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SRF-Bestenliste Die besten Bücher im Juli und August 2026

Bücher über Mütter dominieren aktuell die SRF-Bestenliste und geben damit klar den Ton an. An der Spitze hält sich weiterhin Lukas Bärfuss mit «Königin der Nacht» über die Beziehung zu seiner Mutter.

5. Lena Gorelik: «Alle meine Mütter» (14 Punkte)

Buchcover mit abstrakten roten und pinken Formen und weissem Text.
Legende: Lena Gorelik: «Alle meine Mütter». 272 Seiten. Rowohlt, 2026. Rowohlt/SRF

«Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden», schreibt Lena Gorelik in ihrem neuen Buch «Alle meine Mütter». In mehreren, kaleidoskopartig arrangierten Erzählungen zeichnet sie Mutterfiguren ganz unterschiedlicher Art: Mütter, die abgetrieben haben. Mütter, die dement sind. Mütter mit beeinträchtigten Kindern. Mütter, die an Krebs erkranken. Mütter, die ihre Kinder im Krieg verlieren oder von ihrem Umfeld als «überfordert» abgestempelt werden. Mütter, die lieben, scheitern, zweifeln, stolpern.

Lena Gorelik richtet den Blick auf das, was (die meisten) Mütter tagtäglich leisten und aushalten. ‹Alle meine Mütter› ist ein zärtliches und warmherziges Buch. Für einmal keine Abrechnung.
Autor: Katja Schönherr SRF-Literaturredaktorin

4. Elias Hirschl: «Schleifen» (17 Punkte)

Buchcover mit stilisierten Buchstaben und Namen.
Legende: Elias Hirschl: «Schleifen». 416 Seiten. Zsolnay, 2026. Zsolnay/SRF

Franziska Denk hat ein Problem. Sie bekommt jede Krankheit, sobald sie deren Namen hört. Im Mathematiker Otto Mandl begegnet ihr ein Seelenverwandter. Sie lernen, sich mit Wörtern toter Sprache zu immunisieren. In seinem neuen Roman erkundet der Schriftsteller und Spoken-Word-Künstler Elias Hirschl das Thema «Sprache» auf jede nur erdenkliche Art. Gescheit, verblüffend und komisch.

Soll die Sprache abgeschafft werden?, fragt sich das Wissenschaftler-Ehepaar im Roman ‹Schleifen›. Bloss nicht, sage ich! Sonst gäbe es schliesslich diesen genialen, sprachvirtuosen Roman von Hirschl nicht.
Autor: Laura de Weck Moderatorin «Literaturclub»

3. Lilli Tollkien: «Mit beiden Händen den Himmel stützen» (21 Punkte)

Buchcover mit gemaltem Porträt einer Frau und Text.
Legende: Lilli Tollkien: «Mit beiden Händen den Himmel stützen». 255 Seiten. Aufbau, 2026. Aufbau/SRF

Lale wächst in den 1980ern in einer Berliner Männerkommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Vor allem aber wird getrunken, gekifft, gekokst und gefeiert. Lale darf wach bleiben, solange sie will, Süssigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen (körperlichen) Grenzen immer wieder übertreten werden.

Ein Buch, bei dem für mich alles stimmt: Sprache, Plot, Zeichnung der Figuren, Entwicklung der Protagonistin und Cover.
Autor: Barbara Maurer Inhaberin Buchhandlung DOPPELPUNKT

2. Birgit Birnbacher: «Sie wollen uns erzählen» (25 Punkte)

Buchcover mit einem abstrakten, bunten Design.
Legende: Birgit Birnbacher: «Sie wollen uns erzählen». 224 Seiten. Zsolnay, 2026. Zsolnay/SRF

Ozzy ist neun und hat ADHS. Er findet in der Schule keinen richtigen Platz, hat aber Begabungen und Fähigkeiten, mit denen er ein erfolgreiches Leben führen könnte. In ihrem vierten Roman stellt die österreichische Schriftstellerin die Frage, ob Betroffene als Problem gesehen werden müssen oder ob «Wildwuchs im Denken» angesichts der Probleme, auf die wir zusteuern, nicht auch eine Chance für alle ist.

Ein atemberaubender Ritt durch Gedanken- und Gefühlswelten, der zu Reflexion über Normen und Diagnosen einlädt. Tiefgründig und zugleich lustig.
Autor: Gabriela Stöckli Geschäftsleiterin Übersetzerhaus Looren

1. Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht» (71 Punkte)

Buchcover von 'Königin der Nacht' von Lukas Bärfuss.
Legende: Lukas Bärfuss: «Königin der Nacht. Ein kurzes Buch über meine Mutter.» 127 Seiten. Rowohlt, 2026. Rowohlt/SRF

In «Königin der Nacht» setzt sich Lukas Bärfuss mit seiner verstorbenen Mutter auseinander. Sie war bettelarm, vulgär, zynisch und lehnte ihren Sohn ab. Das Buch ist eine intensive Lektüre, weil es an Urmenschliches rührt und politischen Gesprächsstoff bietet: Bärfuss thematisiert den oft fragwürdigen Umgang der Schweiz mit mittellosen Menschen in der Vergangenheit.

Mit diesem Buch ist Lukas Bärfuss ein herausragendes Werk gelungen. Er lässt das Politische und das Private in seiner unverwechselbaren Sprache ineinanderfliessen.
Autor: Felix Münger SRF-Literaturredaktor

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An der Erstellung der Bestenliste für Juli und August 2026 waren 32 Jurymitglieder beteiligt, die insgesamt 471 Punkte vergeben haben.

So entsteht die SRF-Bestenliste

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Die SRF-Bestenliste wird jeden Monat von einer Fachjury bestimmt. Zur Jury gehören 50 Buchkritikerinnen, Bibliothekare, Buchhändlerinnen, Literaturwissenschaftler und Vertreterinnen von literarischen Institutionen.

Jedes Jurymitglied darf jeweils bis zu vier Titel, deren Veröffentlichung nicht länger als sechs Monate zurückliegt, für die SRF-Bestenliste nominieren. Die Punktewertung funktioniert wie folgt:

  • 1. Platz: 7 Punkte
  • 2. Platz: 5 Punkte
  • 3. Platz: 3 Punkte
  • 4. Platz: 1 Punkt

Die vergebenen Punkte werden addiert und ergeben die jeweilige Reihung. Jedem Jurymitglied steht es frei, weniger (oder auch gar keinen) Titel zu nominieren. Sobald ein Titel drei Mal auf der SRF-Bestenliste vorgekommen ist, wird er gesperrt, um einen gewissen Titelumlauf zu gewährleisten.

Im Sinne einer grösstmöglichen Transparenz, Objektivität und Unparteilichkeit im Abstimmungsverfahren dürfen keine Bücher nominiert werden, deren Autor:in Mitglied der Jury ist.

Die Jurymitglieder von A bis Z

SRF 1, Literaturclub Buchtipps, 23.6.2026, 20:03 Uhr ; 

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