- Der deutsche Langenscheidt-Verlag hat die Top 10 der Kandidaten für das «Jugendwort des Jahres» veröffentlicht. Jugendliche im Alter von 11 bis 20 Jahren konnten zuvor ihre Favoriten einreichen.
- Nun stehen die zehn meistgenannten Begriffe fest. Das Voting darüber, welches Wort es in die Top 3 schafft, läuft nun drei Wochen lang.
- Danach startet die finale Abstimmung – und am 10. Oktober wird das «Jugendwort des Jahres» verkündet.
- «67»: Was die Zahlenfolge – gesprochen «six seven» – genau bedeutet, können nicht einmal die Jugendlichen selbst erklären. Sie wird häufig als Insider verwendet und passt eigentlich bei jeder Gelegenheit – inklusive der abwägenden Handbewegung. Entstanden ist der Hype in den USA durch Tiktok, Basketball-Memes und den Song «Doot Doot (67)» des Rappers Skrilla.
- «Crashout»: Verliert man komplett die Fassung, rastet aus oder reagiert extrem emotional, dann erlebt man einen «Crashout». Kann laut Langenscheidt-Verlag sowohl ernsthaft als auch ironisch verwendet werden. Beispiel: «Wenn mein Akku gleich ausgeht, gehe ich Crashout.»
- «Digga»: Der Ausruf ist ein Klassiker unter den Jugendwörtern. Immer wieder schafft er es in die Endauswahl. Kann je nach Situation Bruder, Kumpel, Bro bedeuten – oder als Anrede für jedermann Herhalten: «Digga, was war das denn?!»
- «Du bist gut genug»: Die Passage aus dem viralen Song des Produzentenduos Kitschkrieg mit Blumengarten und Shirin David hat sich nicht nur auf Tiktok rasant verbreitet. Inzwischen gibt es dazu zahllose Memes, Interpretationen und Parodien. In sozialen Medien wird der charakteristisch mit Kopfstimme gesungene Refrain etwa abgewandelt zu «Arbeitszeitbetruuuuug» oder «Es ist warm genuuuuug.»
Ein besonders häufig genannter Begriff wurde von der Jury des Langenscheidt-Verlags allerdings nicht für die Endrunde zugelassen. Woran das lag und was die Begriffe in den Top 10 bedeuten:
- «Gute Käse»: Laut Langenscheidt-Verlag ein humorvoller Ausdruck für «richtig gut», «stabil» oder «feier ich». Eine wörtliche Bedeutung hat die Floskel demnach nicht. Sie wird als Lob oder Zustimmung verwendet. Zum Beispiel: «Der Döner war gute Käse.»
- «Macker»: Der Begriff sagt sogar den Älteren etwas und erlebt nun mit eigentlich derselben Bedeutung ein Revival. Er wird je nach Kontext für Freund, Crush oder Kumpel verwendet, oft ironisch oder liebevoll: «Mein Macker kommt später noch vorbei.»
- «Peak»: Bedeutet im Englischen «Gipfel» und wird auch in der Jugendsprache so verwendet. Ist etwas «peak», dann ist es das Beste vom Besten, die maximale Qualität oder einfach «10/10». Beispiel: «Das Finale war Peak.»
- «Ragebait»: Wer Clickbait kennt, der kann sich auch Ragebait gut erklären. Gemeint sind Inhalte in sozialen Medien, die absichtlich triggern sollen. Etwa mit provokanten Thesen, Falschbehauptungen oder wilden Meinungen soll versucht werden, Wut auszulösen. Das wird bekanntlich vom Algorithmus belohnt und bringt Kommentare, Likes und Reichweite.
- «Schere»: Bedeutet so viel wie «Mein Fehler.» Der Begriff kommt aus der Gaming-Szene und wird dort verwendet, um sich nach einem blöden Fehler zu entschuldigen. Kann aber auch in allen anderen Alltagssituationen verwendet werden. Beispiel: «Schere. Bin einfach abgetaucht ohne was zu sagen.»
- «Süper»: Stammt aus dem Türkischen und bedeutet «super». Bekannt geworden ist die Floskel laut Langenscheidt-Verlag durch durch ein virales Video eines Ultramarathonläufers, der nach seinem Lauf auf die Frage «Wie geht's dir?» einfach mit «süper» antwortet. Er wurde zum Meme.