Der meteorologische Winter ging kürzlich zu Ende, doch die Temperaturen haben unser Gefühl bereits mitten in den Frühling katapultiert. Im Flachland waren die Höchstwerte über die letzten zwei Wochen immer zweistellig. Stellenweise wurde am 27. Februar sogar die 20-Grad-Marke geknackt.
In den zwei Wochen um den 1. März betrug der durchschnittliche Höchstwert in Basel 16.6 Grad, in Bern 15.1 Grad und in Davos auf rund 1600 m 8.9 Grad. Im Sommer würden wir von einer Hitzewelle sprechen, jetzt passt «Wärmephase» besser.
So früh wie noch nie in 160 Jahren
Die Höchstwerte sind bemerkenswert, die Dauer der Wärmephase erst recht. Eine zweiwöchige Wärmephase von diesem Ausmass trat noch nie so früh im Jahr auf. Dabei wird in Bern seit 1864 und in Basel seit 1877 gemessen.
Über alle Jahre hinweg lässt eine solche Wärmephase typischerweise bis Mitte April auf sich warten. Die Jahre 2014, 2002, 1990, 1961, 1957 und 1882 waren am ehesten mit heute vergleichbar.
Wetter oder Klima?
Beides! Aufgrund der Klimaerwärmung treten frühlingshafte Temperaturen immer früher im Jahr auf. Während die erste Wärmephase im vergangenen Jahrhundert teils erst im Mai auftrat, war dies seit 1986 nie mehr der Fall. Häufiger tritt sie hingegen bereits im März auf.
Doch die grossen Schwankungen von Jahr zu Jahr zeigen den Einfluss des Wetters. Bereits 1882 gab es eine solche Wärmephase um den 14. März. Im Jahr 2023 waren die Bedingungen für sehr warmes Wetter jedoch nicht gegeben und wir mussten uns bis Ende April gedulden.
Bleiben wir der Zeit voraus?
Nicht unbedingt. Gerade weil das warme Wetter so früh auftritt, besteht weiterhin die Möglichkeit von deutlich kühlerem Wetter. Auch Schneeflocken bis in tiefe Lagen sind im März keine Seltenheit. Bereits am kommenden Wochenende sind tiefere, also «normalere», Temperaturen in Sicht.