Die eigene Mannschaft ist bereits ausgeschieden und bei lediglich zwei verbliebenen Teams und zwei weiteren, die um die «goldene Ananas» (Platz 3) spielen, bleiben die meisten Zuschauer vor allem fürs Spektakel.
Das hat sich wohl auch die Fifa gedacht und plant bei dieser WM erstmals eine XXL-Halbzeitshow, bei der gefühlt genauso viele Stars auf dem Rasen stehen wie Spieler. Doch gerade deshalb brodelt es in der Fussballbubble gewaltig.
Eine Frage der Tradition
Coldplay-Frontmann Chris Martin inszeniert die Show. Shakira, Madonna, Justin Bieber, die K-Pop-Band BTS, Burna Boy, der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel und ein New Yorker Grundschulchor werden auftreten.
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Bild 1 von 6. Seinem Ruf sind die Stars gefolgt: Coldplay-Sänger Chris Martin orchestriert die Halbzeitshow. Bildquelle: Imago/Icon Sportswire.
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Bild 2 von 6. Shakira steuerte gemeinsam mit Burna Boy den offiziellen WM-Song «Dai Dai» bei. Da dürfen die beiden nach der Eröffnungsfeier natürlich auch beim Grand Final nicht fehlen. Bildquelle: Imago/Anadolu Agency.
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Bild 3 von 6. Justin Bieber (in grün) ist kein Unbekannter bei Sportevents. Dieses Mal ist er jedoch selbst die Attraktion. Über die Verknüpfung mit Showstars wird der Fussball noch mehr zur Popkultur. Bildquelle: Imago/ZUMA Press.
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Bild 4 von 6. K-Pop Band BTS kann bereits auf WM-Erfahrung von 2022 bauen, hier Sänger Jung Kook bei der Eröffnungszeremonie. Bildquelle: Imago/AFLOSPORT.
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Bild 5 von 6. Madonna hat bereits unzählige Stadien gefüllt. Ob das Publikum auch dieses Mal mitsingen wird? Bildquelle: Imago/ZUMA Press Wire.
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Bild 6 von 6. Inspiriert ist die XXL-Halftimeshow vom Super Bowl. 2026 erreichte das Event mit Halbzeiteinlage von Bad Bunny in den USA rund 130 Millionen Zuschauer. Zum Vergleich: Das WM-Finale 2022 erreichte weltweit 1.5 Milliarden. Diese Bühne will die Fifa nutzen. Bildquelle: Keystone/AP Photo/Julio Cortez.
Mit diesem Aufgebot bedient sich die Fifa einer langen Tradition des Gastgeberlandes USA. Die Halftime-Show beim Super Bowl ist eine Institution – ein kulturelles Ereignis, über das man spricht, egal ob man sich für Football interessiert oder nicht. Bad Bunnys panamerikanisches Statement beim Super Bowl 2026 ist das jüngste Beispiel: Es mag eine Huldigung an die Showbusiness-Kultur der USA sein, weiss SRF-Musikredaktor Gernot Jörgler.
Stattfinden soll das Ganze zum guten Zweck: Die Show soll Spenden für den «Fifa Global Citizen Education Fund» sammeln, der 100 Millionen US-Dollar für den weltweiten Zugang zu Bildung und Fussball bereitstellen will. «Ein guter Anstrich», so Jörgler.
Das Problem: Führt man eine Tradition fort, bricht man mit einer anderen. Ein Spiel dauert 90 Minuten und die Halbzeit 15. Mit Auf- und Abbau könnte die WM-Show gut bis zu einer halben Stunde dauern. Offiziell darf die Halbzeitpause ausschliesslich mit Erlaubnis des Schiedsrichters verlängert werden.
#Hydrationgate
Die Fifa hat in diesem Turnier bereits mehrfach den Zorn der Fans auf sich gezogen. Die neu eingeführte Trinkpause zur Mitte jeder Halbzeit – offiziell zum Schutz der Spieler – wird im Stadion regelmässig von Pfiffen begleitet. Der Spielfluss leidet und die altehrwürdige BBC, jene Sendeanstalt aus dem Mutterland des Fussballs, weigerte sich gar, die Trinkpausen für Werbeblöcke zu nutzen.
Welche Auswirkungen eine verlängerte Halbzeitpause auf die Spieler hat, weiss womöglich Spanien- und Chelsea-Verteidiger Marc Cucurella. Beim Klub-WM-Finale 2025, ebenfalls im MetLife Stadium, dauerte sie 24 Minuten. Klar ist: Muskeltemperatur und Herzfrequenz sinken, was zu Verletzungen nach Wiederbeginn führen könnte.
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Bild 1 von 3. Beim Finale der Club-Weltmeisterschaft zwischen dem FC Chelsea und Paris St. Germain trat unter anderem Doja Cat bei der Halftime-Show auf. Organisiert wurde das Turnier ebenfalls von der Fifa. Bildquelle: Imago/Pacific Press Agency.
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Bild 2 von 3. 2024 trat Shakira in der Halbzeit des Copa-America-Finals auf. Kurios: Die Ifab hatte den Antrag des Verbands auf eine Verlängerung der Halbzeit eigentlich abgelehnt, da eine längere Inaktivität die Gesundheit der Spieler gefährden könne. Der Conmebol führte die 25-minütige Pause trotzdem durch. Bildquelle: Imago/Icon Sportswire.
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Bild 3 von 3. Kolumbiens Trainer Nestor Lorenzo war derweil im selben Turnier offiziell bestraft worden, weil seine Mannschaft in einem vorherigen Spiel eine Minute zu spät aus der Kabine zurückgekehrt war. Bildquelle: Imago/Agencia-MexSport.
Klar ist auch: Die Fifa hat durch ihr Höher-schneller-weiter viel Kredit bei den Fans verspielt. Und nach der Affäre rund um die zurückgenommene rote Karte von US-Stürmer Folarin Balogun wurde Gianni Infantino nach seiner Einblendung auf der Stadionkamera zuletzt gnadenlos ausgepfiffen.
Pikanter Präzedenzfall
Was passiert, wenn man sich den Unmut der Fans zuzieht, zeigt ein Beispiel aus Deutschland: Helene Fischers Auftritt beim DFB-Pokalfinale 2014 mutierte zum Pfeifkonzert. Die 15 Minuten wurden ebenfalls überzogen – und es war das vorerst letzte Intermezzo dieser Art.
Angesichts der Ticketpreise und der Soccer-Tradition der USA sind beim Finale wohl eher Event- als Hardcore-Fans zu erwarten, die für ihr Geld etwas geboten bekommen. Es ist schliesslich nur zu unser aller Bestem – für die Spieler, den guten Zweck, die Fans.
Und wer gewinnt am Ende wirklich? Immer noch Spanien oder Argentinien.