Einzelne Bilder
Wenn wir von einer Szene nur ein einzelnes Bild bekommen, unterziehen wir das Bild einem Plausibilitäts-Check:
- physikalisch möglich?
- stimmt die Wetterlage?
- haben wir so etwas schon einmal gesehen?
- sieht das Bild unnatürlich aus?
- stimmen Schatten, Schärfe usw.?
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Bild 1 von 3. Fakt. Das Bild sieht echt aus, eine solche Wolkenform ist möglich und das Bild ist älter als gängige KI-Modelle. Bildquelle: Thomas Steffel.
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Bild 2 von 3. Fakt. Bild sieht echt aus, es gibt keine Hinweise auf eine Fälschung. 100% sicher können wir uns hier aber nicht sein. Bildquelle: Cornelia Reichen.
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Bild 3 von 3. Fake. Fake weil: unnatürlich scharfe Konturen, meteorologisch unmöglich, inkonsistente Licht- und Schattenverteilung in der Hasenwolke. Bildquelle: Copilot.
Mehrere Bilder
Oft erreichen uns vom gleichen Phänomen mehrere Bilder. So können wir rasch feststellen, dass das Phänomen so auch stattgefunden hat. Beispiele wären tolle Sonnenuntergänge, Polarlichter oder Halophänomene.
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Bild 1 von 5. Fakt. Das Phänomen lässt sich gut erklären, die Wetterlage hat gepasst und der Absender ist vertrauenswürdig. Bildquelle: Kurt Füchslin.
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Bild 2 von 5. Fakt. Von diesen irisierenden Wolken haben wir viele Fotos bekommen. Das Phänomen ist zudem bekannt. Bildquelle: Markus Hefti.
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Bild 3 von 5. Fakt. Pfannkucheneis ist ein bekanntes Phänomen. Wir haben mehrere Bilder davon bekommen und das Wetter dazu hat gepasst. Bildquelle: Rudolf Wegmann.
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Bild 4 von 5. Fakt. Solche Bilder gibt es immer wieder, manchmal Duzende am selben Tag. Das Video oben zeigt dasselbe Phänomen. Bildquelle: Andreas Wipf.
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Bild 5 von 5. Fakt. Halophänomene sind gut erforscht und meist bekommen wir viele Fotos am selben Tag, wenn die Wetterlage passt. Bildquelle: Stephan Spescha.
Fotobearbeitung
Fotos können natürlich bearbeitet werden. Moderne Smartphones bearbeiten die Fotos automatisch. So werden zum Beispiel die Farben optimiert, Schärfe und Kontrast optimiert oder Gesichter automatisch aufgehellt. FotografInnen machen ihre Aufnahmen meist im sogenannten RAW-Format.
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Bild 1 von 3. Fakt. Echtes Vollmondbild eines Profifotografen. Bildquelle: Martin Mägli.
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Bild 2 von 3. Fake. Die Fälschung erkennt man hier z.B. an: Unrealistischer Mondgrösse, keine Lichtwirkung auf Landschaft und Wasser, fehlende Reflexion im See. Bildquelle: SRF Meteo.
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Bild 3 von 3. Fakt. Das original Handybild. Bildquelle: SRF Meteo.
Am Computer werden dann Belichtung, Kontrast, Weissabgleich usw. eingestellt. Das Ziel besteht darin, das Bild so nah wie möglich an die Realität zu bringen, also das Bild so darzustellen, wie man das Sujet mit den eigenen Augen gesehen hat. Die Grenzen zwischen nötiger Bearbeitung und übertriebener Bearbeitung sind natürlich fliessend.
Im Zweifelsfall nehmen wir mit der Fotografin oder dem Fotografen Kontakt auf, dann klärt sich eine Unsicherheit meist auch.