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Die Präsidentenrunde nach dem Abstimmungssonntag
Aus Abstimmungen vom 13.06.2021.
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Präsidentenrunde Parteispitzen kommentieren Absage an CO2-Gesetz gelassen

Portemonnaie vor Klimaschutz und wie weiter? Die Parteispitzen sind überzeugt, den Weg auch ohne CO2-Gesetz zu finden.

Von allen Parteien ausser der SVP unterstützt und doch knapp vor dem Volk gescheitert: das CO2-Gesetz. Für FDP-Präsidentin Petra Gössi, deren Partei die Ja-Kampagne anführte, ist damit das eigene Klimapapier noch längst nicht zur Makulatur geworden. Die eigene Basis habe die Partei nicht im Stich gelassen.

Es habe sich einfach gezeigt, dass die Bevölkerung diese «Behördenvorlage» nicht mittrage. Nun liege es am Parlament, eine klare liberale Vorlage für den richtigen Umweltweg auszuarbeiten. Sie warnte, das Ganze in eine linke Vorlage umzuwandeln, die dann in mehr Abgaben gipfeln würde.

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Sind Sie noch die richtige Person an der FDP-Spitze, Frau Gössi?
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«Es war ein soziales Gesetz, jene hätten bezahlt, die dreimal pro Jahr nach New York fliegen, alle anderen hätten profitiert», stellte SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer fest. Die SP habe ihre Kräfte mobilisiert, während es der FDP nicht gelungen sei, ihre Wählerschaft zu überzeugen.

Nun gebe es keine Alternative zu einer Finanzplatz-Inititative und einem Investitionsprogramm für erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen und die Förderung des öffentlichen Verkehrs. Die SP stehe bereit mit einer breiten Allianz.

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Mattea Meyer zur «globalen Verantwortung» der Schweiz
Aus Abstimmungen vom 13.06.2021.
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Die beiden Agrar-Initiativen hätten zu einer starken Mobilisierung auf dem Land geführt, stellte Mitte-Präsident Gerhard Pfister mit Blick auf das CO2-Gesetz fest. Allerdings sei auch auf der ganz linken Seite das CO2-Gesetz nicht unterstützt worden, weil es gewissen Leuten zu wenig weit gegangen sei.

Covid-Gesetz: «Die Leute brauchten ein Ventil»

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Das Covid-Gesetz kam zwar relativ komfortabel durch. FDP-Präsidentin Gössi sprach in der Runde trotzdem von einem «erschreckend hohen» Nein-Stimmen-Anteil von fast 40 Prozent. Dieser sei aber kein Misstrauensvotum gegen die Behörden. «Aber gerade auf dem Land war die Unzufriedenheit über die Einschnitte in den letzten eineinhalb Jahren gross. Die Leute brauchten ein Ventil.»

«Es ging beim Covid-Gesetz weder um Masken noch um geschlossene Restaurants», sagte SP-Co-Präsidentin Meyer. Stattdessen sei es um wirtschaftliche Unterstützung für die unter den Corona-Massnahmen leidenden Branchen gegangen.

Mitte-Präsident Pfister sprach dagegen von einem klaren Abstimmungsergebnis – und die Schweiz sei das einzige Land, in dem die Corona-Politik der Regierung vom Volk abgesegnet werde. «Die Schweiz ist keine Diktatur und das Votum stützt den Bundesrat.» Für SVP-Präsident Chiesa war dagegen klar: «Viele Leute in diesem Land sind gegen die absolute Autorität des Bundesrats.» Dieser müsse nun wieder mehr Kompetenzen an die Kantone zurückgeben.

Die Vorlage habe offensichtlich nicht überzeugt. Für Pfister ist nach dem Abstimmungssonntag klar: «Wir brauchen keine grossen Pakete und undurchsichtigen Subventionstöpfe mehr.» Nun müsse bei Mobilität, Gebäuden und Energieproduktion sektoriell geschaut werden, wo das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden könne.

SVP: «Schweiz ist vorbildlich»

Die Schweiz sei klimapolitisch ein vorbildliches Land und auf einem guten Weg, doch diese Vorlage habe die riesige Spaltung der ländlichen und städtischen Gebiete aufgezeigt, stellte SVP-Präsident Marco Chiesa fest: «Wenn wir fürs Klima etwas tun wollen, braucht es klare Anreize und nicht neue Abgaben, Steuern und Verbote.»

Nicht zuletzt müsse im Zusammenhang mit der Klimapolitik auch über die Einwanderung gesprochen werden, denn auch diese bedeute «mehr Strom, mehr Bedürfnisse und damit mehr Klimadruck.»

Agrar-Vorlagen: Lösungen «bereits aufgegleist»

Was die Agrar-Initiativen betrifft, so machte Pfister deutlich: «Die Landwirtschaft ist nicht so schlecht unterwegs. Der grösste Fehler der Initianten war, dass sie voll auf die Bauern losgegangen sind.» Die Landwirtschaft habe sich bereits verpflichtet, Pestizide abzubauen. Auch Gössi sieht den weiteren Wandel in der Landwirtschaft bereits genügend aufgegleist.

Terrorismus-Gesetz: Polizeiwillkür Tür und Tor geöffnet?

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Das Terrorismus-Gesetz wurde gegen den Widerstand der Linken angenommen. Nach einem «vehementen Abstimmungskampf» der Gegnerschaft zeigte sich FDP-Präsidentin Gössi zufrieden mit dem Abstimmungsausgang. «Der grosse Einsatz unserer Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat sich ausbezahlt.» Die Bevölkerung wünsche sich, dass die Polizei eingreifen könne, wenn sich eine terroristische Gefährdung abzeichne.

SP-Co-Präsidentin Meyer kann sich derweil «gut vorstellen», dass künftig Gerichte eingreifen müssen, wenn die Strafverfolgungsbehörden ihre neuen Kompetenzen überschreiten. «Ich hoffe aber, dass die Befürworterinnen und Befürworter Wort halten: Wer sich nichts zu Schulden kommen lassen hat, darf nicht polizeilicher Willkür ausgesetzt werden.» Allzu optimistisch sei sie aber nicht.

Für SVP-Präsident Chiesa ist die Schweiz mit der Annahme des Gesetzes sicherer geworden. Das Bundesamt für Polizei fedpol habe immer gesagt, dass es die zusätzlichen Möglichkeiten für eine effiziente Terrorbekämpfung brauche. Mitte-Präsident Pfister schloss mit einer Spitze gegen die Klimaaktivisten: «Die Vorwürfe gegen die zuständige Bundesrätin waren unsachlich und polemisch. Ich hätte mir den Einsatz aus gewissen Kreisen der Klimabewegung gegen dieses Gesetz für das CO2-Gesetz gewünscht.»

Die Ablehnung der Agrar-Initiativen sei zwar enttäuschend, doch sie hätten viel erreicht und ein Bewusstsein geschaffen, wie schädlich die Pestizide seien, erklärte Meyer. Das Parlament habe entsprechende Vorstösse überwiesen und der Bundesrat habe den Ball aufgenommen. «Unsere Landwirte sind vorbildlich», bilanzierte Chiesa. Die extremen Initiativen hätten die inländische Versorgung verunmöglicht und zu weiteren Importen geführt.

SRF1, 13.06.2021, 17 Uhr;

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Soeben im "Info 3" gehört, habe ich nicht den Eindruck als wären die SVP-Capos wirklich "glücklich" über das Resultat. NR Aeschi z.B. windet sich in Whataboutismus, welcher nichts mit der Abstimmung zu tun hat. Dies könnte daran liegen, dass die Strategie bei den 23er-Wahlen mit der Tatsache zu punkten, dass dieses Gesetz Unsummen gekostet aber rein gar nichts gebracht hätte, vom Tisch ist. Abstimmungen zu gewinnen welche man gar nicht gewinnen will, ist natürlich ausgesprochenes Pech....;-))
  • Kommentar von Daniel Gion  (dgion)
    Wäre dies eine "ehrliche" Vorlage gewesen wären die Flugticketabgabe zweckgebunden an Massnahmen im Luftverkehr gebunden gewesen
    Weshalb stand nirgends auch nur mit einem Satz das die "Abgaben" auf die Benzinpreise welche in erster Linie die Landbevölkerung hätte tragen müssen auch dieser zugute kommt?
    Die Vorlage war verlogen von vorne bis hinten und daher absolut inakzeptabel. Die Landbevölkerung hätte bezahlt und die Stadtbevölkerung mit ihren 10min Taktverbindungen hätte erneut kassiert .
    1. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Ich wohne auf dem Land aber hätte fürschi gemacht...
  • Kommentar von Florian Schomburg  (cleverthought)
    Die Ticketabgabe hätte den Airlines und allen voran der SWISS einen grossen Kostenblock auferlegt (denn so eine Abgabe bezahlen am Schluss die Airlines und nicht der Kunde). Dies hätte zu weniger Direktverbindungen (da nicht mehr profitabel) geführt und somit der Schweizer Wirtschaft und uns allen geschadet. Auch könnte SWISS schwerer in CO2-neutralen Treibstoff und Flugzeuge investieren. So eine Abgabe macht also keinen Sinn und wäre nicht weit gedacht. Wir können besser Klimaschutz machen!
    1. Antwort von Daniel Gion  (dgion)
      Vor allem wäre diese Abgabe nicht zweckgebunden in die Luftfahrt zurückgeflossen - also entgegen allen Behauptungen von Links/Grün eine Steuer ...
      Betroffen wäre z.b der Flughafen Zürich gewesen aber nicht Basel was zu einer weiteren Wettbewerbsverzehrung geführt hätte. Soweit zu denken aber kann offenbar kaum einen Politiker/Politikerin zugemutet werden die Mehrheit der Abstimmenden aber hat dies durchschaut
    2. Antwort von Katharina Bleuer  (Blk)
      Aber es macht Sinn, dass es billiger ist, von Genf nach Casablanca zu fliegen, als mit dem Zug von Bern nach Genf zu fahren?
      Wir brauchen endlich, endlich Kostenwahrheit im Flugverkehr!!!