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Super Bowl Halftime-Show 2026 Bad Bunny: «Nur die Liebe ist stärker als der Hass»

Die Seattle Seahawks haben die New England Patriots 29 zu 13 gebodigt. Aber das Super-Bowl-Spiel im Levi's Stadium im kalifornischen Santa Clara war ja nur das Rahmenprogramm des eigentlichen Highlights: Die stets spektakuläre Halftime-Show, die in der Nacht auf Montag (Schweizer Zeit) vom puerto-ricanischen Superstar Bad Bunny geheadlint wurde.

Im Vorfeld – speziell nach seiner Grammy-Dankesrede – wurde spekuliert, wie politisch der Auftritt des 31-Jährigen vor den weltweit etwa 200 Millionen Zuschauenden ausfallen würde. Konkret äusserte der Künstler sich zwar nicht, aber in der aktuellen Zeit und weltpolitischen Situation ist bereits das Feiern von Liebe und Inklusion ein höchst politischer Akt.

Hier sind die fünf wichtigsten Botschaften aus der rund 13-minütigen Performance:

1. Spanisch als Hauptsprache

Fast jedes gesungene und gesprochene Wort in der Halbzeitshow ist Spanisch – sowas gab's in der Geschichte des Super Bowl noch nie. Zum einen spricht Bad Bunny damit nicht nur einen bemerkenswerten Anteil der US-Bevölkerung an – immerhin 14 Prozent sprechen die Sprache –, sondern auch einen beträchtlichen Teil Lateinamerikas. Englisch wird vor allem in den USA und Kanada gesprochen – Spanisch aber ist die am meisten verbreitete Sprache auf dem amerikanischen Kontinent.

Trump «versteht kein Wort»

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Donald Trump redet
Legende: Donald Trump wettert gegen Bad Bunny. Reuters/Ken Cedeno

Eine Reaktion des US-Präsidenten auf Bad Bunnys Halbzeit-Show liess nicht lange auf sich warten. Auf seiner eigenen Social-Plattform Truth Social schrieb Donald Trump unter anderem:

«Das war eine der schlechtesten Halftime-Shows überhaupt! Niemand versteht ein Wort und das Tanzen ist ekelhaft, vor allem für Kinder.»

Sein Lager veranstaltete eine alternative Halbzeit-Show mit Kid Rock als Headliner (der gerade mal zwei Lieder sang). Sie wurde nur online übertragen und mit vernichtenden Kritiken abgewatscht.

2. Puerto Rico ist Teil von Amerika

Zwar ist es keiner der 50 Bundesstaaten, aber Puerto Rico gehört zu den USA – Bad Bunny ist ein US-Bürger. Und zeigt mit Zuckerrohrfeldern und Szenen aus der Hauptstadt San Juan, wie es bei ihm zuhause aussieht. Etwas plakativ, ja, aber vor allem auch sehr selbstverständlich.

Ebenso selbstverständlich performt Lady Gaga ihren Hit «Die With a Smile» in einem lateinamerikanischen Gewand und der ebenfalls aus Puerto Rico stammende – und in den USA höchst erfolgreich gewordene – Ricky Martin singt einen Song des Headliners. Bad Bunny lädt zu sich nach Hause ein, daheim in Amerika.

Noch mehr Rahmenprogramm

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Eine Frau singt im Stadion
Legende: Coco Jones performt «Lift Every Voice and Sing». AP/Doug Benc

Auf konkrete politische Statements verzichteten überraschenderweise auch Green Day bei ihrer Performance während der Eröffnungszeremonie. Wobei der von ihnen gespielte Hit «American Idiot» eigentlich schon Botschaft genug ist.

Wie gehabt wurden auch die US-Nationalhymne «The Star-Spangled Banner», das patriotische Stück «America the Beautiful» und die sogenannte schwarze Nationalhymne «Lift Every Voice and Sing» dargeboten – heuer von Charlie Puth, Brandi Carlile beziehungsweise Coco Jones.

3. Liebe ist überall

Ein Heiratsantrag, eine (tatsächlich echte!) Hochzeit samt Party und viele Menschen, die sehr eng mit- und aneinander tanzen – die Liebe zieht sich wie ein roter Faden durch die farbenfrohe Halbzeitshow. Statt auf puren Bombast setzen Bad Bunny und sein Team dabei auf ein Gemeinschaftsgefühl mit wenigen Special-Effects und heben damit ihre Performance vom Grossteil der bisherigen Halftime Shows ab.

Zum Schluss zeigen die Screens diese Botschaft: «Lo único más poderoso que el odio es el amor» respektive «The only thing more powerful than hate is love». Also: «Nur die Liebe ist stärker als der Hass.»

4. Eine Party für alle

Besagtes Gemeinschaftsgefühl zeigt sich am stärksten bei der Feier vor La Casita, dem Haus, das Bad Bunny bei seiner letztjährigen, 31 Konzerte starken Residency in San Juan als Bühne nutzte.

Dort versammelt Benito Antonio Martínez Ocasio, wie Bad Bunny bürgerlich heisst, einige der ganz grossen Latin-Namen aus dem Showbusiness, darunter Karol G, Jessica Alba und Pedro Pascal. Auch Cardi B und Alix Earle schwingen die Hüften.

5. Amerika ist mehr als die USA

Sollte sich die Botschaft bis dahin noch nicht in sämtliche Oberstübchen und Herzen reggaetongetanzt haben, beschliesst Bad Bunny seine Performance mit einer Flaggenparade mit sämtlichen panamerikanischen Fahnen, dazu zählt er die Nationen auf.

Und ruft: «God bless America» – was in diesem Kontext ausnahmsweise nicht US-patriotisch gemeint ist, sondern den Kontinent vereinend. Die Botschaft wiederholt er mit der Aufschrift auf dem Football in seiner Hand: «Together, we are America.»

Schimun Krausz

Musikredaktor

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Schimun Krausz schreibt Texte und produziert Videos zu Musikthemen bei SRF 3, Social Media inklusive. The 1975 ist die beste Band der Welt und er lässt keine andere Meinung zu (also bis Frontmann Matty Healy sich endgültig ins gesellschaftliche Abseits gelabert hat).

SRF 3 Musik

Radio SRF 3, Morgenbulletin, 05.02.2026, 06:20 Uhr

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