Die professionellen Eishockeyspieler Shane Hollander und Ilya Rozanov spielen für rivalisierende Teams. Doch abseits vom Eis entwickelt sich zwischen den Beiden schnell eine leidenschaftliche Beziehung, die alles zum Schmelzen bringt.
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Bild 1 von 2. Rivalen auf dem Eis … . Bildquelle: HBO.
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Bild 2 von 2. … privat ganz heiss: Die Eishockey-Profis Shane Ilya Rozanov (links, Connor Storrie) und Shane Hollander (Hudson Williams). Bildquelle: HBO.
Dahingeschmolzen sind vor allem die vielen Fans, welche die Serie «Heated Rivalry» feiern. Die sechs Episoden wurden im November und Dezember auf dem kanadischen Streamingdienst Crave veröffentlicht, doch der Hype nahm rasch internationale Dimensionen an. HBO sicherte sich die Rechte und so kommt die Serie bald auch in die Schweiz.
Die Zuschauerzahlen sprechen für sich: Bereits im November wurde «Heated Rivalry» zur zweitmeistgestreamten Serie auf HBO Max. Und der Streaminganbieter Crave verzeichnete während der Veröffentlichung einen Abonnement-Zuwachs von 400 Prozent.
Liebe auf Eis
Die Erfolgsgeschichte der zwei heissen Eishockeyspieler auf dem Bildschirm basiert auf der Buch-Reihe «Game Changers» der kanadischen Autorin Rachel Reid. Sie schreibt seit Jahren Romanzen über ihren Lieblingssport Hockey.
Damit ist Reid nicht allein: Die «Sports-Romance» ist ein Subgenre der New-Adult-Literatur, die gerade von jungen Frauen gelesen und auf den Sozialen Medien diskutiert wird. Welcher Sport im Fokus steht, spielt dabei gar nicht so eine grosse Rolle: Fussball, Basketball, Football – ja sogar Formel 1.
Das Geschäft mit der sportlichen Liebe in Buchform läuft gut, und der Hype rund um die schwulen Eishockeyspieler in «Heated Rivalry» hat längst auch im deutschsprachigen Raum Einzug gehalten. Der Verlag zog die Veröffentlichung der Übersetzung aufgrund der Serie vor, die erste Auflage war bereits nach wenigen Wochen vergriffen.
Queerness wird Mainstream
Nun weicht der Inhalt aber doch etwas von der traditionellen Liebesgeschichte ab. Es ist kein «Boy meets Girl», sondern eben «Boy meets Boy». Eine schwule Romanze, geschrieben von einer Frau. Und auch die Fans vom Buch und der Serie sind mehrheitlich weiblich.
Warum sich heterosexuelle Frauen für eine schwule Liebesgeschichte begeistern, kann unterschiedliche Gründe haben, ist jedoch kein neues Phänomen. Auch die Schauspieler hinter «Heated Rivalry» haben in einem Interview genau diese Frage zu beantworten versucht.
Es sei ein Bruch mit traditionellen Narrativen und Gender-Normen. Zudem schreiben viele Personen online, wie erfrischend es sei, eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu sehen, in der auch Männer emotionale Offenheit zeigen. Diese Offenheit wird durch die Härte und Aggressivität auf dem Eis kontrastiert. Genau diese Spannung, kombiniert mit viel nackter Haut, kommt beim Publikum gut an.
Homosexualität im Mannschaftssport
Abseits der allgemeinen Begeisterung für die Liebesgeschichte und die heissen Sexszenen, thematisiert «Heated Rivalry» aber auch ein anhaltendes Problem in der Sportwelt. Denn obwohl die Teams in der Serie fiktiv sind, wird eindeutig auf die Realität der NHL und allgemein des Sports angespielt. Aktuell gibt es nur zwei aktive, geoutete Eishockey-Spieler.
Der Erfolg von unkonventionellen Geschichten wie «Heated Rivalry» zeigt, dass die Zeit mehr als reif ist, dass schwule Eishockey-Spieler das Schweigen auf dem Eis durchbrechen.