Um 13:30 Uhr ist für die Schülerinnen und Schüler des Bündner Orts Cazis Arbeitsbeginn im Restaurant Casa Caminada. Nach einem Begrüssungsgetränk gibt es eine Führung durch die Küche und das Lokal. Dann wird die Klasse in zwei Teams aufgeteilt: Küche und Service. Ab diesem Moment übernehmen die Jugendlichen Schritt für Schritt den Betrieb.
Zuerst geht es raus in den Garten. Zusammen mit den Köchen sammeln die Jugendlichen frische Kräuter. Regionalität gehört zum Konzept der Küche von Andreas Caminada, und das auch an diesem ganz besonderen Abend.
Das sagen die Jugendlichen zu ihrem Besuch in der Casa Caminada:
Zurück in der Küche werden das Gemüse und die Kräuter geschnitten, und die Jugendlichen bereiten auch die Bratensauce vor.
Während in der Küche gearbeitet wird, bereitet die andere Hälfte der Klasse den Speisesaal vor. Acht Mädchen und zwei Buben decken die Tische, putzen die Gläser und falten die Servietten. Sie lernen, wie gedeckt wird, wie man ein Tablett trägt, ohne etwas zu verschütten, und wie alkoholfreie Getränke professionell gemischt werden.
Um 18:30 Uhr wird es ernst: Eltern, Geschwister und weitere Gäste treffen ein. Jetzt müssen die Jugendlichen zeigen, was sie am Nachmittag gelernt haben. Auf der Menükarte stehen drei Gänge:
- Als Vorspeise ein Frühlingssalat mit frisch gebratenem Gemüse
- Als Hauptgericht Kalbshaxe und gebratene Rösti
- Zum Dessert Crème brûlée und Beignets
Die Schülerinnen und Schüler aus Cazis kochen, richten die Teller an und servieren. Während ihrer Arbeit werden sie stets von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Casa Caminada unterstützt. Die anfängliche Nervosität legt sich. Sie könne sich vorstellen, in der Gastronomie zu arbeiten, sagt eine Schülerin. «Den Menschen eine Freude zu bereiten, wäre auch eine Freude für mich.»
Der Schnuppertag soll den Jugendlichen zeigen, dass die Gastronomie mehr ist als Stress und lange Arbeitstage. Teamarbeit, Kreativität und der Kontakt mit den Gästen gehören auch dazu.
Ein einzelner Abend entscheidet noch nicht über die endgültige Berufswahl. Aber er kann neue Perspektiven eröffnen – und vielleicht doch ein Anstoss sein zum Sprung in eine Branche, die für den Kanton Graubünden von grosser Bedeutung ist.