Laden dicht, hiess es Anfang Jahr noch bei der Photobastei in Zürich. Das Geld war beim privat betriebenen Kulturzentrum immer knapp gewesen. Ende 2019 klaffte schliesslich ein Loch von 50'000 Franken. Der Gründer Romano Zerbini entschied, den Betrieb diesen Sommer einzustellen. Zürich hätte damit das einzige auf Fotografie fokussierte Museum verloren.
Nun aber die Kehrtwende: Die Photobastei kann weitermachen. Dank der Zusammenarbeit mit der Berner Kulturstiftung «Jetzt Kunst» . Die Stiftung von Rolf Zumstein ist bisher vor allem für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum bekannt.
«Die Kooperation mit ‹Jetzt Kunst› mindert den brutalen Erfolgsdruck, den wir mit den mit den Ausstellungen hatten», sagt Romano Zerbini.
Die Ausstellungen waren ein Risiko
Bisher stützte sich der Betrieb auf drei Säulen: Das Museum mit kuratierten Foto-Ausstellungen, die Bar mit Kulturprogramm sowie die Räume, in die sich Berufsfotografinnen und Amateure einmieten und ihre Bilder zeigen konnten.
Die Bar sowie die Veranstaltungen und Vermietungen funktionierten gut. Finanzielles Vabanquespiel waren dagegen die eigenen grossen Fotoausstellungen. Fünf Ausstellungen mit je mindestens 2000 Besuchern pro Jahr brauchte es, damit der Bereich einigermassen rentiert. Das zu stemmen, wurde immer mehr zum Problem, wie der Photobastei-Gründer erläutert.
«Man wettet ein wenig»
«Man tut, was man kann – und hofft, dass es gut kommt», sagt Zerbini. «Wenn dann eine Ausstellung nicht so gut ankommt, oder der Sommer lang und heiss ist, bricht einem das finanziell das Genick.» Letzten Herbst war es so weit. «Wir sind selbsttragend. Das Loch von 50'000 Franken hätten wir nie aus eigener Kraft stopfen können.»
Künftig auch andere Kunstformen
Das Loch zu stopfen, half ein Crowdfundig. Die dauerhafte Entlastung bringt die Zusammenarbeit mit «Jetzt Kunst». Die Stiftung veranstaltet künftig eigene Ausstellungen in den Räumen der Photobastei.
Dazwischen vermietet man die Museumsräume zum Selbstkostenpreis.
Inhaltlich öffnet sich die Photobastei damit für andere Künste.
«Was aber nicht heisst, dass es keine Ausstellungen mehr im Bereich Fotografie geben wird. Aber es werden vor allem die sein, bei denen wir sicher sind, dass sie funktionieren», sagt Romano Zerbini.