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Geschlossen dagegen: Wo das Covid-Gesetz chancenlos ist
Aus Rundschau vom 27.10.2021.
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Abstimmung zum Covid-Gesetz Die Dörfer der Extreme – hier wohnen die Ja- und Nein-Sager

Unteriberg im Kanton Schwyz: Land-Idylle, fast wie aus der Zeit gefallen. Das Covid-Gesetz erfuhr hier im Sommer die härteste Abfuhr. Nur 12.2 Prozent Ja-Stimmen gab es an der Urne. Am Dorffest, dem Stöckmärcht, scheint die Pandemie auch schon so gut wie vorbei zu sein. Die Festbänke sind eng besetzt.

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SVP-Gemeinderat: «Das Virus existiert bei uns hinten nicht mehr»
Aus News-Clip vom 27.10.2021.
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SVP-Gemeinderat Ruedi Keller bestätigt den Eindruck. «In Unteriberg hatten wir ein paar Fälle, auch schlimme Fälle, unter denen Leute leiden mussten. Das gebe ich zu. Aber eigentlich existiert das bei uns hinten nicht mehr.» Die ganze Veranstaltung findet ohne Zertifikat statt. Das sei von Anfang an eine Bedingung gewesen, meint Keller. Alles findet draussen statt oder in offenen Zelten.

Zertifikat bei Feuerwehrübung 

Ganz anders sieht man das in Ennetbaden. In der Aargauer Gemeinde wurde das Gesetz von allen Deutschschweizer Dörfern am deutlichsten angenommen. Auf 79.2 Prozent aller Stimmzettel stand ein Ja. Sogar bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr von Baden und Ennetbaden gilt Zertifikatspflicht. Während der Übung kommt dazu noch die Maske.

Nein stimmen, damit die Zertifikatspflicht entfällt, kommt für den Feuerwehrkommandanten Florian Immer nicht infrage. «Unbeschwert könnten wir die Übung auch dann nicht durchführen.» Die Frage sei nicht: Zertifikat – Ja oder Nein. Die Frage sei: Virus – Ja oder Nein. Und bei der Bekämpfung helfe das Gesetz.

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Feuerwehrkommandant: «Bei der Bekämpfung hilft das Covid-Gesetz»
Aus News-Clip vom 27.10.2021.
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Unteriberg: Traditionell wehrhaft

In Unteriberg zeigt Gemeindepräsident Edy Marty (parteilos) sein Dorf – mit dem Auto. Die Gemeinde nahe des Sihlsees ist weitläufig. Das Dorf war lange beinahe eingeschlossen zwischen Bergen und den Ländereien des Klosters Einsiedeln, mit dem man im Streit lag. Nur eine Passstrasse verband den Ort mit Schwyz.

Die Geschichte präge, sagt Marty. «Ich denke schon, dass das einen Einfluss hat auf unsere harten Schädel. Wir lassen uns nicht gern befehlen. Aber wer tut das schon», meint Gemeindepräsident Edy Marty.

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Gemeindepräsident von Unteriberg: «Wir haben harte Köpfe»
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Ennetbaden: Bevorzugte Wohnlage

Auch in Ennetbaden führt uns Gemeindeammann Pius Graf (SP) durch das Dorf. Hier gehen wir zu Fuss. Das Dorf habe sich gewandelt. Ennetbaden habe beinahe keine Vereine mehr. Kontakte entstünden heutzutage etwa in der Kindertagesstätte. Diese sei wichtig in der Gemeinde, in der viele Zuzüger Doppelverdiener seien in Industrie und Wissenschaft.

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Gemeindeammann von Ennetbaden: «Man sagt klar seine Meinung»
Aus News-Clip vom 27.10.2021.
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Pius Graf führt uns hinunter an die Limmat. Wo früher eine Kantonsstrasse mitten durch das Dorf rauschte, ist eine Flaniermeile entstanden. Ennetbaden gibt sich offen. Ist man vielleicht etwas gar offen, ja unkritisch? Der Gemeindeammann verneint. «Man schiesst sich nicht nur auf eine Seite ein, sondern man hört allen zu und sagt dann aber ganz klar seine Meinung.»

Abstimmung in den Gemeinden schon entschieden

Fragt man auf der Strasse, so scheint in beiden Dörfern das Abstimmungsresultat schon klar. Unteriberg wird wieder Nein sagen. Ennetbaden wird wieder Ja sagen. Für die ganze Schweiz sieht es gemäss der letzten SRG-Umfrage nach einem Ja aus. 61 Prozent der Befragten hätten am 9. Oktober für die Änderung des Covid-Gesetzes gestimmt.

SRF 1, Rundschau, 27.10.2021, 20:05 Uhr

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43 Kommentare

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  • Kommentar von Pascale von Planta  (Pascale)
    @SRF: Ihr Artikel über die "..Dörfer der Extreme.." scheint mir in der Aussagekraft nebulös.
    Die CH ist und bleibt hoffentlich heterogen. Ein Land der NEIN- oder JA-Sager (die gibt es!) wäre unglaublich langweilig. Wir brauchen die Auseinandersetzung mit dem jeweilig Anderen, um tragfähige Lösungen zu finden.
    Das wäre doch auch einmal ein Thema, das Sie lancieren könnten (Streitkultur, Zuhören, Verständnis für das Gegenüber, hart aber fair debattieren) um nur einige Stichworte zu nennen.DANKE
  • Kommentar von Daniel Altorfer  (geni)
    Es ist schon frappant welche Gegensätze aufeinandertreffen bei diesem Thema. Es gibt glücklicherweise noch die gemässigten Impfgegner. Mit diesen lässt es sich noch sachlich diskutieren. Und dann gibt es die Hardcoreskeptiker. Hier ist Hopfen und Malz verloren. Klarste Fakten werden verleugnet und sogar Todesanzeigen werden als Propaganda für "Impftote" missbraucht. Eines hat sich in dieser Krise bewahrheitet: Das Niveau kennt gegen unten keine Grenzen. Leider:-(
    1. Antwort von Nicola Djukic  (CovidGesetzNein)
      Auf die anderen Seite genau das gleiche, nicht vergessen.
  • Kommentar von Stefan Wehrli  (st.wehrli)
    Interessant wäre es jetzt noch, ob zwischen den Abstimmungsresultaten, den Impfquoten, Fall- und Hospitalisierungszahlen Korrelationen bestehen.

    (Ich bin ziemlich sicher, dass es die gibt. Je höher die Ablehhnung, desto tiefer die Impfquote, desto höher die Fallzahlen)