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Jürg Zogg zur Prognose der Neuschneemenge (Archiv 2016).
Aus Wetterfrage vom 17.01.2016.
abspielen. Laufzeit 07:29 Minuten.
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Schneeprognose 50 mm Niederschlag: Wieviel Neuschnee gibt das?

Als Faustregel gilt: 50 mm Niederschlag ergeben 50 cm Neuschnee. Aber ganz so einfach ist es nicht.

In den Prognosen in der SRF Meteo App oder auf der SRF Meteo Homepage wird die Niederschlagsmenge auch bei Schneefall jeweils in Millimeter angeben. Als Faustregel gilt: 1 mm Niederschlag entspricht 1 cm Neuschnee. Diese Faustregel ist zwar nicht schlecht, aber trotzdem oft etwas ungenau. Um besser abschätzen zu können, wie viel Neuschnee zusammenkommt, müssen folgende Faktoren beachtet werden:

  • Lufttemperatur
  • relative Luftfeuchtigkeit
  • Bodenbeschaffenheit (warm und nass oder kalt und gefroren)
  • Wind

Je kälter und trockener, desto mehr Neuschnee

Je kälter und trockener die Luft beim Schneefall ist, desto mehr Neuschnee kommt zusammen. In kalter und trockener Luft wird viel Luft zwischen den einzelnen Schneeflocken eingeschlossen und es entsteht eine luftige und leichte Pulverschneedecke. Mit der oben beschriebenen Faustregel kommt man bei solchen Verhältnissen meist auf eine zu kleine Neuschneemenge. Liegt die Lufttemperatur deutlich unter dem Gefrierpunkt und ist die Luft gleichzeitig trocken können aus 50 mm Niederschlag rasch 80 cm Neuschnee werden. Allerdings fällt der Neuschnee nach einer gewissen Zeit unter seinem Eigengewicht wieder etwas in sich zusammen.

Je wärmer und feuchter, desto weniger Neuschnee

Genau das Gegenteil trifft bei relativ warmen und feuchten Wetterverhältnissen ein. Der nasse und schwere Neuschnee hat nur kleine Lufteinschlüsse und die Neuschneemenge liegt deutlich unter dem erwarteten Faustregel-Wert. Wenn gleichzeitig der Boden warm und nass ist, bleiben die Wiesen trotz Schneefall grün.

Die grosse Rolle des Windes

Der Wind hat beim Schneefall oft einen entscheidenden Einfluss auf die Neuschneemenge und macht die exakte Prognose schwierig. Durch Windverwehungen kann es stellenweise zu extrem grossen Neuschneeansammlungen kommen, welche die eigentliche Niederschlagsmenge um ein Vielfaches übertreffen. Solche Windverwehungen können rasch zu einer heiklen Lawinensituation führen. Bei Schneefall mit starkem Wind ist die Neuschneemenge schlussendlich jedoch häufig kleiner, als man sie beispielsweise anhand der Lufttemperatur erwarten würde.

Legende: Mit der Faustregel würde man am Samstag auf dem Säntis aus 50 mm Niederschlag rund 50 cm Neuschnee erwarten. Aufgrund der tiefen Lufttemperatur könnte es aber theoretisch deutlich mehr sein. Da jedoch gleichzeitig stürmischer Westwind mit Böen über 100 km/h bläst, ist die genaue Neuschneeprognose schwierig. SRF Meteo

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