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Martina Mousson: «Stand heute spricht mehr für die Annahme als für die Ablehnung des Transplantationsgesetzes»
Aus News-Clip vom 31.03.2022.
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SRG-Umfrage auf einen Blick Zum Teil deutliche Mehrheiten für die drei Behördenvorlagen

Wäre bereits am 18. März abgestimmt worden, wären das Transplantationsgesetz, die Finanzierung der Frontex und das Filmgesetz angenommen worden.

Wäre zwei Monate vor dem Abstimmungssonntag über die drei Referenden entschieden worden, wären alle drei Vorlagen mit einer knappen Zweidrittelmehrheit angenommen worden. Der Stand der Meinungsbildung ist allerdings noch tief, auch wenn der Anteil der Unentschiedenen zwischen drei und neun Prozentpunkten schwankt. Am meisten Unentschiedene hat es beim Referendum gegen das Filmgesetz.

Von links bis FDP: Ja zum Transplantationsgesetz

Das Transplantationsgesetz würden 63 Prozent der teilnehmenden Stimmberechtigten annehmen. Bei dieser Vorlage ist die parteipolitische Polarisierung stark. Die Zustimmung zum Gesetz ist vom linken politischen Pol bis hin zur FDP solid. SVP-Wähler würden das Gesetz in der Mehrheit ablehnen. Regierungsmisstrauische Stimmbürger sind zudem mehrheitlich gegen das Transplantationsgesetz.

Breite Unterstützung für Frontex in den politischen Lagern

Auch hier äussern sich knapp zwei Drittel der Teilnehmenden – 63 Prozent – positiv zur Gesetzesvorlage. Die Regierungsmisstrauischen bilden die einzige Gruppe, die mit einer sehr knappen Mehrheit von 51 Prozent zusätzliche Mittel für die Frontex ablehnen. In den politischen Lagern gibt es aber kaum Widerspruch. Bei dieser Vorlage spielt das Alter eine Rolle: Jüngere sind markant kritischer als Ältere.

Komfortables Ja für das Filmgesetz

Die dritte Vorlage startet mit einem Vorsprung von 27 Prozentpunkten Ja-Anteil in den Abstimmungskampf. 59 Prozent der teilnehmenden Stimmberechtigten hätten das Filmgesetz zwei Monate vor dem Abstimmungssonntag angenommen. Die Änderungen am Filmgesetz lehnen nur die SVP-Wähler als einzige gesellschaftliche Untergruppe ab. Überraschend: Entgegen der Nein-Parole der FDP nehmen die teilnehmenden FDP-Wähler die Vorlage an.

Datenerhebung und Stichprobengrösse

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Die Umfrage ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 14. und 28. März 2022 durchgeführt worden. Insgesamt wurden die Antworten von 6728 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Telefonisch befragt wurden 1206 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt.

Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten. Der statistische Fehler beträgt ± 2.8 Prozentpunkte. Bei 1206 Befragten und einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Online-Befragung

Zusätzlich wurden mehrere Tausend Personen online befragt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 5522 Stimmberechtigten für die Auswertung verwendet werden. Die Online-Befragung wurde über die Webportale der SRG-Medien realisiert als sogenanntes Opt-in (Mitmachbefragung).

Diese Online-Stichprobenzusammenstellung erfolgte nicht zufällig und die resultierende Stichprobe ist nicht repräsentativ. Es haben beispielsweise weniger ältere Personen als jüngere an der Online-Umfrage teilgenommen und mehr Männer als Frauen.

Deshalb hat das Institut GFS Bern die Antworten gewichtet: Den Verzerrungen in der Stichprobe wurde mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt und so die Repräsentativität optimiert.

Die Aufteilung der Befragten insgesamt auf die Sprachregionen ist wie folgt: 4409 in der Deutschschweiz, 1896 in der Romandie und 423 in der italienischsprachigen Schweiz.

Wie wird gefragt?

Die befragten Stimmberechtigten hatten jeweils fünf Antwortmöglichkeiten zur Verfügung: «bestimmt dafür», «eher dafür», «weiss nicht/keine Antwort», «bestimmt dagegen» und «eher dagegen».

Für eine vereinfachte Darstellung im Artikel wurden in den meisten Fällen die Antworten «bestimmt dafür» und «eher dafür» zusammengezählt – entsprechend wurde auch mit den Antworten «bestimmt dagegen» und «eher dagegen» verfahren.

Konkret wurde etwa gefragt: «Ganz unabhängig davon, wie sicher Sie sind, dass Sie an dieser Volksabstimmung teilnehmen werden: Wenn morgen schon über die Vorlage abgestimmt würde, wären Sie dann bestimmt dafür, eher dafür, eher dagegen oder bestimmt dagegen?»

Umfragen sind Momentaufnahmen

Das Forschungsinstitut GFS Bern führt zwei Umfragen zur Abstimmung vom 15. Mai 2022 durch. Die Autoren der Studie betonen, die Ergebnisse seien kein vorweg genommenes Abstimmungsergebnis, sondern eine Momentaufnahme zur Zeit der Befragung. Allerdings sind bei zwei Befragungen Aussagen über Trends möglich.

Detaillierte Informationen zur Befragungsart und den Interpretationen der Ergebnisse finden Sie auf der Webseite des Instituts GFS Bern.

Abstimmungsdossier

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Legende: SRF

News und Hintergrund zu den Abstimmungen vom 15. Mai 2022.

SRF 4 News, 01.04.2022, 06:00 Uhr;

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141 Kommentare

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  • Kommentar von SRF News (SRF)
    Liebe Community, vielen Dank für die angeregte Diskussion rund um die SRG-Umfrage bezüglich der bevorstehenden Abstimmungen. Wir wünschen einen schönen Abend. Liebe Grüsse, SRF News
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Für Alles braucht es eine Zustimmung der betroffenen Person. Selbst beim Sex möchten viele eine ausdrückliche Zustimmung. Aber bei der Organentnahme soll es plötzlich anders sein? Das geht gar nicht. Mein Körper gehört mir.
    Man hat nicht versucht die Organspende auf andere Art zu fördern. Automatisch ist jeder Spender, auch Ausländer die auf der Durchreise verunfallen?? Oder sind Ausländer privilegiert und nicht Zwangsspender? Diskriminierung der Schweizer?
    Alles noch unklar. Drum Nein.
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      1)
      Es ist gar nichts unklar. Als Spender würden auch beispielsweise Touristen gelten, die in der Schweiz verunfallen. Aber genau wie bei den Schweizern gilt: Wenn keine eindeutige Willensäusserung vorliegt, müssen die Angehörigen kontaktiert werden. Sind keine Angehörigen erreichbar, ist eine Organentnahme verboten.
    2. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      2)
      Und als Spender kommen sowieso nur Personen infrage, die wegen einer schweren Hirnschädigung oder aufgrund eines anhaltenden Kreislaufstillstandes auf der IPS eines Spitals versterben, egal ob Schweizer oder Ausländer.
      Führen Sie sich doch endlich die Gesetzestexte zu Gemüte, bevor sie immer wieder unhaltbare Behauptungen in die Welt setzen.
  • Kommentar von Stefan Pfister  (Stefan Pfister)
    Seien wir doch mal ehrlich. Die meisten von uns sind faul. Wir finden Organspenden eine gute Sache, haben uns aber nie die Mühe gemacht, uns einen Organspende-Ausweis zu besorgen. Geht ja noch lange, bis es soweit ist, kann man ja später mal machen, an den eigenen Tod will man ohnehin lieber nicht denken usw. Das neue Gesetz trägt dem Rechnung. Und da die Angehörigen immer noch ablehnen können, muss sich auch niemand auf den Schlips getreten fühlen
    1. Antwort von Dorothee Meili  (DoX.98)
      Eine wichtige, nein mMn wichtigere Regelung wäre, dass alle unter uns eine Vorsorgeregelung bei ihrem Notfallausweis dabei haben. Dabei ist es möglich, mit Angehörigen/Verantwortlichen zusammen in Ruhe zu sprechen: über das Leben jetzt, über allfällige Regelungen darüber hinaus: Spende-Ausweis ja oder nein, ist dann Anteil an verantwortlicher Selbstbestimmung. Angehörige sind im Leben mit dabei und könnten allenfalls doch anders/neu entscheiden. Dieses ganze Gesetz ist Zwang und Scheinlösung.
    2. Antwort von Urs Bänziger  (Bänzli)
      Auf den Punkt gebracht.
      Und die, denen es aus ethischen, religiösen oder persönlichen Gründen genügend wichtig ist, werden sicher sofort widersprechen.