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Linksrutsche und Grüne Wellen in Aargauer Gemeinden
Aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 26.09.2021.
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Gemeindewahlen im Aargau Die Grüne Welle erreicht die Aargauer Zentren

Am klarsten ist die Situation in den Gemeindeparlamenten, im Aargau «Einwohnerrat» genannt: In der Stadt Zofingen zum Beispiel verdoppeln die Grünen ihre Sitzzahl von 3 auf 6. In Baden steigern sie sich von 4 auf 7 Sitze, in Wettingen gar von 2 auf 5.

Auch im Parlament der Gemeinde Obersiggenthal mit 8300 Einwohnerinnen und Einwohnern gewinnt das grüne Lager. Hier ist es allerdings die GLP, denn die Grünen sind mangels Kandidaturen nicht angetreten.

Für einmal gehen die grünen Sitzgewinne nicht auf Kosten der Sozialdemokraten. Die SP kann ihre Position insgesamt halten. Die grünen Gewinne gehen tatsächlich auf Kosten der politischen Gegenseite, vor allem die SVP muss Federn lassen. Die Volkspartei verliert in allen Parlamenten, die am Sonntag neu bestellt wurden. In Wettingen trifft es die Mitte, in Baden den Freisinn.

Legende: Unter anderem in Wettingen konnten die Grünen am 26. September zulegen. SRF

Städte werden grösser und linker

Auch bei den Exekutivwahlen ist ein Trend in Richtung links unübersehbar. In Lenzburg holen SP und Grünliberale in der Stadtregierung je einen Sitz auf Kosten von SVP und Mitte. In Baden geht der freie Sitz an die SP – die FDP unterliegt. Und in Aarau scheitert ein Angriff der SVP kläglich: Die pointiert linke SP-Kandidatin kann den Sitz der Sozialdemokraten locker verteidigen.

In Zofingen dürfte Christiane Guyer von den Grünen im zweiten Wahlgang zur Stadtpräsidentin werden, sie hat das absolute Mehr nur um wenige Stimmen verpasst. Und in Brugg verteidigt die bisherige grüne Stadtpräsidentin Barbara Horlacher ihren Sitz gegen einen Angriff der FDP problemlos.

Keine «Rückeroberung der Städte»

Fazit: Die Aargauer Zentrumsgemeinden haben sich – wie erwartet – politisch etwas nach links verschoben und wurden vor allem grüner.

Das ist keine Überraschung, denn vor allem die verkehrsgünstig gelegenen Zentren im Mittellandkanton ziehen junge, urbane Menschen an. Sie wachsen in den letzten Jahren enorm und ihr politisches Gesicht verändert sich dadurch. Umwelt- und Sozialthemen werden der Bevölkerung wichtiger – rot und grün profitieren.

Legende: FDP-Stadtpräsident Hanspeter Hilfiker konnte sich in Aarau problemlos halten, SVP-Kandidatin Nicole Burger unterlag ihrer SP-Konkurrentin aber deutlich. SRF

In ländlichen und kleineren Gemeinden im Kanton ist die Situation weit weniger eindeutig. An einigen Orten konnte auch das bürgerliche Lager zulegen. In den Zentren ist die Situation aber eindeutig. Und die von der SVP angekündigte «Rückeroberung der Städte» hat im Aargau zumindest nicht funktioniert.

Maurice Velati

Maurice Velati

Leiter Regionalredaktion Aargau Solothurn, SRF

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Velati arbeitet seit 2003 im Studio Aarau von SRF. Seither berichtet er als Redaktor und Korrespondent aus den Kantonen Aargau und Solothurn. Seit 2015 leitet er die Regionalredaktion.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 26.09.2021, 17:30 Uhr;

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Foletti  (Giuseppe Mazola)
    Das ist doch erfreulich, doch man muss nicht grün sein um der Umwelt Sorge zu tragen.
    Das hab ich schon als Kind gelernt.
    Durch die permanente Zunahme der Bevölkerung aber, werden in der CH die „Ersparnisse“ von Elektrizität etc. gleich wieder aufgebraucht.
    Durch Einsatz von Immer mehr e-Mobilität, mehr elektrische Apparate etc. wird die Nachfrage von Strom noch größer.
    Kein Problem, der Strom kommt ja aus der Steckdose, oder?
    Ohne AKW‘s sind Blackouts vorprogrammiert.
  • Kommentar von Philipp M. Rittermann  (airmaster1)
    die statdbevölkerung wählt grün. die wahren grünen auf dem land wählen vernünftig.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Einmal mehr: Der Stadt-Land-Graben vertieft sich.
    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Interessant ist einfach, dass diese "Städte" immer kleiner und ländlicher werden. Der Stadt-Land-Graben vertieft sich also nicht nur, sondern bewegt sich auch!
    2. Antwort von Sancho Brochella  (warum?)
      Das ist kein eigentlicher Graben, sondern die seit jeher übliche zeitliche Verzögerung, bis sich in kleineren und ländlicheren Kommunen die Trends auch zeigen und umgesetzt werden. Das war schon immer so. 10 - 20 Jahre Verzögerungen sind völlig üblich.