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Simonetta Sommaruga: «Das Jagdgesetz ist nicht nur in städtischen Kantonen abgelehnt worden»
Aus News-Clip vom 27.09.2020.
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Jagdgesetz Sommaruga: «Die Bergbevölkerung darf nicht vergessen werden»

  • Bundespräsidentin und Umweltministerin Simonetta Sommaruga hat sich nach dem Nein zur Revision des Jagdgesetzes vor allem an die Bergbevölkerung gewandt.
  • Das Nein richte sich nicht gegen die Berggebiete, sondern gegen die Vorlage von Parlament und Bundesrat.

Das Jagdgesetz sei nicht nur in städtischen Kantonen wie Genf oder Basel-Stadt abgelehnt worden, sagte Sommaruga vor den Bundeshausmedien. Auch eher ländlich geprägte Kantone wie Jura oder Aargau hätten Nein gesagt.

Emotionale Debatte

Eine knappe Mehrheit der Stimmbevölkerung wolle, dass am heutigen Jagdgesetz nichts geändert werde. Präventive Eingriffe in ein Wolfsrudel sollen weiterhin nicht zulässig sein. Der Bund habe weiterhin das letzte Wort bei der Regulierung der Wolfspopulation.

Die Debatte rund um das neue Jagdgesetz sei häufig emotional geführt worden, sagte Sommaruga. Der Umgang mit der Natur, mit Grosswild und geschützten Tierarten und die Fragen rund um die Artenvielfalt bewegten die Menschen.

Kein Entscheid gegen die Berggebiete

Der Bundesrat sei sich bewusst, dass in den Berggebieten nun auch eine Enttäuschung da sei. Die Bevölkerung dort sei unmittelbar von der Ausbreitung des Wolfes betroffen.

Das Nein ist vielmehr eine Rückmeldung an Bundesrat und Parlament: Ihre Vorlage hat eine knappe Mehrheit der Bevölkerung nicht überzeugt.
Autor: Simonetta SommarugaBundespräsidentin und Vorsteherin UVEK

Sommaruga betonte, dass es für den Bundesrat wichtig sei, dass sich dieser Entscheid an der Urne nicht gegen die Berggebiete, Schafzüchter und die Älplerinnen richte: «Das Nein ist vielmehr eine Rückmeldung an Bundesrat und Parlament: Ihre Vorlage hat eine knappe Mehrheit der Bevölkerung nicht überzeugt.»

Die Bemühungen in der Schweiz, immer wieder den Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen zu finden, müssten weitergehen. Die Schweiz lebe vom Verständnis zwischen Stadt und Land: «Ich möchte die Schweiz zusammenhalten. Keine Region darf vergessen werden.»

«Ein guter Tag für die direkte Demokratie»

Unabhängig von den einzelnen Abstimmungsergebnissen erinnerte Sommaruga daran, dass noch im Mai wegen des Coronavirus ein Urnengang nicht möglich war. «Eines sollten wir nicht vergessen: Für unsere direkte Demokratie ist heute ein guter Tag», sagte sie. Es sei intensiv über die Vorlagen diskutiert worden: «In der Beiz, am Familientisch oder in den sozialen Medien: Diese Form der Debatte und Auseinandersetzung tut der Schweiz gut.»

Abstimmungsstudio, 27.09.2020, 12 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Urs Petermann  (Rhf)
    Ich erwarte, dass auch die befürwortenden Berggebiete einen demokratischen Entscheid einfach akzeptieren. Schliesslich müssen das auch die anderen Gruppierungen in unserem Land, die am vergangenen Tag mit ihren Anliegen beim Stimmvolk nicht durchkamen.
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Genau! Die Zuwanderung wollte eine Mehrheit auch nicht begrenzen. Weshalb also beim Wolf regulieren?
      8 Rudel gegen 8 Mio. Einwohner - es bei der Ablehnung der BGI bald viel mehr werden dürften - ist dieses Begehren bezüglich Jagdgesetz doch ziemlich unverhältnismässig.
  • Kommentar von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
    Es war ein Riesen Abstimmungswochenende. Das bei all den anderen Vorlagen die Sicherheit und das Überleben aller Wildtiere so grosse Beachtung bekam freut mich persönlich am aller meisten. Das diese Vorlage abgelehnt wurde ist wirklich toll. Gut gemacht Schweiz. Weitsicht bewiesen. Und sehr richtig gesagt Fr. Somaruga, das Nein galt der Vorlage und ist gleichzeitig ein Ja und Dankeschön an alle Älpler und Bergbauern für ihre aufopferungsvolle Arbeit. Eure Einheit mit der Natur braucht das Land.
  • Kommentar von Thomas Pletscher  (Pletschet)
    Es geht nicht darum, die Berggebiete allein zu lassen. Schon mit dem Fianzausgleich und anderen Unterstützungen für die Berggebiete beweisen dies die (zahlenden) Industriekantone und Städte laufend!
    Es geht um Biodiversität und Schutzmassnahmen. Davon ist wenig zu spüren. Mit Verkommerzialisierung, Verweigern von Herdenschutz und Dulden von Wilderei graben wir nicht nur an Perlen unseres Landes sondern stellen auch das Vertrauen in eine vernünftige Nutzung der kantonalen Kompetenzen in Frage.