Was für einen Deal hat Britney Spears abgeschlossen? Der US-Popstar hat die Rechte an ihren Songs dem US-Musikverlag Primary Wave verkauft. Abgeschlossen wurde der Deal laut verschiedenen US-Medien bereits am 30. Dezember 2025. Schätzungen zufolge sind dabei rund 200 Millionen US-Dollar (etwa 153 Millionen Franken) geflossen. Dies berichtete unter anderem die BBC. Die 44-jährige Spears tritt damit die Rechte an Pophits wie «...Baby One More Time», «Oops!... I Did It Again» oder «Stronger» ab.
Was steckt hinter dem Deal? Ein mutmasslicher Grund ist die derzeitige finanzielle Lage von Spears, die als sehr angeschlagen gilt. Während 13 Jahren stand sie unter der Vormundschaft ihres Vaters, ehe ein Gericht sie 2021 daraus befreite – daraus resultierten jedoch Anwaltskosten in Millionenhöhe. Ausserdem sorgten kürzlich Spears’ angebliche Steuerschulden und ihr konstant exzessiver Lebensstil für Schlagzeilen.
Abgesehen von Spears: Waren da nicht noch andere? Tatsächlich sorgen ähnliche Deals von Musikerinnen und Musikern seit einigen Jahren für Aufsehen. Allen voran jener von Bob Dylan: 2020 verkaufte dieser die Rechte seiner 600 Songs an Universal für geschätzte 300 Millionen Dollar. Shakira, Bruce Springsteen, Kathy Perry, Jean-Michel Jarre und weitere taten es ihm gleich. Hintergrund für solche Deals ist das wachsende Geschäft mit Streaming- und Lizenzrechten.
Für wen lohnt denn ein solches Millionengeschäft? Beide Seiten profitieren. «Die Musikschaffenden vergolden sich damit schon zu Lebzeiten», so SRF-Wirtschaftsredaktor Pascal Lago. «Denn durch solche Deals erhalten sie die Einnahmen aus der Zukunft bereits heute.» Für die Unternehmen wiederum sind besonders zeitlose Hits attraktiv – und davon hat Britney Spears einige geliefert. «Musiklabels können dank Streamingdaten ganz genaue Berechnungen anstellen», sagt Lago. «Dank dem anhaltenden Streamingboom generiert das sichere Einnahmen in der Zukunft.» Ausserdem werde Primary Wave als Musikverlag die Spears-Songs möglichst gut vermarkten wollen: «Etwa in Games, Filmen oder Werbung. Damit werden Einnahmen nochmals gesteigert.»
Wird sich der Verkauf von Musikrechten fortsetzen? Der Trend, Songrechte zu verkaufen, setzte mit der Corona-Pandemie ein: Damals ein gutes Geschäft für Musikschaffende, trotz fehlender Konzertauftritte Geld zu verdienen – für die Musiklabels wiederum waren es willkommene neue Investments. Gefühlt wurden wöchentlich neue Deals verkündet. «Dieser Hype hat sich inzwischen etwas korrigiert», so Lago. «Aber Labels werden auch in Zukunft viel Geld damit verdienen können.» Es sind zudem ziemlich grosse Player wie Blackrock am Werk, die die Rechte dann auf ewig halten. Wie lange es dauert, bis die Investments sich auszahlen, ist nach aktuellem Stand jedoch schwer absehbar, auch weil die Verträge mit den Künstlern nicht einsehbar sind.
Und Britney? Die Musikerin hat den Deal bis jetzt nicht kommentiert, auch nicht auf Anfrage des Branchenblatts «Rolling Stone». Sicher ist: Das Geld kommt ihr gelegen. Ihr letztes Studioalbum («Glory») liegt zehn Jahre zurück – und auf US-Auftritte will sie künftig gänzlich verzichten, wie sie Anfang dieses Jahres auf Instagram verlauten liess.