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Artemis-2-Mission Rohstoffsuche auf dem Mond: Es geht um Seltene Erden

Fast 60 Jahre nach der ersten Mondlandung kämpfen China und der Westen darum, wer zuerst den Fuss wieder auf den Mond setzen kann. Am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida ist eine fast 100 Meter hohe Rakete mit drei Astronauten und einer Astronautin an Bord gestartet, die Mission Artemis 2. SRF-Wissenschaftsredaktorin Anita Vonmont über Sinn und Zweck dieser Mission.

Anita Vonmont

Wissenschaftsredaktorin

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Anita Vonmont ist Wissenschaftsredaktorin bei Radio SRF.

Was ist die Aufgabe der Astronauten und Astronautinnen?

Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die verschiedenen Systeme, besonders die der Raumkapsel, zu testen. Es geht um Lebenserhaltungssysteme wie die Sauerstoffzufuhr, die Navigation, Kommunikation mit der Erde. Auch Pilotiert-Tests machen sie auf ihrem zehntägigen Flug, der am ersten Tag um die Erde führt. Dann geht es zum Mond, um seine Rückseite herum und zurück. Am Ende wird der riskante heisse Ritt durch die Erdatmosphäre die Crew nochmals fordern. Diese Erfahrungen sind entscheidend für die künftigen Artemislandungen.

Warum soll die nächste Mondmission am Südpol des Mondes landen?

Die historischen Landeplätze kennt man schon, das ist staubige Wüste, teilweise sind sie dunkel. Der Mond-Südpol hat viel Licht, mit dem man Sonnenenergie gewinnen kann. Ziemlich sicher gibt es dort Wassereis in tiefen, dunklen Kratern. Dieses möchte man in Zukunft hochholen und daraus Trinkwasser, Atemluft, Treibstoff gewinnen. Denn diesmal will man auf dem Mond bleiben, um in noch fernerer Zukunft vom Mond weiter zum Mars zu fliegen.

Birgt die Mondrückseite irgendwelche Überraschungen?

Sie ist sehr zerklüftet, voller Krater. China hat dort auch gewisse Minerale gefunden, aber über Seltene Erden dort weiss man nichts. Und Wasser gibt es ziemlich sicher nur an den Polen.

Was sind die Besonderheiten der Mission Artemis 2 aus europäischer und aus Schweizer Sicht?

Die europäische Raumfahrtorganisation ESA hat das Servicemodul unter der Raumkapsel beigesteuert. Ohne dieses könnten die Astronauten schlicht nicht zum Mond und zurückfliegen. Denn dieses wichtige Teil stellt alles bereit, was es zum Leben braucht: Luft, Wasser, Wärme. Es sorgt auch für Schub und Kurskorrekturen. Es hat vier lange Solarmodule, die sich laufend nach der Sonne ausrichten. Den Mechanismus dafür hat das Schweizer Unternehmen Beyond Gravity, ehemals Ruag Space, gebaut. Auch die Firma APCO aus der Westschweiz ist beteiligt am europäischen Herzstück der Raumkapsel Orion.

Auch China will wieder auf den Mond. Was ist über Chinas Interessen bekannt?

Man weiss vor allem, dass China Seltene Erden finden und gewinnen will. Auch das Edelgas Helium-3 wird vielleicht mal für die Energiegewinnung interessant. Diese Rohstoffe sind aber auch für die USA und andere ein Lockvogel. Allerdings: Wo es was tatsächlich gibt und in welchen Mengen, das ist spekulativ, das muss man vor Ort herausfinden. Wer da die interessantesten Plätze zuerst besetzt, ist de facto im Vorteil. Darum gibt es unter anderem jetzt dieses Mond-Wettrennen zwischen den USA und China.

Drei Männer und eine Frau posieren in blauen Overalls mit Aufnähern-
Legende: Die Teilnehmenden an der Mondumrundungs-Mission: (Von links:) Reid Wiseman, Christina Koch, Jeremy Hansen und Victor Glover imago images/Jennifer Briggs

Rendez-vous, 2.04.2026, 12:30 Uhr ; 

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