Man glaubt, man schaut Musikfilme. Tatsächlich schaut man Menschen dabei zu, wie sie versuchen, erwachsen zu werden, während ihre Freundschaften wackeln, ihre Pläne scheitern und ihre Songs manchmal besser klingen als ihr Leben. Vier Filme, Vier Bands, vier Wege, das Chaos zu überleben.
1. Vier Freunde, drei Hits, null Platz für Schwächen
Man glaubt, man kennt «Pegasus»? Diese erfolgreiche Schweizer Popmaschine mit Hits, drei Swiss Music Awards und mehreren Platinplatten. Denkste. Diese Doku zeigt, dass sie im Studio vielleicht Hits schreiben konnten, aber im echten Leben keine Ahnung hatten, wie man über Dinge redet, die nicht auf Spotify landen.
Hier sieht man vier Typen, die seit Teenagerzeiten zusammen Musik machen und plötzlich wie Ex-Paare aussehen: einer geht, der andere bleibt, keiner weiss eigentlich, warum sie noch so tun, als wäre alles ok. Das alles während sie Songs aufnehmen, die so catchy sind, dass sie einen fast vergessen lassen, dass die Freundschaft gerade auf einem rostigen Drahtseil tanzt. Dieser Film ist so sehenswert, weil er beweist, dass erwachsen werden für Bands und deren Karrieren kein Zuckerschlecken ist.
2. Genie ist auch nur Chaos mit gutem Soundtrack
Beim schauen erwischt man sich beim Gedanken: «Vielleicht sind Genies nicht weise, sondern einfach nur konsequent überfordert.» Der Film wirkt wie ein Langzeitexperiment darüber, wie viel Kreativität ein Mensch haben darf, bevor sie unpraktisch wird.
Man lernt keinen Rockstar beim Posieren kennen, sondern einen Mann, der malt, schreibt, denkt, zweifelt, wieder von vorne beginnt. Dabei tut er so, als wäre Chaos ein legitimer Lebensentwurf. Songs entstehen nebenbei, Beziehungen auch. Beides hält nicht immer ganz so lange wie geplant. Verlust, Trauer, Liebe, Alltag: alles landet im selben kreativen Fleischwolf und kommt als «Patent-Ochsner»-Lied wieder raus.
Nach dem Film wirkt das eigene Innenleben erstaunlich aufgeräumt.
3. Früh angefangen, spät verstanden
Dieser Film zeigt drei Menschen, die seit Teenagerjahren zusammen auf der Bühne stehen und lernen mussten: Social Media ist ein Monster, Selbstzweifel sind Dauermieter und Erfolg kann sich anfühlen wie ein schlecht sitzender Mantel, den dir irgendjemand andrehen will.
Das Spannende sind nicht nur Konzertmomente, sondern zu hören, wie jemand sagt, dass die legendären ESC-Drei-Minuten ihr eigentlich die Lust auf’s Singen vermiest haben, wie man sich für lächerliche Outfits schämt und wie man am Monatsende froh ist, wenn man sich selbst 2000 Fränkli auszahlen kann. Kurz: Ein ehrlicher, ungeschminkter Blick darauf, was passiert, wenn Träume auf Tagesmiete treffen.
4. Herzen kaputt, Beats heil
Man sollte diesen Film schauen, weil Popmusik selten so ehrlich ist und Menschen noch seltener, wenn Kameras laufen. «Dabu Fantastic» sind beides, während alles, was man Karriere nennt, langsam auseinander zu fallen scheint. Wir sehen kein Märchen über Hits und Hallen. Wir sehen eine Doku über Freundschaften unter Druck, über Business-Meetings, die sich anfühlen wie Beziehungsgespräche kurz vor der Trennung, und über Songs, die mehr kosten, als sie vielleicht je einspielen werden. Dabu zieht um, verliebt sich, zweifelt, produziert weiter und fragt sich dabei offen, ob das alles eine brillante Idee oder einfach nur eine sehr teure Midlife-Crisis ist.