedeutet?

  • Der deutsche Langenscheidt-Verlag hat die Top 10 der Kandidaten für das «Jugendwort des Jahres» veröffentlicht. Jugendliche im Alter von 11 bis 20 Jahren konnten zuvor ihre Favoriten einreichen.
  • Nun stehen die zehn meistgenannten Begriffe fest. Das Voting darüber, welches Wort es in die Top 3 schafft, läuft nun drei Wochen lang.
  • Danach startet die finale Abstimmung – und am 10. Oktober wird das «Jugendwort des Jahres» verkündet.
  • Ein besonders häufig genannter Begriff wurde von der Jury des Langenscheidt-Verlags allerdings nicht für die Endrunde zugelassen. Woran das lag und was die Begriffe in den Top 10 bedeuten:

  • «67»: Was die Zahlenfolge – gesprochen «six seven» – genau bedeutet, können nicht einmal die Jugendlichen selbst erklären. Sie wird häufig als Insider verwendet und passt eigentlich bei jeder Gelegenheit – inklusive der abwägenden Handbewegung. Entstanden ist der Hype in den USA durch Tiktok, Basketball-Memes und den Song «Doot Doot (67)» des Rappers Skrilla.
  • «Crashout»: Verliert man komplett die Fassung, rastet aus oder reagiert extrem emotional, dann erlebt man einen «Crashout». Kann laut Langenscheidt-Verlag sowohl ernsthaft als auch ironisch verwendet werden. Beispiel: «Wenn mein Akku gleich ausgeht, gehe ich Crashout.»
  • «Digga»: Der Ausruf ist ein Klassiker unter den Jugendwörtern. Immer wieder schafft er es in die Endauswahl. Kann je nach Situation Bruder, Kumpel, Bro bedeuten – oder als Anrede für jedermann Herhalten: «Digga, was war das denn?!»
  • «Du bist gut genug»: Die Passage aus dem viralen Song des Produzentenduos Kitschkrieg mit Blumengarten und Shirin David hat sich nicht nur auf Tiktok rasant verbreitet. Inzwischen gibt es dazu zahllose Memes, Interpretationen und Parodien. In sozialen Medien wird der charakteristisch mit Kopfstimme gesungene Refrain etwa abgewandelt zu «Arbeitszeitbetruuuuug» oder «Es ist warm genuuuuug.»
Nahaufnahme eines Handybildschirms mit einer Textnachricht und Autokorrekturvorschlägen.
Legende: Wird es «Süper» oder doch eher «Macker»? Oder ein Klassiker wie «Digga»? Einmal im Jahr entscheiden Jugendliche darüber, welche Sprachfloskel sie besonders angesagt finden – und küren das Jugendwort des Jahres. KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt

  • «Gute Käse»: Laut Langenscheidt-Verlag ein humorvoller Ausdruck für «richtig gut», «stabil» oder «feier ich». Eine wörtliche Bedeutung hat die Floskel demnach nicht. Sie wird als Lob oder Zustimmung verwendet. Zum Beispiel: «Der Döner war gute Käse.»
  • «Macker»: Der Begriff sagt sogar den Älteren etwas und erlebt nun mit eigentlich derselben Bedeutung ein Revival. Er wird je nach Kontext für Freund, Crush oder Kumpel verwendet, oft ironisch oder liebevoll: «Mein Macker kommt später noch vorbei.»
  • «Peak»: Bedeutet im Englischen «Gipfel» und wird auch in der Jugendsprache so verwendet. Ist etwas «peak», dann ist es das Beste vom Besten, die maximale Qualität oder einfach «10/10». Beispiel: «Das Finale war Peak.»
  • «Ragebait»: Wer Clickbait kennt, der kann sich auch Ragebait gut erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich triggern sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschbehauptungen oder wilden Meinungen soll versucht werden, Wut auszulösen. Das wird bekanntlich vom Algorithmus belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite.
  • «Schere»: Bedeutet so viel wie «Mein Fehler.» Der Begriff kommt aus der Gaming-Szene und wird dort verwendet, um sich nach einem blöden Fehler zu entschuldigen. Kann aber auch in allen anderen Alltagssituationen verwendet werden. Beispiel: «Schere. Bin einfach abgetaucht ohne was zu sagen.»
  • «Süper»: Stammt aus dem Türkischen und bedeutet «super». Bekannt geworden ist die Floskel laut Langenscheidt-Verlag durch durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinem Lauf auf die Frage «Wie geht's dir?» einfach mit «süper» antwortet. Er wurde zum Meme.

«Mehrzweckeier» wurde aus dem Voting ausgeschlossen. Warum?

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Sehr häufig haben die Jugendlichen dem Langenscheidt-Verlag zufolge auch den Begriff «Mehrzweckeier» eingereicht. Dieser sei am Ende der Einreichungsphase unter den Top 10 gewesen, teilte der Verlag mit. Die Verantwortlichen entschieden sich aber, die Floskel nicht für die Endabstimmung zuzulassen. «Da der Begriff auf eine Kampagne zurückgeht und gleichzeitig auf einer persönlichen Beleidigung beruht, erfüllt er gleich zwei zentrale Ausschlusskriterien», hiess es vom Verlag.

Bei dem Begriff handelt es sich wohl um eine Abwandlung von «Merz leck Eier». Aufgetaucht waren diese Worte unter anderem vor einigen Monaten bei Protesten junger Menschen gegen die Wehrpflicht. Bei einer Schüler-Demonstration Anfang März in Berlin hatte ein 18-Jähriger ein Plakat mit der Aufschrift: «Merz leck Eier» getragen. Die Polizei teilte anschliessend mit, dass sie gegen den jungen Mann wegen des Verdachts der Verleumdung von Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz ermittelt. Auch bei späteren Protestzügen tauchten Plakate mit dieser Aufschrift auf. Sie könnten auf die Bundeswehr-Musterung anspielen.

Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 28.7.2026, 08:00 Uhr

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