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Nachanalyse: Stimmbürger gehen in schwierigen Zeiten keine Risiken ein
Aus Tagesschau vom 28.09.2020.
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«Begrenzungsinitiative» SVP-Argumente kamen nicht an – Coronakrise hatte kaum Einfluss

Es war einmal mehr ein Kampf «SVP gegen alle»: Mit der sogenannten Begrenzungsinitiative trat die grösste Partei der Schweiz gegen alle anderen Parteien sowie die grossen Wirtschaftsverbände an – und scheiterte deutlich. Denn die SVP schaffte es nicht, die Zustimmung zur Initiative ins bürgerliche Lager hineinzutragen. Das zeigt die Nachanalyse, die das Forschungsinstitut GFS Bern im Auftrag der SRG durchgeführt hat.

Die SVP-Sympathisanten stimmten praktisch geschlossen für die Initiative. Die Anhängerinnen der übrigen Parteien stimmen dafür überdeutlich dagegen. Dass die SVP mit ihrer Initiative einen Ja-Anteil erreicht hat, der über ihrem Wähleranteil liegt, erklärt sich mit Stimmen aus dem Lager jener Personen, die sich keiner Partei zugehörig fühlen.

Auffällig ist auch, dass die Frauen leicht überdurchschnittlich gegen die Initiative stimmten, während bei den Männern die Ablehnung leicht unterdurchschnittlich war. Entscheidend war der Unterschied zwischen den Geschlechtern jedoch nicht.

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Chiesa: «Es gibt eine Verunsicherung wegen Corona»
Aus News-Clip vom 27.09.2020.
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Am Abstimmungstag hatten verschiedene SVP-Exponenten das schlechte Abschneiden mit der Corona-Pandemie erklärt. Die Bevölkerung sei wegen der wirtschaftlichen Lage verunsichert, sagte etwa SVP-Präsident Marco Chiesa. Die Nachanalyse stützt diese Ansicht nicht. 89 Prozent der Befragten sagen, die Coronakrise habe ihre Meinung nicht beeinflusst. Unter denjenigen, die einen Meinungswandel vollzogen, überwiegt der Teil, der ins Ja-Lager gewechselt hat.

Diagramm zum Einfluss der Coronakrise auf die Stimmbeteiligung bei der «Begrenzungsinitiative»
Legende: SRF

Auf inhaltlicher Ebene hatte das Argument, dass mit einer Annahme der Initiative der bilaterale Weg beendet würde, ohne dass eine Alternative in Sicht ist, den Ausschlag gegeben. Bei dieser Sichtweise dürfte die drohende Wirtschaftskrise durchaus einen Einfluss gehabt haben.

Positive Haltung zu Bilateralen

Das Argument der SVP, eine Kündigung der Bilateralen Verträge stellte für die Schweiz kein Problem dar, fand kaum Gehör bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern. Das Stimmvolk hat eine positive Haltung zu den Bilateralen. Für lediglich 14 Prozent der Befragten überwiegen die Nachteile. Für 61 Prozent überwiegen die Vorteile.

Noch bevor das Abstimmungsresultat am Sonntag feststand, brachten Exponenten verschiedener Parteien das Rahmenabkommen mit der EU zur Diskussion. Würde dieses Abkommen zur Abstimmung kommen, würden sich mehr Stimmberechtigte dafür als dagegen aussprechen. Allerdings erreicht auch die Pro-Seite keine absolute Mehrheit. Im Vergleich zu einer ähnlichen Umfrage im Frühling scheint im Ja-Lager gar eine gewisse Verunsicherung aufgekommen zu sein. Die Diskussion ums Rahmenabkommen ist also noch nicht entschieden – und dürfte entsprechend heftig geführt werden in den nächsten Wochen.

Über die Befragung

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Die Umfrage wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag der SRG durchgeführt. Es wurden die Daten von 11'685 Stimmberechtigten aus der ganzen Schweiz ausgewertet. Die Befragung fand zwischen dem 25 und 27. September online statt. Der Fehlerbereich liegt bei +/- 2 Prozentpunkten.

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Wer hat wie abgestimmt?
06:37 min, aus Rendez-vous vom 28.09.2020.
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Tagesschau, 28.9.2020, 12:45 Uhr;

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23 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Vorläufig hat die CH noch die direkte Demokratie, fragt sich wie lange noch!
    Somit akzeptiert man die Resultate, wenn dies auch manchmal schwer fällt.
    Dass man aber immer auf der SVP rumhackt und dies allgemein, ist unfair.
    Die Zuwanderung wird der CH in Zukunft mer Sorge als Freude bereiten, sei es betreffend Umweltbelastung oder im Sozialen Wesen.
    Darum erstaunt eigentlich, dass diese Kreise, die sich genau für diese Themen einsetzen und Sorge machen, ein Nein in die Urne legten.
    1. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Niemand Hackt auf der SVP herum. Wenn sich die SVP Absichtlich und Freiwillig immer und immer wieder alleine in eine Ecke stellt ist es Wirklich armselig sich immer und immer wieder in die Opferrolle zu begeben. Immer noch ist die SVP die Wählerstärkste Partei, aber was macht sie daraus, genau nichts nur Oppositions Politik.
    2. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Viele schauen immer Richtung EU. Übersehen dabei aber geflissentlich, dass in vielen Ländern der EU, wo man in den letzten Jahrzehnten sehr auf PFZ & Zuwanderung, auf Multikulti setzte, sich dort sehr viele Parallelgesellschaften gebildet haben, welche sich nicht integrieren wollen, teilweise zu einem echten Problem geworden sind.
      Fakt ist, dass ab einer gewissen Menge Integration schwieriger wird.
      Um das zu sehen muss man nicht fremdenfeindlich sein, sondern einfach nur realistisch.
    3. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Wädenswiler. Wenn sie schon denn Vergleich mit anderen Ländern machen dann schauen sie genau hin. Wir haben weit mehr Ausländer Anteil als die Länder von dennen sie Sprechen und keine Parallelgesellschaften wie in F oder DE.Die Schweiz ist schwer zu Vergleichen mit diesen Ländern und bei uns klappt es auch mit höherem Ausländer Anteil. Multikulti und Parallelgesellschaften. Multikulti war die Schweiz schon immer und Parallelgesellschaften ist ein Angst macher Argument das wir seit Jahren hören.
  • Kommentar von Larsen LANDWEHR  (ElTröte)
    Wir bekommen immer mehr Deutsche Verhältnisse. Ob etwas Sinnvoll ist oder nicht bestiimt nicht die Aussage sonder wer es gesagt hat.
    Genau so wird ein Volk gespaltet. Denn eine Seite hat sich von der Demokratie verabschiedet und ersetzt diese durch Ihre (angebluche) Moralische Überlegenheit.
    1. Antwort von Hans Anreiner  (Hans.Anreiner)
      Extrem gut ausgedrückt. Danke ElTröte. Wenn man die Grafiken oben anschaut, dann ist das sogar evident was sie behaupten. Ob das jetzt Deutsch ist oder nicht, spielt nicht so eine Rolle, aber Wer etwas sagt schon.
  • Kommentar von Kurt Looser  (Dremel)
    Es ist schon lustig wie ein Abstimmungskampf eine Partei gegen alle Anderen als herbe Schlappe dargestellt wird. Es ist eigentlich bedenklich, dass bei dieser Opposition, der auch praktisch sämtliche Verbände und Medien angehörten, keine 80% -ige Ablehnung zustande kam.
    1. Antwort von Stefan Huwiler  (huwist)
      Zieht man die rund 20% ab, die bei jeder Vorlage in der das Wort 'Ausländer' vorkommt mit Ja stimmen, dann sind tatsächlich nicht mehr viele Stimmen da, die sich von der Initiative haben überzeugen lassen.