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Ernüchternde Ergebnisse der Pestizidstudie zur Landwirtschaft im Berner Mittelland
Aus HeuteMorgen vom 28.05.2021.
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Studie zu Pestizideinsatz Freiwillige Pestizidreduktion bringt nicht die erhoffte Wirkung

Eine Berner Studie zeigt: Ganz so einfach ist es nicht, Pestizidrückstände in Gewässern zu reduzieren.

Der Ballmoosbach und der Chrümlisbach schlängeln sich zwischen Äckern im Berner Mittelland hindurch. In den vergangenen vier Jahren wurden sie intensiv auf mehr als 110 Pestizidwirkstoffe untersucht.

Entlang dieser beiden Bäche versuchen die Bäuerinnen und Bauern, die Belastung mit Pestiziden zu verbessern. Freiwillig setzen sie dazu verschiedene Massnahmen um, darunter beispielsweise einen Pufferstreifen von Gras entlang dem Rand ihrer Felder wachsen zu lassen oder einen Nützling gegen einen Maisschädling einsetzen und dafür weniger Insektizid spritzen.

Weil sie dabei das Risiko eingehen, weniger zu ernten, werden sie aus dem Projektbudget entschädigt. Im Einzugsgebiet der beiden untersuchten Bäche sind so gut wie alle Betriebe am Pflanzenschutzprojekt beteiligt und dennoch erweist sich der Effekt der Massnahmen bis jetzt als gering.

Starke Belastung dauert an

In beiden untersuchten Bächen finden sich nach wie vor zu viele Pestizide. Im Ballmoosbach wurden die Grenzwerte zwar von Jahr zu Jahr weniger oft überschritten. Im stark belasteten Chrümlisbach aber, der viel Wasser aus Entwässerungsleitungen bekommt, hat sich die Situation bisher nicht verbessert. Er ist mehrmals pro Jahr über Wochen mit Pestizidmengen belastet, die Pflanzen und Wasserinsekten schaden können.

Der Berner Bauernverband will zu der aktuellen Auswertung keine Stellung nehmen. Die Studie weise nicht aus, welche Massnahmen die Betriebe in den beiden Einzugsgebieten genau umgesetzt hätten. Damit fehle ein wichtiger Teil der Daten.

Eine solche umfassende Auswertung ist auf Ende des Jahres geplant. Doch die vorliegende Zwischenauswertung zeigt: Das Berner Vorzeigeprojekt zur freiwilligen Reduktion der Pestizidbelastung bringt noch nicht, was man sich davon versprochen hat.

HeuteMorgen, 28.05.2021, 06:00 Uhr

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104 Kommentare

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  • Kommentar von Willi Meier  (wm)
    Der Titel ist wieder einmal grob irreführend. Er insinuiert, freiwillige Reduktion wirke nicht, ein Verbot dann aber schon. So wie ich den Text verstehe, wurden bei dem Experiment aber die Pestizide reduziert (bzw. gar nicht verwendet) und man hat trotzdem noch Pestizide gefunden. Die richtige Schussfolgerung wäre, dass es halt länger dauert, aber nicht, dass es "freiwillig" nicht funktioniert.
  • Kommentar von Andreas Fellmann  (A. Fellmann)
    Guten Tag Herr Koller, dem ist leider nicht so. Wie grosse Biobetriebe und Untersuchungen in FR zeigen. Mehr Ertrag b. weniger Boden, z. B. durch Mischkulturen etc. Bei mehr Arbeit! Die jetzige Bauer wird sich bei einem nein langfristig abschaffen.Wer zahlt den noch in so etwas, wenn es der selbstfahrende Traktor mit Sensoren besser macht, schonender,natunaher (weniger Pestizide, Bodenverdichtung et.).Bei Bio hat man Zeit gespart,da autom. nicht so leicht möglich,mehr Zeit zum Regelwerk entw.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    "Der agroindustrielle Komplex aus Syngenta, Fenaco, Agroscope, Bauernverband und Bundesamt für Landwirtschaft steuert diskret, aber wirksam unsere Agrarpolitik. Im Hintergrund wirkt auch die Economiesuisse, deren heutiger Präsident Christoph Mäder 18 Jahre lang Syngenta-Manager war.“ (Rudolf Strahm in Berner Zeitung vom 23. März 2021)