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Ausbruch in Kongo-Kinshasa Was Ebola mit unseren Handys zu tun hat

Im Osten von Kongo-Kinshasa werden kritische Metalle abgebaut. Dass dort Ebola ausbrach, ist für Experten kein Zufall.

Gold, Zinn, Coltan, Tantal: Diese Metalle, die in unseren Smartphones verbaut werden, stammen zu einem grossen Teil aus den Minen im Osten von Kongo-Kinshasa. Dieser Rohstoffreichtum hat ökologische Folgen. Fachleute sehen aber auch einen Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt in der Region – und mit dem aktuellen Ebola-Ausbruch, dem grössten in der Geschichte der Region.

Zwei Personen in Schutzanzügen tragen einen Holzkasten vor einem Gebäude.
Legende: Personal des Roten Kreuzes in Mongbwalu mit dem Sarg eines Kindes, das an Ebola gestorben ist (24. Mai 2026). REUTERS / Gradel Muyisa Mumbere

Der Bergbau führt zu einer Konzentration der Menschen und zu Bevölkerungsbewegungen: Beide Faktoren begünstigen die Ausbreitung des Virus.

Das Epizentrum der aktuellen Ebola-Epidemie ist denn auch die Bergbaustadt Mongbwalu. Sie hat Bergarbeiter, Geschäftsleute, Prostitutionsnetzwerke und auch Kriegsgeflüchtete aus den Nachbarländern angezogen.

Viele dieser Menschen leben in improvisierten Lagern, nur ein Viertel hat laut verschiedenen NGOs Zugang zu sanitären Einrichtungen. Diese Dichte, gepaart mit extremer Armut, ist ein idealer Nährboden für Ebola.

Ein weiterer Zusammenhang zwischen Ebola und dem Bergbau ist bei den Umweltauswirkungen zu suchen: «Eine saubere Mine gibt es nicht. Bergbau hat immer ökologische Auswirkungen», sagt der Soziologe Fabien Lebrun im Interview mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen (RTS). «Wasser wird kontaminiert, die eigentlich sehr fruchtbaren Böden gehen kaputt und der Wald verschwindet.»

Menschen unter einer Plane in einer schlammigen Grube mit Felsen und Vegetation.
Legende: Minen, Abholzung, Ebola: Bergleute in einer Goldmine bei Mongbwalu (Archivbild: April 2018). REUTERS / Goran Tomasevic

Allein 2024 wurden 600'000 Hektar Regenwald im Kongobecken zerstört: ein trauriger Rekord. Eine Recherche des «Guardian» stellt den Zusammenhang zwischen den Minen, der Abholzung und dem aktuellen Ebola-Ausbruch her.

Wissenschaftler haben nämlich gezeigt, dass die ersten Übertragungen des Ebola-Virus von der Tierwelt auf den Menschen vor allem in Gebieten stattfinden, in denen Wald abgeholzt wurde.

Das Übertragungsrisiko wächst, wenn die Ökosysteme und damit die Lebensräume der Tiere zerstückelt werden: «Sie sind dann gezwungen, sowohl um sich zu ernähren als auch um Zuflucht zu suchen, näher zum Menschen zu kommen, was die Wahrscheinlichkeit des Kontakts erhöht», sagt Didier Bompangue, Forscher an der Universität Kinshasa und stellvertretender Direktor des One Health Institute für Afrika (INOHA). Er arbeitet dort mit Jean-Jacques Muyembe, einem der Entdecker des Ebola-Virus.

Die Bergbauindustrie zerstört also bestimmte natürliche Barrieren, die uns vor potenziellen Virusträgern wie Fledermäusen schützen.

«Ein Gleichgewicht mit drei Komponenten», sagt Didier Bompangue:

Die Bergbauindustrie stört auch das soziale Gleichgewicht der Dorfgemeinschaften: «In ihrer klassischen Lebensweise, an einem Ort, wissen sie, dass man keinen Affen isst, der tot im Wald gefunden wird», sagt Bompangue. «Aber wenn Menschen von überallher kommen und die Demografie eines Ortes in wenigen Jahren durcheinandergebracht wird, stellt man auch eine Verhaltensänderung in der Beziehung zur Umwelt fest.»

Für den Forscher ist Ebola kein rein medizinisches Problem: «Die Geldgeber konzentrieren sich stark auf die Forschung nach Medikamenten, Impfstoffen und Diagnosetests, aber nicht auf das Verständnis der Ausgangsmechanismen», sagt er. «Deshalb wird uns auch die nächste Ebola-Epidemie wieder wie ein Schlag treffen, ohne dass wir wissen, wo und wann das Virus genau auftritt.»

RTS, Tout un monde, 22.6.2026, 8:10 Uhr; wyss

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